Camembert-Burger vom Börgerbüro

Ich war im Slims »Irish Corner« und habe im Börgerbüro einen besonderen Burger probiert: Leckeres Rindfleisch harmoniert hier bestens mit einem cremigen Camembert.

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Essenstechnisch sind die meisten von uns in diesen Adventswochen oft schon ein bisschen übersättigt. Weihnachtsfeiern stehen an und man geht im Pulk, mal freudiger, mal weniger freudig zu kulinarischen Großverköstigungen. Oft steht dabei, so habe ich das jedenfalls erlebt, die Geselligkeit im Vordergrund. Weniger der Genuss. Am Grenzwertigsten sind die Weihnachtsfeiertage selbst. In überbuchten Restaurants werden die Gruppen in Schichten durchgeschleust und mit übergarten Gänsekeulen und fadem Rotkohl abgefüttert. Daran musste ich jetzt denken, als ich nach einem langen Tag in Slims Irish Pub vor Anker ging. Den ganzen Tag reden, agieren, aufmerksam sein müssen und unterwegs sein. Und dann kam ich zugegebenermaßen ziemlich früh gegen sechs an der Kommisse an. Auf Kochen hatte ich keine Lust. Und außerdem musste ich meinen Kumpel Sam besuchen. Sam Harveys neue Küchenwirkstätte hatte ich schon in einem Beitrag für About Cities anpreisen dürfen. Kurz vor der Eröffnung hatte er ein Full Englisch Breakfast gereicht, das mich wehmütig an meinen ersten und leider einzigen Aufenthalt auf der Insel erinnert hatte. Und nun wollte ich endlich seinen Burger probieren. Oder wenigstens einen von ihnen.

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Überraschung als Teil des Genusses

Im Irish Corner war noch nicht viel los. Eine wirklich schicke Kneipe in Wolfenbüttel. Viel Holz, wenig Gedöns. Das Licht gedämpft und aus den Lautsprechern plätscherte fröhlich irische oder englische Musik. Genau das Richtige nach so einem Tag. Ein Tag, an dessen Ende man am besten nichts entscheiden möchte. So überließ ich Sam die Burgerwahl. Ein Exemplar mit Camembert. Das hätte ich nicht probiert. Zugegeben. Aber Überraschung ist Teil des Genusses. »Ich fand, dass die Verbindung einer Grilltomate, das fruchtig Saure und der eher kräftige Geschmack vom Camembert zusammen passen würde«, erklärt er die Kombi. Und Warten und Vorfreude verschafft ebenso das perfekte Genusserlebnis. Während ich mich langsam entspanne, trinke ich ein Gläschen frisch gezapften Cider. Eine wirklich gute Alternative zum Bier. Dann der Burgerteller: Leckere Pommes. Die werden immer zuerst genascht. Ein saftiges, nicht zu weiches Burgerbrötchen. Und ein leckerer Belag. In der Tat. Nichts gegen den üblichen Cheddar. Aber Purismus ist kein Selbstzweck.

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Alles rund

Tomate und Camembert. Ja das passt gut. Aber noch besser fand ich die Harmonie zum bestens gebratenen Rindfleisch, das Sam Harvey meistens aus der benachbarten Fleischerei Heine holt. Auf jeden Fall immer regional. Rindfleisch ist dominant. Der Camembert ebenfalls. Das gibt einen guten Ausgleich. Alle Saucen ordnen sich dem unter, ohne dabei lasch zu wirken. Dass ein kleiner schnuckliger Salat dazu gereicht wurde, möchte ich nicht verschweigen. Als ich fertig bin – satt und glücklich –, kommen langsam die ersten Gäste. Bevor die Weihnachtsschmausereien drohen, war das ein geradezu stiller Genuss. Und zwischen der einen oder anderen nicht zu vermeidenden Feier werde ich bestimmt vor Weihnachten noch einmal vor Weihnachten das Börgerbüro besuchen und eine andere Burgerkreation probieren. Mit Cider versteht sich.




Mad Dukes stellen sich bei Tires vor

Das sind die richtigen Aktionen, um die Innenstadt in Wolfenbüttel zu beleben. Als jetzt am Samstag die Fußgängerzone in ihren üblichen Tiefschlaf zu sinken begann – außer die lebendigen Fluchtpunkte der leider weit auseinanderliegenden Kneipen – da brachte Nourdin Tires noch einmal Leben in sein Bistro. 

