Im Schnittchen wird einem eine geschmiert

19. März 2014 von
Saskia Deubel vom Schnittchen: "Ich schmier Dir eins."

Saskia Deubel vom Schnittchen: „Ich schmier Dir eins.“

Das »Schnittchen« ist ein besonderes Café. Hier gibt es das, was man vom Namen erwartet. Aber noch vieles anderes Leckere mehr.

Als Kind war das eine tolle Sache. Donnerstags kam »Dalli Dalli«, und wenn man Glück hatte, dann konnte man nicht nur die Luftsprünge von Hans Rosenthal im Schlafanzug sehen. Manchmal gab es auch geschmierte Brote, Gürkchen oder einen Apfel dazu – Schnittchen. Daran musste ich denken, als mich mein Weg kürzlich in die Sonnenstraße in Richtung Altstadtmarkt führte. An der Ecke zur Güldenstraße liegt ein Café mit diesem wunderbaren Namen: »Schnittchen«. Die Betreiberin Saskia Deubel verspricht den Hungrigen: »Ich schmier dir eins.« Wer sie hinter der Ladentheke hantieren sieht, dem ist schnell klar, dass es sich hier nicht einfach nur um Stullen oder Brötchen handelt. Das Café ist ein echter Treffpunkt. Die Ernährungsberaterin ist die Fröhlichkeit in Person. Die Atmosphäre mit den Gästen heiter und vor allem offen.

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Das Café sei ein Lebenstraum gewesen, berichtet sie. Als Ernährungsberaterin habe Saskia Deubel immer wieder erfahren können, dass es mit der schlechten Ernährung schon am Morgen anfange. Figurprobleme seien die Folge, Unzufriedenheit und am Ende diverse Krankheiten. Deshalb geht’s beim »Schnittchen« gesund zu. Das kitzelt hier trotzdem den Gaumen und macht Spaß. In der Sonnestraße 14 kann man das montags bis freitags von 7.30 bis 17 Uhr erleben. Dann wird nämlich in der zum Caféraum offenen Küche gezaubert. Natürlich gibt es auch Schnittchen. Und zwar stets frisch. »Wenn man die liegen lässt, schmeckt das nur noch halb so gut«, verrät die Chefin. Bei Brot und Brötchen verzichtet sie auf schwere Remoulade.

Im Schnittchen gibt’s gute regionale Qualität

Die erschlage jede Zutat: »Am Ende dominiert nur das Fettige.« Ich probiere das selbstverständlich gleich aus. Und weil Vorurteile ab und zu mal auf den Prüfstand gehören, soll es der vegane Oliven-Kichererbsenaufstrich sein. Der ist mit seiner leichten Currynote und dem knackigen Grünzeug wirklich ein Gedicht. Das Vollkornbrot ist ebenfalls herzhaft. Die Bäckerei Mechau in Braunschweig, ein Familienbetrieb in fünfter Generation, scheint ein Kulinarisch38-Genusspunkt zu sein, der sofort auf die Kulinarisch38-To-do-Liste kommt. Von hier bekommt Saskia Deubel ihre Backwaren. Zwei Dinge sind für sie wichtig: Gute Qualität und Regionalität. Auch die Wurstwaren im Schnittchen stammen deshalb aus der Region: Von der Landschlachterei Neldner in Kissenbrück.

Das »Schnittchen« sorgt seit November letzten Jahres aber nicht nur für ein gutes Frühstück. Mittags gibt es eine Suppe. Leider konnte ich die Pfifferlingsrahmsuppe nicht probieren. Dafür eine kleine Quiche, die ich mir zu Hause im Ofen warm gemacht habe. Leicht, locker, lecker. Am Nachmittag serviert Saskia Deubel schließlich für die Gäste selbst zubereiteten Kuchen, Heimbs Café und – sehr sympathisch – Limonaden von Fritz. Eine Kuchensorte sticht mir ins Auge. Sie nennt sie einen 70er-Jahre Ananas-Kuchen. Kein Wunder, dass meine Gedanken zum Fernsehevent der Kindheit wandern. Während die behüteten Kindertage aber nicht mehr wiederkommen, werde ich mich im Schnittchen auf jeden Fall wieder kulinarisch verwöhnen lassen.

Schnittchen
Sonnenstraße 14
Braunschweig
Mo – Fr 7.30 – 17 Uhr

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