Auch im Brauhaus Goslar schließt Käse den Magen

Posted on Mrz 26 2014 - 4:21am by Andreas Molau

Im Brauhaus Goslar steht eine Käseplatte neu auf der Karte. Kulinarisch38 probierte und war begeistert.

Das Märzen vom Brauhaus Goslar.

Das Märzen vom Brauhaus Goslar.

Es gibt viele Gründe, warum man zum Abschluss eines guten Essens eine Käseplatte herrichtet oder sich herrichten lässt. Der Volksmund sagt, Käse schließe den Magen. Und tatsächlich haben Untersuchungen belegt, dass durch den Genuss des Milchproduktes der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Bauch straffer wird. Ernährungswissenschaftler weisen auf ein besonderes Sättigungsgefühl hin, das sich einstelle und Professor Dr. Dr. Stößer verweist auf die »protektive Wirkung des Käses«, welche die »Demineralisierungsphase in der Mundhöhle« verkürze. Sprich: Käse zum Ende des Mahls ist besser für die Zähne als Süßkram. Man kann so eine Platte, wie sie seit kurzem im Brauhaus Goslar serviert wird, aber einfach nur lecker finden.

Außerdem geht die kleine Mahlzeit überdies zwischendurch, so wie ich das bei der Verkostung des Goslarer Märzen kürzlich erlebt habe. So oder so: Was da so dekorativ auf der Schieferplatte angerichtet ist, sollte man auf jeden Fall probieren. Anfangen kann man mit einer Gabel frischen Salats – von der Deko muss auf dieser Käseplatte wirklich nichts übrig bleiben. Und die feine säuerliche Note des Dressings macht mit Sicherheit auch dann Appetit, wenn das der letzte Gang ist. Der Käse kommt aus der Region vom Demeter-Hof in Heiningen. Dort wird er nicht nur nach traditionellen Rezepten hergestellt, sondern reift auf unbehandelten Fichtenbrettern und wird täglich mit der Hand gepflegt.

Käseplatte mit Otto dem Milden in verschiedenen Variationen

Grundlage ist die Sorte »Otto der Milde«, einmal in einer Pfeffer-Variante, mit Koriander und als Möhre-Rauke. Schließlich gibt es ein Tartar vom Harzkäse, eine richtig pfiffige Idee. Der zerpflückte Harzer zergeht auf der Zunge. Und auch die Heininger-Sorten sind so lecker wie facettenreich im Geschmack – vor allem gut temperiert. Dazu wird das historische Goslarer Drei-Timpen-Brot gereicht. Das Wort Timpe ist uralt und nicht mehr gebräuchlich. Es bedeutet so viel wie »Ecke, Spitze oder Hügel.« Bis in die 50er Jahre gab es in ganz Deutschland Timpenbrot, manche sehen es als Vorläufer der Brezel an. In der Kaiserpfalz wird die Tradition wieder mit Leben erfüllt.

Was es nun mit dem Schließmuskel oder Demineralisierungsphase auf sich hat, mögen Wissenschaftler beurteilen. Mein Gaumen hat jedenfalls völlig unwissenschaftlich festgestellt, dass diese Käseplatte absolut wiederholenswert ist. Beim letzten Besuch in Goslar, die warme Märzsonne machte sogar möglich, dass ich sie mit dem Märzen zusammen draußen genießen konnte, schaffte ich nicht alles. Leider. Die einzig negative Erinnerung an das Essen ist deshalb, dass ich den restlichen Käse nicht in einer Serviette gewickelt habe. Aber aus Schaden wird man klug ;). Das nächste Mal kommt der Rest mit nach Hause, sollte etwas übrig bleiben.

Brauhaus Goslar
Inh. Odin Paul eK
Marktkirchhof 2
38640 Goslar
Tel. (0 53 21) 68 58 04

Öffnungszeiten:
Täglich geöffnet ab 11 Uhr
(Heiligabend geschlossen)
Warme Küche 11 – 22 Uhr

Den Käse gibt es auch im Hofladen des Klostergutes (Gutshof 2, 38312 Heiningen Telefon:05334 6792) und auf dem Wolfenbüttler Wochenmarkt mittwochs und samstags.

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