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Über Tag steht der Streetfooder hinter seinem Grill und zaubert Burgerkreationen, Sandwiches, backt Puffer oder bietet zusammen mit seiner Mutter in dem kleinen Familienbetrieb Suppen, Quiches oder Glühwein an. Immer mit einem freundlichen Lächeln. Und nun, statt das wohlverdiente Wochenende zu genießen, legt er sich schon vor 18 Uhr ins Zeug, um seine erste kulinarische Veranstaltung zu stemmen. Eine Idee, die irgendwann bei einem guten Burger geboren wurde. Oben, in der ersten Etage, ist gut Platz für kulinarische Themenabende. Und so waren also die Wolfenbüttler Mad Dukes zu Gast, die ihr Projekt von einem handgemachten Bier vorstellten. Nourdin sorgte mit seinem Entenkonfit-Burger für das leibliche Wohl.

Gelungene Präsentation

Da ich selbst in Wolfsburg war – Kulinarisch38 braucht dringend weitere Foodscouts und Autoren, um alles in Sachen gutes Essen und Trinken abbilden zu können –, bat ich meinen Sohn, um die Veranstaltung zu besuchen. Anfang zwanzig, ist er gleich die Nagelprobe, ob das, was dort mit Bier und Burger geboten wurde, auch ankommt, wo es ankommen soll. Denn Wolfenbüttel braucht junge Leute und frische Ideen. Und das Urteil fiel gut aus: »Das waren nette Jungs, die ein echt gutes Bier gemacht haben. Und ein super Burger.« Also Leute: Man kann in Wolfenbüttel bleiben. Im Angebot: ein Weizen, ein Pils. Das Weizen sei »markant« gewesen – die Probeflasche für zuhause verschwand auf mysteriöse Weise 😉 – mit deutlich weniger Süße als das, was er kenne. Demgegenüber seien beim Pils deutlich mehr Fruchtaromen zu entdecken gewesen. Das Ganze sei mit der biertypischen Herbe eine gelungene Kreation. Das Crowdfunding-Projekt läuft offenbar gut und so stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Lessingstadt nächstes Jahr um eine Bierattraktion reicher sein wird.

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Weitere Pläne

Ein schöner Abend also. Gute Stimmung und die Aussicht, dass weitere Themenabende kommen. Zum Beispiel ein Whiskyvortrag. Vorerst wird Nourdin Tires aber erst einmal noch Vollgas geben bis Weihnachten. Die große Baustelle auf dem Krambuden ist für ihn, wie für alle Gewerbetreibenden ein großes Problem. Darum sind die Themenhöfe eine gute Sache. Hinter dem Standesamt wird der Streetfooder jetzt an den Wochenenden die Gäste von nah und fern mit seinen Entenkonfit-Burgern und dem leckeren Glühwein, der – in Bioqualität – auch geschmacklich ein echtes Highlight ist, verwöhnen. Mit solchen Aktionen wird die Innenstadt belebt. Allen Beteiligten – einschließlich meins Sohnes, der mich mit den nötigen Infos für den Beitrag versorgt hat, sei Dank.




Eine Oase mitten im Zentrum von Wolfenbüttel

Was kulinarisch ist, hängt nicht selten vom Auge des Betrachters ab. Neulich fragte mich jemand, warum wir bei Kulinarisch38 eine Currywurst besprechen würden. Die Antwort liegt in der Subjektivität von Geschmack. Der Duden gibt zur Erklärung Synonyme an die Hand: genießerisch, genussfreudig, sinnenhaft, lustvoll. Und das kann viel sein. Wenn ein Gourmetkoch die Hand anlegt. Aber genauso, wenn man nach einer langeren Wanderung aus dem Rucksack einen Laib Brot hervorholt und ein Stück Mettwurst dazu genießt. Vor allem ist Genuss mit Erinnerung verbunden – und Geschmack. Der Wolfenbüttler Koch Sam Harvey, der jetzt mit seinem Börgerbüro in Slims Irish Corner auf der Komisse gezogen ist, erinnert sich an sein persönliches Geschmackserlebnis. Es ist wieder eine Currywurst. Wir treffen uns auf dem Wolfenbüttler Wochenmarkt bei Piske:

Sam Harvey

Sam Harvey

»Es ist früh am Morgen. Fit und ausgeschlafen stehe ich auf, das fällt mir nicht heute nicht schwer.

Normalerweise hat der Tagesanfang einen strukturierten Ablauf. Der erste Mensch, auf den ich treffe, ist meine Mutter, mein Vater ist noch früher aufgestanden als ich und schon fleißig am Arbeiten. Jetzt heißt es Waschen, anziehen und ab in den Kindergarten. Das Toben ist bestimmt genauso anstrengend wie die Arbeit von Papa, habe ich mal gesagt, heutzutage weiß ich es besser.

