»Berlin Dry Gin« – besser geht nicht

17. Juli 2014 von

 

Aus den Kräutergärten der Hauptstadt kommt ein ganz besonderer Wacholder. »Berlin dry Gin« ist ein Hochgenuss.

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Mischen Sie diesen Gin erst einmal nicht mit irgendeinem Zeug. Gut, es gibt auch Leute, die beim Fußball immerzu quatschen. Oder im Restaurant auf ihren Smartphones rumtippen. Das ist schon eine moderne Form der Barbarei. Aber zum Berlin Dry Gin beim ersten Mal gleich Tonicwater zuzugießen oder Martini, das wäre eine Steigerung. An diesem Beispiel höchster deutscher Brennkunst kann man beispielhaft erleben, was lebendiges Großstadtmilieu hervorzubringen vermag. Es ist ja ohnehin eine ganz merkwürdige Sache. Während sich das Land zur funktional-technisch geprägten Industrielandschaft zu entwickeln droht, entstehen in den Städten immer mehr ländliche Räume. Da gibt es auch in Braunschweig oder Wolfsburg Imker, Gärten mit unbehandelten Flächen, seltenen Blumen, Hecken, Insekten und den dazu gehörigen Vogelarten. Ein effizient arbeitender Bauernhof kommt mit Schalttafel und ein bis zwei Facharbeitern aus, und in den Großstädten schießen kreative Initiativen aus dem Boden. Die »Berliner Brandstifter« ist eine davon.

Limitierter Genuss

Und der »Berlin Dry Gin« ist, ja was soll man dazu sagen? Superlative klingen nicht echt. Und doch wäre jede Steigerungsform zu wenig. Im Grunde reicht es, die Flasche aufzudrehen und eine Nase zu nehmen. Was da an Frische, Leichtigkeit, an Sommer aufsteigt, das macht schon high. Glückshormone entstehn hier bereits ohne die Alkoholaufnahme. Wer eine der jährlich abgefüllten 9.999 Flaschen ergattert, kann sich sogar einmal einen Schluck genehmigen. Wenn ich ein Restaurant hätte oder eine Bar: Für diesen Wacholder würde ich extra nach Berlin fahren. Ein Gast, der das probiert hat, kommt wieder. Das ist allerdings nicht nötig, denn die Getränke-Freaks von Revolutiondrinks liefern auch für die heimische Bar. Ob es nun die siebenfache Filterung ist, die für den besonderen Geschmack sorgt oder die Kräuter und Blüten aus Berliner Biogärten, ist am Ende völlig schnuppe. Maßgeblich ist, dass der fein-aromatische Dry Gin aus regionaler Bewirtschaftung seines Gleichen sucht.

Die Berliner Brandstifter empfehlen ihren reinen Trunk in allen Variationen. Auf Eis, als HUGO BERLIN oder mit Champagner. Das würde ich erst mal nicht fertigbringen. Vielleicht nach der dritten Flasche. Vorher kommt bei mir nicht mal ein Eiswürfel ins Glas.

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