Das Brot. kommt aus der Autostadt

Posted on Apr 11 2014 - 4:16am by Andreas Molau

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Bäckermeister Andreas Nölke. Bild: Pascal Gambarte

Bäckermeister Andreas Nölke. Bild: Pascal Gambarte

Die Brotmanufaktur Das Brot. in der Wolfsburger Autostadt ist eine wichtige Adresse für Genießer der Region. Qualität, Ruhe und guter Geschmack haben für das Inszenierungs-Team des automobilen Themenparks und Bäckermeister Andreas Nölke oberste Priorität.

Zugegeben, bei dem Wortspiel hätte ich verloren. Autostadt – da wäre Innovation, Technik, Spaß die erste Assoziation gewesen. Nicht: »Das Brot.«. Ein Irrtum, wie sich jetzt herausstellte. Die Autostadt ist nicht nur Kommunikationsplattform von Volkswagen, des Global Players mit regionaler Arbeitsplatzverantwortung. Durch den automobilen Themenpark am Stammsitz Wolfsburg kommen wir im Kulinarisch38-Bereich in den Genuss lokaler Gourmet-Tipps in der Autostadt, von denen viele sicher nichts wissen. Meine Person eingeschlossen. Das Brot. ist einer davon. Und wenn man durch die Autostadt schlendert, ist Staunen angesagt. Selbst im Hinblick auf die zehn Restaurants muss mit Regionalität, jahreszeitlicher Ausrichtung bis zur Nachhaltigkeit von einem gastronomischen Gesamtkonzept gesprochen werden. Das kommt auf die Kulinarisch38-To-do-Liste. Aber von vorn.

Beim Backen über die Schulter gucken

Von Braunschweig kommend ist die Autostadt kaum zu verfehlen. Ganz ohne Navi. Parkplatzsorgen sind fehl am Platze. Und wer sich auf dem Gelände nicht auskennt: Irgendwo läuft ein guter Geist herum, der freundlich Auskunft gibt. Die angelegte Landschaft am Mittellandkanal mit kleinen Hügeln, bunten Rabatten und filigraner Architektur ist nicht nur schön, sondern vor allem eine Oase in der »Servicewüste Deutschland«. Dass das Wetter mitspielt, erfreut. Um 14 Uhr bin ich mit Bäckermeister Andreas Nölke verabredet. Bis dahin bleibt mir noch ein Viertelstündchen, der Zeitpuffer vergeht wie im Fluge. Um mich herum herrscht reger Betrieb. Gute Laune. Einige Mutige trinken draußen ihren Kaffee. Andere blinzeln nur in den blauen Märzhimmel und genießen die Sonnenstrahlen.

Die Brotmanufaktur "Das Brot." ist für jedermann zu erreichen – nicht nur für Besucher der Autostadt.

Die Brotmanufaktur „Das Brot.“ ist für jedermann zu erreichen – nicht nur für Besucher der Autostadt.

Hinter der großen Fensterscheibe ist der Backraum zu sehen. Transparenz ist ein Leitmotiv der Autostadt Gastronomie. So sieht Backen sonst in der Vorabendwerbung aus. Nur, dass es hier Realität ist. So wie Andreas Nölke. Auch er könnte aus einem Image-Film stammen. Gut gelaunt erscheint er pünktlich im Cafébereich der Manufaktur. Die Atmosphäre ist heimelig. Die Wand erinnert an niedersächsisches Fachwerk und über dem Klappern und Raunen der Gäste spannt sich eine dachähnliche Stuck-Konstruktion. Handwerk ist hier auch Kunst. Bei einem Espresso kommen wir sofort ins Gespräch. Dass der Bäcker gerade eben in der Backstube geknetet hat, merkt man ihm nicht an. Gerader Blick, offenes Lachen. Andreas Nölke muss höchstens drei Sätze sprechen und man weiß: Der Mann liebt seinen Beruf. Als ich ihn am Ende frage, ob es in diesem Jahr Neuigkeiten aus der Backstube der Wolfsburger Autostadt geben wird, könnte man mit dem Interview gleich wieder von vorn anfangen.