Der heutige Tag fängt allerdings ganz anders an. Heute bin ich zuerst wach. Das kann ich nicht auf mir sitzen lassen. Also ab zu Mama ins Schlafzimmer. Aufwecken ist angesagt. Mein Vater darf heute ausschlafen. Es ist der beste Tag der Woche, Samstag! Aufgeregt dränge ich meine Mutter dazu, endlich aufzustehen. Wir haben doch etwas vor. Heute bin ich der Boss! Die Zeit vergeht wie im Flug, schon sitze ich auf dem Rad. Es geht auf den Markt in die Stadt. Total aufgeregt sehe ich schon die Imbissbude, wo nur Frauen bedienen. Anders kann ich das noch nicht beschreiben. Ich habe meine Mutter als Kind nicht nach dem Namen des Standes gefragt. Und eigentlich ist es mir auch egal, wie er heißt. Es gibt aber eine Sache, die mir durchaus bekannt ist. Der Grund nämlich, warum ich so aufgeregt bin.

Heute bekomme ich doch von Rita oder Silvana meine Currywurst serviert. Mit ganz viel gelbem Pulver, dieses Curry. Wenn ich mich so umschaue, komme ich mir total erwachsen vor. Die Großen essen das nämlich genauso, und als Krönung gibt es zum Nachtisch sogar noch einen kleinen Dauerlutscher! Während meine Mutter noch mal um den Markt spaziert, um ihre Einkäufe zu erledigen, hänge ich wie ein alter Haudegen am Imbiss ab und beobachte das rege Treiben. Nicht nur am Stand, auch drumherum ist richtig was los. Das, was sich im Imbissstand abspielt interessiert mich am meisten. Selbst im größten Gewusel versorgen die Damen den hungrigen Marktbesucher. Im Akkord wandern Bratwürste, Pommes, Hamburger, Backschinkenbrötchen und allerlei anderer Leckerein über den Tresen.

Beinahe 30 Jahre später ist es, auch wenn nicht mehr ganz so regelmäßig, immer ein Ritual für mich, dort meine Currywurst zu essen. Oder noch eher eine Tradition!

Einige Dinge haben sich geändert. Hier und dort wurde etwas modernisiert. Auf der Speisekarte findet man unter den traditionellen Spezialitäten neue. Das ist völlig okay, man geht halt mit der Zeit. Außerdem merke ich, dass sich das Eigentliche nicht im Geringsten geädert hat. Bei liebevollem Klatsch und Tratsch über das Geschehen und kleinem Plausch über die neuesten Fußballereignisse wird mir meine Bestellung überreicht. Die kleine gebratene, nicht frittierte Currywurst ist schön deftig gewürzt und mit einer rustikalen Soße überzogen. Die Currygewürzmischung ein Stück frisches Baguette runden den Snack ab. Zusammen mit den Erinnerungen an meine etlichen Besuche hier am Stand, wird daraus schon fast ein Festmahl.

Gestärkt ziehe ich weiter meine Runde über unseren schönen Wochenmarkt hier in Wolfenbüttel. Der Ort wo es für mich diesen einen besonderen Stand gibt! Wie eine Oase steht sie mitten im Zentrum „Piske´s leckere Spezialitäten vom Grill…«




Tasting bei Tires

Marcel Hotopp und Nourdin Tires

Marcel Hotopp und Nourdin Tires

Nourdin Tires ist in Wolfenbüttel für seine feine Bistroküche bekannt. Unter den Krambuden sieht man ihn bei der Shoppingtour durch Wolfenbüttel am Grill stehen – jedenfalls, wenn keine Bauarbeiten stattfinden. Nun möchte der »Streetfooder« Genussfreunde in die Innenstadt locken, wenn sonst nicht so viel los ist. Am 19. November bittet er ab 18 Uhr Genussfreunde zu einem kulinarischen Stelldichein. Zu Gast hat er die Mad Dukes. Das sind die drei, inzwischen sind es vier Bierfreunde – Kulinarisch38 berichtete –, die im nächsten Jahr ein weiteres Craftbier in Wolfenbüttel anbieten wollen. In den Letzten Wochen waren die Herzöge kräftig am Probieren und sind jetzt so weit, dass sie ihr erstes Bier bei einem Tasting vorstellen wollen.

Eine gemütliche Runde

Nourdin Tires stellt dafür die Bühne zur Verfügung. Oben, im ersten Stock des Bistros, gibt es gemütliche Räume, die gerade jetzt im Herbst zum Verweilen einladen. Für das Biertasting geben sie ebenfalls einen perfekten Rahmen ab. »Ich denke, knapp 30 Leute können wir für diese Veranstaltung unterbringen, damit es eine gute Runde gibt«, freut sich Tires. Als Bier werden die Mad Dukes ihr 38er Kellerweizen vorstellen. Das obergärige Weizenbier wird zunächst 1 Woche im Keller gelagert, und bekommt dann noch eine zweiwöchige Flaschengärung, verrät Marcel Hotopp von den Mad Dukes.

