Johann Lafer macht »Geeisten Christstollen« – wir auch!

Posted on Dez 4 2015 - 4:45am by Andreas Molau

Geduld bringt Genuss. Dieser Christstollentraum ist zwar eine Kalorienbombe, erfreut jedoch Herz und Gemüt. Ein echtes Adventspräsent. Für sich oder andere.

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Beim Zusammensuchen der Zutaten musste ich immer wieder an meine aktuelle Lektüre denken. Xavier Kieffer ist seit den »Tödlichen Oliven« zum guten Freund geworden. Der erfrischend unmodisch, sympathische Koch aus dem »Deux Eglises« in Luxemburg pflegt nicht nur einen beneidenswerten Lebensstil, kocht so, wie man gern essen möchte, ist Gemütsmensch und Abenteurer zugleich. Auch die Fernsehkoch(un)kultur wird in den Büchern köstlich auf die Schippe genommen. In der »Letzten Ernte« von Tom Hillenbrand tobt am Ende eine Kochschlacht zwischen den Fantasiefiguren Grønberg, Schörglhuber, Jensen & Co. Man misst sich vor laufender Kamera am Herd. Und jeder der geschäftstüchtigen Superköche versucht natürlich vorher noch, sein Produkt oder die von ihm promotete Marke in die Linse zu halten. Weil ich ein guter Konsumbürger bin, habe ich für meinen »Geeisten Christstollen« nach Johann Lafer auch extra Lindt-Schokolade geholt. Die schmeckt ja wirklich und am Ende hat man den Eindruck, es ist dann alles ganz und gar stimmig.

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Großartiger Geschmack – wenig Aufwand

Lafer kocht (u.a.) mit der Schweizer Schokoladenfirma. Die hat einen Jahresumsatz von fast 3,4 Milliarden Schweizer Franken und kann sich die Präsenz des bekannten Gourmetkochs gewiss aus der Portokasse leisten. Als Chef-Patissier im Hotel Schweizer Stuben und für den Pariser Patissier und Boulanger Gaston Lenotre begründete er einst seinen Weltruf im Umgang mit süßen Zutaten. Und wenn man derlei heute selber nachkocht, ist das richtig was fürs Gourmet-Ego. Da kann man einen echten »Lafer« servieren. Der »Geeiste Christstollen« ist dabei geschmacklich allererste Sahne und erfreulicherweise nicht so schwer in der Herstellung. Filigrane Handwerkskunst ist nicht gefragt. Und wer an Hefe und Teig verzweifelt, wird hier rasch belohnt.  In dieser kalten Variante des deutschen Exportschlagers – Christstollen erobert etwa gerade die britische Insel im Sturm – ist alles drin, was in einen gebackenen Stollen gehört. Und da Lindt der Partner ist, natürlich auch Schokolade.

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Nur das Beste ins Parfait

Orangeat und Zitronat wurden mit den Rosinen einen Tag vorher in Rum und Mandellikör eingelegt. Für die zwei Esslöffel sollte man übrigens schon etwas von den guten Beständen opfern. In diesem Fall war das ein Tröpfchen vom Wolfenbüttler Barrique. Einen 50-prozentigen Rum von der Insel Réunion, der mit seinen ganz leichten schokoladigen Aromen grandios zu den Lindt-Produkten passt. Ansonsten kommen reichlich Eier und Sahne in das Parfait, Pistazienkerne und geröstete Mandelblättchen, Zitronen – und Orangenschale, Lebkuchengewürz. Notwendig ist eine Stollenform und ein wenig Geduld. Im Lindt-Rezept sind sechs Stunden Kühlzeit angegeben. Das hat bei uns nicht ausgereicht. Eine gute Stunde mehr dürfte besser sein. Aber das lange Warten lohnt sich. Dieser Christstollentraum ist zwar eine Kalorienbombe, erfreut jedoch Herz und Gemüt. Ein echtes Adventspräsent. Für sich oder andere.

Hier geht’s zum Rezept.

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