Qualität statt Masse

Das Ausprobieren und kreieren von neuen Variationen, das sei wie eine Sucht, sagt Nölke. Ehe ein neues Backwerk fertig werde, brauche es Phantasie aber auch viel Geduld, bis alle Schwierigkeiten bewältigt wären. Dabei ist es die Menge gerade nicht, die Das Brot. auszeichnet. 14 Produkte seien im Angebot so Nölke, und auf diese 14 Produkte sei er stolz. Was das Angebot der Manufaktur Das Brot. angeht, setzte das Inszenierungs-Team der Autostadt mit dem Gastronomiepartner Mövenpick ganz bewusst auf die Devise »Klein, aber fein«.  Und was Nölke und sein Team täglich an frischen und hochwertigen Backwaren aus dem Ofen holen, ist die Bestätigung, dass man damit richtig lag. Von der überbordenden Auswahl mancher Großbäckereien hält man am Mittellandkanal gar nichts. »Konventionell werden vor allem Fertigbackmischungen eingesetzt. Da wird ein künstlicher Druck erzeugt, eine möglichst große Masse anbieten zu müssen. Verschiedene Geschmacksrichtungen werden vorgegaukelt. Dadurch entsteht jedoch in Wirklichkeit keine Vielfalt.«, so der leidenschaftliche Bäcker. Tatsächlich gleiche die Industrieherstellung den Geschmack an.

Für ihn sei es ein langer Prozess gewesen, das Bäckerhandwerk neu zu erlernen: »Ich habe früher selbst in einem ganz konventionellen Betrieb gearbeitet. Und da ging es weniger um gutes Brot als um Rendite. Hier kann ich mit den Grundstoffen arbeiten. Die genügen vollkommen, um Vielfalt zu kreieren.« Und Qualität in der Bäckerei ist für die Autostadt ein wichtiges Thema. Das Brot. arbeitet nach Biolandrichtlinien. Vorzugsweise werden alte Sorten wie, Dinkel oder Emmer verwendet, ebenfalls zum Einsatz kommt der aus Niedersachsen stammende Lichtkornroggen. Die Mühe wurde belohnt: als einziger Anbieter in der Region wurde Das Brot. vom Verband »Die Bäcker. Zeit für Geschmack« zertifiziert. Die Vereinigung setzt strengste Maßstäbe an die Produkte. Einer dieser Maßstäbe ist eine »Entdeckung der Langsamkeit« in der Produktion. »Geschmack kommt nicht durch die Schnelligkeit, sondern die Reifezeit. Und die Zeitdauer wird in der Brotmanufaktur nicht von Wirtschaftlichkeitserwägungen bestimmt, sondern allein durch den Teig«, so Nölke.

Langsamkeit hat ihren Preis

Langsamkeit hat ihren Preis. Dennoch weiß Andreas Nölke, dass die Backwaren eine große Kundschaft begeistern. »Die Entscheidung, bei uns Brot oder Brötchen zu kaufen, treffen viele Gäste sehr bewusst. Sie kommen beispielsweise am Wochenende ganz gezielt, um unsere Erzeugnisse zu Hause auf den Tisch zu bringen. Wenn die Qualität stimmt, darf es auch etwas teurer sein. Ich bin froh, dass sich dafür immer mehr Menschen entscheiden.« Als besonderen Service für die Außer-Haus-Kunden der Brot-Manufaktur gibt es kostenlose Parkplätze. Für die Sparfüchse macht Andreas Nölke noch eine andere Rechnung auf: »Wir müssen Lebensmitteln wieder einen höheren Stellenwert zuschreiben. Es werden so viele Lebensmittel weggeschmissen, dass mich das schon wütend macht. Also wie wäre es damit: Lieber weniger Brötchen kaufen und dafür keines wegwerfen?« Und was aus dem Ofen in der Autostadt kommt, kann auch ein bisschen länger liegen. Mit gutem Brot sei es wie mit gutem Wein, scherzt Nölke.

Dass dem so ist, konnte ich nach dem Interview testen. Allen voran war die Dinkel-Seele ein Hochgenuss. Beliebt war am Abendbrottisch überdies das Dinkel-Haselnuss-Brot, auf dem Süßes wie Deftiges gleichermaßen schmeckt. Und dass auch nach einigen Tagen, an denen ich das Brot so aufbewahrte, wie Andreas Nölke das empfahl. Offen und nicht eingepackt, mit der Anschnittseite auf dem Holzbrett. An die Assoziation – Autostadt – Brot – muss man sich sicher gewöhnen. Wer kulinarisch in der Region unterwegs ist, sollte das. Andreas Nölke wird’s freuen. Und den eigenen Gaumen sowieso.

Brotmanufaktur Das Brot.
In der Autostadt Wolfsburg
Servicehaus
Öffnungszeiten
Täglich 8:00 bis 18:00 Uhr

Kontakt und Bestellhotline: 05361 – 40 61 70 (täglich von 8.00 bis 18.00 Uhr)

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