Burger und Bier

Zu dem Bier wird es Leckeres aus der Küche von Nourdin Tires geben. »Wir werden ein hausgemachten Entenkonfit-Burger mit Ziegenkäse und Honig oder Cheddar Käse dazu auch ein hausgemachtes Zwiebelchutney zum Tasting anbieten«, verrät Tires. Als Unkostenbeitrag – Burger und Bier-Tasting – werden 15 € erhoben. »Ich freue mich auf die erste kulinarische Veranstaltung bei Tires bei der wir die Gäste nach Ladenschluss noch einmal verwöhnen können«, erklärt er. Anmeldungen sind jetzt möglich unter info@teeundsenf.de, Tel.: 05331/9452965 oder direkt im Laden.




Goslar im BurgerGlück

Im alt ehrwürdigen Goslar gibt es einen Burger, um den manch Berliner oder Münchner uns hier beneiden würde. Goslar ist im BurgerGlück.

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Am besten sind die unerwarteten Dinge. Wer nach Goslar kommt, der wundert sich nicht über eine zünftige Gastronomie mit heimischen Spezialitäten. Gose-Bier, Harzer Käse, Harzer-Höhenrind – das sind alles feine Sachen, die es lohnen, die Kaiserpfalz zu besuchen. Von den pittoresken Straßenzügen und der geballten Ladung von Geschichte mal abgesehen. BurgerGlück passt nicht in dieses Klischee. Oder vielleicht doch? Jacques Hahne und Andreas Fritsche sind jedenfalls echte »Goslaraner«. Und ihr Burgerparadies mitten in der Innenstadt der alten Kaiserpfalz haben sie gerade deshalb dort geschaffen, weil sie ihre Stadt lieben. Wir haben es uns in einer Ecke der gemütlichen Location bequem gemacht. Andreas Fritsche organisiert ein Ginger Ale – nicht von der Stange –, während Jacques Hahne noch in der Küche wirbelt. Es ist 17 Uhr. Im Laden ist schon ganz schön was los. »Das ist wenig«, lacht Andreas Fritsche. Als die beiden vor einem Jahr das Experiment »hippe Esskultur« in »ehrwürdiger Stadt« wagten, hätten die Gäste draußen angestanden. »Das hatten wir am Anfang ein bisschen unterschätzt, was da an Arbeit dahintersteckt. Das erste Jahr gab es kaum Luft für uns«, erinnert sich Fritsche, der schon einmal erzählt, wie das »alles so begann«.

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Beste Freunde

Später kommt Jacque dazu. Die beiden sind das, was man so »beste Freunde« nennt. Seit der Schulzeit. Und nun sind sie auch geschäftlich miteinander verbunden. Dass sie mal Burger, Saucen und Desserts kreieren und verkaufen würden, hätten sich die beiden wohl nicht gedacht, obwohl einer familiär aus dem Gastro-Bereich kommt. Vor dem kulinarischen Teil der Biografie haben sich die beiden – ebenfalls schon gemeinsam – mit Mediengestaltung und Marketing befasst. Und das sieht man. Internetseite. Karte. Inneneinrichtung. Im Burgerglück ist nicht nur das Essen gut, wie ich nach dem Gespräch gleich erleben kann. Form und Inhalt stimmen überein. »Wir hatten Freunde und Familie, die das Projekt kräftig mit unterstützt haben«, erzählen die beiden. Aus einem gemütlichen Lokal, das den Charme vergangener Zeiten ausgestrahlt haben mag, wurde durch fleißige Hände vor allem in Eigenarbeit eines mit modernem Ambiente. An den Wänden bunte Cartoons, die traditionelles aus dem Harz und heutige Lebensart miteinander verbinden. Die »Essanweisungen« in der Karte zeigen: Die beiden haben Humor. Und generationenübergreifende Gäste, wie sie betonen.

