Cold Drip in Wolfenbüttel angekommen

Posted on Sep 17 2015 - 4:35am by Andreas Molau

Monika und Andreas Steinig vom Treccino haben das Cold Drip Verfahren für sich entdeckt und damit ist diese Spezialität in Wolfenbüttel angekommen.

Cold Drip mit gesüßter Kondensmilch und dem Mark einer Vanilleschote – beim Treccino.

Cold Drip mit gesüßter Kondensmilch und dem Mark einer Vanilleschote – beim Treccino.

In New York gibt es ihn schon länger. Und auch in den europäischen Metropolen wird inzwischen gern »kalter Kaffee« getrunken. Bereits vor Jahren haben Monika und Andreas Steinig von der Wolfenbüttler Rösterei Treccino das »Cold Drip«-Verfahren kennengelernt. Das ist ziemlich aufwendig. Denn natürlich wird in den Cafés nicht einfach abgestandener Kaffee serviert. Bei der kalt gebrühten Spezialität handelt es sich vielmehr um einen Extrakt. Das Wasser wird durch die gemahlenen Bohnen gemächlich durchgetröpfelt, damit alle Aromen aufgeschlossen und herausgeholt werden können. Diese Methode ist die verfeinerte Variante zum Cold Brew. Hier wird das Gebräu nur mit Wasser und gemahlenen Kaffee angesetzt und später filtriert. »Zuerst habe ich das gar nicht richtig ernst genommen«, erinnert sich Andreas Steinig. Auf Fachmessen sei die neue Spezialität vorgestellt worden. Wie das immer so ist, bevor man etwas Neues kostet: Erst nach einigen Begegnungen kam es endlich zum ersten Probieren.

Tröpfchen für Tröpfchen

Bei einem Ehemaligentreffen der Kaffeeschule in Hannover, bei der er zum Kaffeesommelier ausgebildet worden ist, habe jemand eine Vorrichtung gebaut, mit der man kalt extrahieren kann. Als Aperitif mit alkoholischen Getränken habe ihm der kalte Kaffee nun wirklich gut geschmeckt, erzählt Andreas Steinig. Und Monika Steinig experimentierte dann wenig später zu Hause gleich mit dem neuen Verfahren. Denn die beiden schafften sich eine solche Vorrichtung sofort an, die, wenn man bei dem Vorgang zuschaut, wirklich zum Meditieren anregt. Tröpfchen für Tröpfchen rinnt das Wasser durch den gemahlenen Kaffee und nimmt jedes Mal etwas von den Aromen mit, die in den Bohnen verborgen sind. »Ich habe nach dem ersten Versuch eine ganze Reihe von Mischungen hergestellt, die alle richtig gut schmecken«, erinnert sich Monika Steinig. Im Gegensatz zum einfacheren Cold Brew Verfahren ist Cold Drip im Ganzen zwar aufwendiger, dafür nuancenreicher im Geschmack.

Feiner Geschmack

In der Rösterei probiere ich erst einmal das unverfälschte Original. Das schmeckt schlanker als ein normal gebrühter Kaffee, aber hat alle typischen Kaffeearomen in sich. Die Konzentration scheint sogar höher zu sein. Bitterstoffe sind jedoch weniger zu schmecken. Dieses Getränk, das kann man sehr schnell im Selbstversuch feststellen, ist mehr nur als ein Mode-Gag. Große Zeitungen wie die Süddeutsche machen sich ja gern, auch das ist nichts als Zeitgeist, über die Kaffee-Nerds lustig, die stets auf der Suche nach neuen Geschmackseindrücken sind. Allerdings ist es am Ende eben wirklich so. Kaum ein anderes Lebensmittel verfügt über derartig viel Aromen. Und es ist zu schade, die durch uninspiriertes Zubereiten zu killen. Die Kreativität mit Kaffee ist also nachvollziehbar.

In der Lessingstadt angekommen

Inzwischen ist der Cold Drip in der Lessingstadt angekommen. Serviert wird er im Treccino nach einigen Feldversuchen mit gesüßter Kondensmilch und dem Mark einer Vanilleschote auf Eiswürfeln. Er ist damit eine echte Alternative zum herkömmlichen Eiskaffee. Eine wunderbare Mischung, von der man gerne mehr trinkt. So wie man Monika und Andreas Steinig kennt, werden neue Kreationen hinzukommen. Schließlich gibt es auch noch diverse Kaffeesorten, die man mit dem Verfahren kreieren kann. Was ist also schon New York. In Wolfenbüttel ist man, jedenfalls Kaffee technisch, stets auf dem neusten Stand.

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