Das Brot und die Tücken guten Benehmens

25. Juli 2015 von

Mit Brot dürfte nun alles klar sein, oder? Weit gefehlt. Babette Gott, Trainerin für Business-Etikette, zeigt in ihrer aktuellen Kolumne, dass es auch hier einiges zu beachten gilt.

Brot

Kein Menü ohne Brot. Das gilt nicht speziell für Deutschland, das »Brotesserland« schlechthin. Gerade in den Mittelmeerländern sind die schönen weißen Brote – vom Baguette bis zum Fladenbrot – ein unentbehrlicher Teil des Hauptganges. Oft ersetzt es sogar die Sättigungsbeilage, was bei einem klassischen deutschen Hauptgericht undenkbar ist. Hier machen Kartoffeln, Klöße oder Spätzle das Angebot von Brot überflüssig.

Daher wird es in der traditionellen deutschen Küche zumeist nur zur Suppe gereicht oder als kleiner Appetithappen, um die Wartezeit auf das Essen zu überbrücken. Dazu gibt es Aufstriche, die geschmacklich sehr dominant sind, wie Griebenschmalz oder Frischkäsezubereitungen. Hierzu wird eine eher rustikale Brotsorte geboten, z. B. Graubrot oder Bauernbrot, das Sie wie eine »Butterstulle« bestreichen und essen können.

Brechen, nie abbeißen

Das Brot zur Suppe und zum mediterranen Menü hingegen ist im Allgemeinen weißes Brot. Hier gilt der Grundsatz: Brot immer brechen, nie abbeißen! Sie zupfen sich stets mundgerechte Stücke ab, die Sie zur Suppe essen oder in die Sauce tunken und dann mit der Hand zum Mund führen.

Wenn Sie Baguette vor oder zwischen den Gängen essen wollen, nehmen Sie eine Scheibe und einen Klecks Aufstrich auf Ihren Brotteller. Jetzt brechen Sie ein mundgerechtes Stück ab und bestreichen es mithilfe Ihres Brotmessers. Vermeiden Sie es, den Aufstrich direkt aus dem Servierschälchen auf Ihr Brot zu schmieren. Das wirkt immer sehr rustikal und ist damit nur bei entsprechendem Ambiente empfehlenswert.

Wird anstatt eines festen Aufstrichs Öl und Salz gereicht, so können Sie das ebenso auf Ihren Brotteller träufeln und das Salz hineinstreuen.

Und wie ist es mit dem Auftupfen der Sauce vom Teller? Als grober Anhaltspunkt gilt: Je festlicher das Diner, desto mehr Sauce bleibt (leider) auf dem Teller. Sie werden es selbst spüren, ob Sie Ihr Brot gerade (völlig korrekt) als Sättigungsbeilage mit Sauce essen oder ob Sie damit Ihren Teller putzen.

Das Letztere überlassen Sie – auch wenn´s manchmal schwerfällt – doch besser der Geschirrspülmaschine…

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