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Am liebsten Burger

Jacque Hahne und Andreas Fritsche haben sich ganz und gar mit dem Konzept verbunden. Der Grund, warum es gerade ein Burgerladen sein sollte, ist leicht erklärt. Die beiden lieben Burger und wollten in Goslar einen handgemachten essen. Leidenschaft überbrückt Gräben, wie der Journalist, Dichter, Philosoph, Schauspieler, Historiker,… Egon Friedell schon vor fast hundert Jahren so schön formulierte, als er das Loblied auf den »Dilettanten« sang – nur bei dem deckten sich Mensch und Beruf, stellte er fest. Wenn Jacques Hahne über seine Burgerkreationen spricht, ahnt man, was damit gemeint ist. Alles, bis zu den Saucen, wird selbst hergestellt und mit Leidenschaft verarbeitet. Andreas Fritsche, der sich vor allem um Service und Buchhaltung bei dem Projekt kümmert, testet das regelmäßig aus: »Ich esse seine Burger am liebsten. Und das gern auch jeden Tag.«, schmunzelt er. Bei seinem Geschäftspartner ist das seltener der Fall. Wer selbst in der Küche steht weiß, dass man zur eigentlichen Mahlzeit immer weniger Appetit hat. Nur neulich, erinnert sich Andreas, habe er mal wieder einen gegessen und zufrieden festgestellt: »Der schmeckt ja wirklich gut.«

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Und es schmeckt himmlisch

Und das kann ich nach dem Gespräch nur bestätigen. Zunächst: Hier kann man nicht nur Burger essen. Ein Menü ist ein richtiges Menü. Zum Start gibt es Fingerfood. Frittiertes Gemüse oder Mozzarellasticks mit herrlichen Dips. Dann der Burger. Der Western Onion. Ein Traum mit medium gebratenen Beef (auf Wunsch), Cheddar, Zwiebelringen und einer feinen hausgemachten BBQ-Sauce, die zwar leichte Rauchnoten hat, dafür trotzdem frisch und fruchtig wirkt. Ganz nach Anleitung versuche ich, das Kunstwerk zu halten und ohne Besteck zu essen. Bis zur Hälfte hat das auch ganz gut geklappt. Wenn ich den Abschlusstipp von Andreas Fritsche beachtet hätte, hätte ich das komplett geschafft: »Erfahrene Burgergenießer halbieren den Burger vorher.«, erklärt er mir hinterher. Das ist vermerkt. Und zum Abschluss gibt’s noch einen American Cheesecake. So wie er sein muss. Leicht und cremig und lecker. Für die konditorischen Aufgaben haben die beiden eine Fachkraft, die für das Burgerglück zaubert. Am besten sind eben die unerwarteten Dinge. Und ob »morning glory« oder funky chicken«. Da steht so viel Unentdecktes auf der Karte, dass ich mich gern wieder überraschen lasse…

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Brunswick Burger kann auch mediterran

Brunswick Burger in Braunschweig hat eine neue Burger-Kreation im Programm: die mediterrane Variante mit Serranoschinken und Gemüse.

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Burger boomen. Bei den Großen sowieso. Burger King arbeitet seit Kurzem mit der Bestellplattform Lieferheld zusammen. In maximal acht Minuten sollen Burger & Co beim Gast ankommen. MC Donald wird nachziehen. Ob Pizza, Crêpes, Sandwiches oder eben die mit Rinderhack belegten Brötchenhälften. Teig und Belag passt immer. Neben den industriellen Fast-Food-Ketten bringen besonders die »Kleinen« Esskultur in das Fastfoodsegment. Dazu gehört in der Kulinarisch38-Region vor allem Brunswick Burgers. Letztes Jahr hatten wir den leckeren Pfifferling-Burger auf dem kulinarischen Radar. Den gibt’s auch in diesem Sommer. Neu hinzugekommen ist ein mediterraner Burger. Mit Serrano-Schinken und frischem Gemüse ist er eine gute Kombi aus spanischen und italienischen Anklängen. Das leicht angedünstete Gemüse schafft eine perfekte Brücke.

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Lieber direkt aus der Südstraße

Dazu empfiehlt sich – neben einer Portion der unvergleichlichen Pommes bei großem Hunger – ein kühles Getränk. In diesem Fall war es ein gut gekühltes Ratsherren Backyard Beach Summer Ale. Eigentlich bin ich immer skeptisch, bei solchen Biervarianten. Aber das ist wirklich ein toll gebrautes Bier, das allein durch besondere Hopfen- und Malzsorten eine spezielle Note bekommt. Wie beim Wein kann man hier komplexe Fruchtnoten erahnen. Vielleicht etwas Citrus. Vor allem jedoch ist das Bier für zwischendurch frisch und klar im Geschmack. Und schließlich passt es zu der gelungenen Burger-Kreation, an die das Fertigfutter der großen Platzhirsche nie im Leben heranreicht. Deshalb sollte man auf bequeme Anlieferung verzichten und sich seinen Burger lieber direkt aus der Südstraße holen. Es lohnt sich.

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Südstraße 30, 38100 Braunschweig
Telefon:0531 25744081




Cristalli’s und der Zauber des ersten Bisses

Cristalli’s in den Schlossarkaden. Eine ideale Adresse um beim Samstags-Shopping auszuspannen und lecker zu genießen.

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Der erste Bissen ist immer der Beste. Dieser herrliche Raum zwischen Vorfreude und Sättigungsgefühl. Wenn man zubeißt, das Ciabatta erst kross spürt und dann allmählich alle Aromen entdeckt. Wunderbar. Um einen kulinarischen Genuss zu erleben, muss man nicht unbedingt ein ganzes Menü serviert bekommen. Manchmal reicht auch ein gut belegtes Ciabatta mit Parmaschinken, ein wenig Salat und einer Scheibe Tomate. Bei Cristalli’s in den Schlossarkaden in Braunschweig ist das eine feste Adresse für mich. Einkäufe sind heute Shoppingtouren. Und obwohl es gelegentlich als männliche Begleitung in den diversen Boutiquen meist mehr oder weniger komfortable Sitzgelegenheiten gibt, auf denen man zwischen zwei Kleidergrößen verschnaufen kann. Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo man etwas Ruhe mehr braucht. Und etwas zu beißen. Wer Glück hat und bei Cristalli’s einen Platz bekommt, ist dort dafür gut aufgehoben. Von den hohen Stühlen aus ist der Blick frei auf leckere Konfitüren, ausgewählte Weine, Essig, Öl und was das Herz begehrt.

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Spezialisten für Parmaschinken

Mein ausgesprochener Favorit ist das Ciabatta mit Parmaschinken. Das Gefühl, dass Parmaschinken nicht gleich Parmaschinken ist, das wird nach diesem wunderbaren ersten Biss sofort deutlich. Noch zarter, noch feiner geht’s nicht. Da verwundert es nicht, dass Cristalli’s erst im Dezember als »Prosciutto die Parma Specialist« vom Verband der Parmaschinkenhersteller ausgezeichnet worden ist. Die kulinarische Location ist damit eine der wenigen Fachgeschäfte, die mit der Auszeichnung international geehrt wurden. Dazu gibt’s in meinem Fall ausnahmsweise mal einen Cappuccino statt dem üblichen Espresso, den die Bedienung mit einem freundlichen Lächeln serviert. Unter diesen Umständen wird die kleine Zwischenmahlzeit zum »Auftanker« und Seelentröster. Danach kann man frisch gestärkt weiter shoppen. Als Erinnerung kann man sich Vorspeisen, Salamis, Schinken- oder Käsespezialitäten mit dem passenden Wein mitnehmen. Und als Nächstes werde ich auf jeden Fall mal ein Pastagericht probieren.…




Der Entenconfit-Burger bei Tires

Etwas abseits vom Wolfenbüttler Weihnachtsmarkt kann man bei Tires auf dem Krambuden mit dem Entenconfit-Burger Street Food vom Feinsten genießen.

Nourdin Tires zaubert.

Nourdin Tires zaubert.

Manchmal muss man ein altes Stück aus der Vitrine nur einmal kräftig abstauben und polieren. Dann sieht man es mit anderen Augen. So ähnlich ist es auch mit Begriffen. Die Bratwurstbude von neben an hatte noch einen gewissen Charme, als man die drei Damen vom Grill im Fernsehen sah. Anschließend rollte die Fast-Food-Welle amerikanischer Schnellrestaurants über uns und spätesten mit dem Döner sieht die kulinarische Vielfalt beim Zwischendurchessen schon ganz anders aus. Der Imbiss heißt jetzt Street Food und da können verwöhnte Gaumen selbst eine schlichte Bratwurst wieder neu entdecken. Bei Tires in Wolfenbüttel ist das bereits seit Längerem so. Und gerade jetzt, wo man auf dem Weihnachtsmarkt in Wolfenbüttel gelegentlich mit an den Oberkörper gepressten Ellenbogen seine Leckerei zu sich nehmen muss, lohnt der kleine Abzweig auf den Krambuden, um zu schauen, was Nourdin Tires Neues im Angebot hat.

Dieser Burger braucht Zeit.

Dieser Burger braucht Zeit.

Der Street-Food-Worker zaubert

Seit Kurzem steht öfter ein Aufsteller dort, der einen Entenconfit-Burger anpreist. Nourdin Tires habe die Idee beim Stöbern im Internet entdeckt, erzählt er und habe sich sofort an die Umsetzung gemacht. Da hier aus dem Street Food echtes Slow-Food wird, ist die Verfügbarkeit nicht immer gewährleistet. Beim ersten Versuch klappte es nicht. Die Ente war da gerade erst gemächlich am Köcheln. Das zweite Mal aber war es so weit. Das Warten hatte sich gelohnt. Erst hatte Tires die Burgerbrötchen noch selbst gebacken. Dann, als die Burger erfolgreicher wurden, kooperierte der Feinkosthändler und Street-Food-Worker mit der Braunschweiger Bäckerei Mechau. Das Ergebnis lässt sich sehen und schmecken.

… und schmeckt himmlisch.

… und schmeckt himmlisch.

Genuss vom Feinsten

Bei der Zubereitung lässt sich Tires Zeit und die kann man am Krambuden nutzen. Man trifft Bekannte, hält ein Schwätzchen mit den Gästen – ob draußen oder drinnen im gemütlichen Café. Das Entenfleisch wird portioniert und auf dem Bräter erwärmt. Krosse Entenhaut ist die Gourmet-Alternative für Röstzwiebeln, das selbst gemachte Chutney ist ein orientalischer Traum mit süßen und säuerlich-würzigen Noten und ein leichter Senf rundet die Kreation ab, die mit Cheddar-Käse und würziger Rauke gekrönt wird. Der Entenconfit-Burger ist keine Alternative zum herkömmlichen Burger, sondern spielt in einer ganz eigenen Liga. Er demonstriert, dass Street Food beste Küche sein kann. Ganz ohne Beilagen wird man übrigens, nur zur Info, auch gut satt. In Wolfenbüttel ist der gute alte Imbiss also aus der verstaubten Vitrine geholt und bei Tires neu erfunden worden.




Von polnischer Gastfreundschaft und Pierogis im Café Zeit

Kulinarisch38 entdeckt die polnische Küche. Nicht etwa in Krakau oder Danzig. Wir besuchten das Café Zeit in Braunschweig.

Eva und Robert Zwolinski zaubern polnische Küche und Gastfreundschaft.

Eva Zwolinski und ein Mitarbeiter. Sie stehen für polnische Gastlichkeit.

Diese Geschichte fängt mit einem ein wenig zu dunklen Foto an. Bei Facebook hatte es fast vierzig »gefällt mir«. Und es zeigte natürlich etwas zu Essen. Kulinarisch38-Blogger denken immer nur an das eine… Auf dem Bild versteckten sich Piroggen oder Pierogis. Den Namen hatte ich schon irgendwie gehört. Und osteuropäisch wäre die grobe Einordnung. Aber ehrlich. Was wissen wir von der osteuropäischen Küche? Vielleicht Borschtsch. Oder Stroganow. Aber da beginnt das Problem. Bereits bei Borschtsch muss ich im Duden nachschlagen. Und ob man Stroganow mit w oder mit v schreibt? Keine Ahnung. Erst recht stellt sich die Frage: Wie mag die polnische Küche aussehen? Die meisten kennen wohl die chinesische Kochkunst besser als die unseres Nachbarlandes. Denn, ja, Polen ist unser Nachbarland. Mit vielen Höhen und Tiefen verbunden mit Deutschland. Statt Einklang bestimmten Krieg und Verwüstung lange das Bild. Und seit nun 25 Jahren haben wir die Möglichkeit, uns wieder kennenzulernen und anzufreunden.

Polnisches Bier zur Begrüßung im Café Zeit.

Polnisches Bier zur Begrüßung im Café Zeit.

Herzliche Begrüßung

Da waren nun also diese Pierogis. Etwas zu dunkel, das Bild. Wir teilten sie trotzdem bei Kulinarisch38 und bekamen umgehend Post vom Absender. Dem Café Zeit im Herzen Braunschweigs. Natürlich kennt man das Café. Wer ist als Schüler nicht mal dort gewesen? Durch die Glasfront im ersten Stock schaut man gemütlich auf das geschäftige Treiben der Fußgängerzone. Und nun gab’s die Einladung zu einem Kennenlernen. Die Begegnung mit dem Polnischen in Braunschweig. Hier war es gleich und zuerst eine unglaubliche Herzlichkeit, die man vom ersten Augenblick an in der Nachricht spürte. Erst recht bei dem kulinarischen Date »Im Sack 24«. Eva Zwolinski, die das Café, man müsste sagen Bistro oder Brasserie, seit acht Jahren mit ihrem Mann Robert führt, ist gerade im Eingangsbereich damit beschäftig, etwas Deko zu arrangieren. Gedämpftes Licht. Ein Bildschirm zeigt die Neuigkeiten des Tages für jene, die keine Lust haben, selbst im Internet herumzustöbern. Intensive Gespräche der Gäste. Dort ein Wein, hier ein Kaffee. Im Hintergrund, durch eine Glaswand getrennt, der Raucherbereich.

Polnische Krokiets.

Polnische Krokiets.

Polnische Spezialitäten in Braunschweig

Eva Zwolinski kommt gleich an unseren Tisch und berichtet fröhlich von den Plänen für das Café Zeit. »Ich habe mir gedacht. Warum sollen wir italienische Spezialitäten oder andere Sachen anbieten, die es sowieso schon gibt?«, erzählt sie. Stattdessen wolle man sich zukünftig auf die polnische Küche konzentrieren. Die ist uns gar nicht so fern, wie man an diesem Abend feststellen kann und doch hat sie ihre ganz eigene Note. Ein kühles Bier heißt willkommen. Und da wir zu zweit sind, kosten wir natürlich auch zwei Sorten. Ein milder Gerstensaft und ein herber. Beide gut. Mein einzige Vokabelkenntnis »Piwo«, kann ich anbringen. Immerhin. Dann gibt es eine herzhafte Vorspeise. Krokiets, die polnische Form der Krokette. Mit Käse und Pilzen gefüllt. Dazu gibt es eine feine und aromatische Brühe. Das ist ein gutes Kennenlernen. Die Aromen harmonieren. Kurzum: Es ist lecker.

Und Variationen auf das Thema Pierogi.

Und Variationen auf das Thema Pierogi.

Die Entdeckung der Pierogis

Mit unseren Videoleuchten bannen wir danach die Pierogis, bevor sie zum Verkosten freigegeben sind. Teigtaschen, die ein bisschen an schwäbische Maultauschen erinnern, sind da auf dem Teller schön dekoriert und duften verheißungsvoll. Darüber ausgelassener Speck. Da geht einem das Herz auf. Ganz unterschiedlich gefüllt – mit Kraut etwa oder Quark und Kartoffeln oder Fleisch. Das ist mehr als ein Snack. Wenn man abends nach dem Shopping in Braunschweig hungrig ist, dann ist das Café Zeit ein Besuch wert. Ein guter Service, eine Küche, die bestimmt viele nicht kennen und damit Geschmackseindrücke, die verwöhnen. Zum Abschluss gab’s einen Wodka mit Honig, der ein bisschen an den ostpreußischen Bärenfang erinnert. Jedenfalls war er schmackhaft. Und Kulinarisch38 wird sich die polnische Küche nun etwas genauer vornehmen. Schön, dass es sie in Braunschweig gibt.




»The Kings Nightcap« von Markus Weller

»The Kings Nightcap« heißt der Siegercocktail, den Markus Weller beim Finale des Carlos I Colegio del Brandy & Competition kreiert hat. Wir stellen ihn für die Kulinarisch38 -Region vor.

Sieger-Drink: The Kings Nightcap. Bild: Carlos I

Sieger-Drink: The Kings Nightcap. Bild: Carlos I

(PM/ JMK Muth Kommunikation GmbH). Am Montag, den 28. September 2015, ist Markus Weller aus Leipzig beim Finale des Carlos I Colegio del Brandy & Competition zum Sieger gekürt worden. In El Puerto de Santa Maria, der andalusischen Heimat der spanischen Nummer eins unter den Premium-Brandys, konnte er die Jury um Barlegende Charles Schumann, Spirituosenexperte Jürgen Deibel und Uwe Christiansen, Barbesitzer aus Hamburg, mit seiner Kreation überzeugen.

»Markus Weller hat mit seinem Drink ‚The Kings Nightcap’ ein nuancenreiches Geschmackserlebnis kreiert, welches die Weichheit und Vollmundigkeit des edlen Brandys perfekt herausarbeitet und seine charakteristischen Aromen von Vanille, Muskatnuss sowie die milde Süße auf elegante Weise betonen«, begründete die Jury ihre Entscheidung, den Titel an den F&B Supervisor Schwerpunkt Bar des »The Westin Leipzig« zu verleihen. Markus Weller setzte sich im Finale gegen 29 Barkeeperinnen und Barkeeper aus ganz Deutschland durch und trägt nun den offiziellen Titel des Primero del Carlos I Colegio del Brandy & Competition. Die Jury überreichte ihm als Preis zudem eine hochwertige Glaskaraffe aus dem Hause Schott Zwiesel mit Titelgravur, einen gravierten Cocktailshaker sowie eine Flasche Carlos I Imperial, der über 15 Jahre nach dem Solera Verfahren in Sherry Fässern bis zur Perfektion reift.

Sieger Markus Weller mit Preis. Bild: Carlos I

Sieger Markus Weller mit Preis. Bild: Carlos I

Rezept Siegercocktail »The Kings Nightcap« von Markus Weller

Zutaten:
3,5 cl Carlos I
1,2 cl Leyenda PX Sherry
0,5 cl Bénédictine
2 dp Mozart Chocolate Bitters 2 cl starken kalten Kamillentee
Zubereitung:
Alle Zutaten miteinander verrühren.

Garnitur:
schwarze Oliven

Glas:
Coupette