Das „Zucker“: So kann ein Restaurantbesuch zum Kurzurlaub werden

Posted on Feb 8 2014 - 10:35am by Andreas Molau

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Gastronomie mit Kreativität und Leidenschaft: Alexander Riehl und Gesche Sonntag vom "Zucker". Bild: dat medienhus

Gastronomie mit Kreativität und Leidenschaft: Alexander Riehl und Gesche Sonntag vom „Zucker“.
Bild: dat medienhus

An der Frankfurter Straße im Artmax in Braunschweig liegt das „Zucker“, das Restaurant in der Raffinerie. Kulinarisch38 sprach mit den Betreibern, Gesche Sonntag und Alexander Riehl. Halb elf ist nicht wirklich Restaurantzeit. Deshalb sind die Milchglastüren im „Zucker“ noch verschlossen. Das trübe Wetter hat sich endlich einmal wieder verflüchtigt, Und wenn man durch die freien Glasflächen linst, sieht man die freundlichen Strahlen der Februarsonne. Nicht warm, aber mild. Ich bin verabredet mit Alexander Riehl und Gesche Sonntag. Die beiden betreiben das Restaurant im Artmax an der Frankfurter Straße. Die Pforten des Braunschweiger Gourmet-Tempels – wer kann schon von sich behaupten, vom „einzig wahren“ Guide Michelin empfohlen worden zu sein – haben sich inzwischen geöffnet und wir sitzen an einem hohen Bartisch – obwohl auf die kurze Begegnung ausgerichtet, trotzdem mit gestärkter Decke und dezentem Tischschmuck verschönt.

„Vier Jahre ist es her, am 15. Januar“, beginnt Alexander Riehl das Gespräch, hält kurz inne und korrigiert sich: „Am 17. Januar“. Gesche Sonntag sitzt daneben und lächelt verschmitzt: „Es war der 16. Januar 2010, da hatten wir die erste große Veranstaltung.“ Da begann also die Geschichte der beiden in Braunschweig. Zuvor waren sie auf gastronomischer Wanderschaft gewesen – quer durch die Republik und Österreich. Bis man sich gefunden habe. Riehl als Koch, Sonntag im Service. Auf der Reise haben sich beide kennengelernt, verbrachten eine Zeit gemeinsam am Wörthersee, bis das Schicksal sie in die Löwenstadt gebracht hat.

Kreativität, Leidenschaft und der Dienst für den Gast

Aller Anfang war auch hier schwer, bis man reinkam. Aber die beiden konnten sich bereits während ihrer Lehr- und Wanderjahre darauf einstellen, dass das gastronomische Gewerbe hart ist. Hart, aber enorm abwechslungsreich, berichtet Riehl. Man müsse Kochen und den Service mit Kreativität und Leidenschaft machen. Sonst werde das nichts. In Braunschweig sei man gut aufgenommen worden. Das „Zucker“ habe sich unter ihrer Leitung organisch entwickelt. Von Mund zu Mund Propaganda. Keine große Werbung. „Man sieht die Gäste einmal, zweimal, dreimal. Kennt sie allmählich, merkt sich Namen. Und die fühlen sich dann als Gast aufgenommen“, so Gesche Sonntag. Zum Essen gehen gehört nicht nur ein schmackhaftes Essen auf dem Teller, sondern vor allem auch ein gutes Ambiente.

Gerade bei einem Restaurant dieser Klasse gibt es bei vielen Menschen doch auch eine Hemmschwelle, meine Frage. Ist kulinarisch etwas für alle? Die Antwort ist nicht abgesprochen und beinahe synchron: Auf jeden Fall. „Wir haben manchmal Gäste“, berichtet die Restaurantfachfrau, „die fragen: Für wen ist das denn so schön eingedeckt worden. Und viele sind dann erst mal verblüfft, wenn ich sage: Nur für Sie.“ Es bedarf keines besonderen Anlasses, um auch aus der alltäglichen Nahrungsaufnahme, ein kleines Fest für alle Sinne zu machen. So kann ein Restaurantbesuch zum Kurzurlaub werden.

Die Rückkehr zum Ursprünglichen

Gutes Essen kann ganz einfach sein, erklärt Alexander Riehl. Eine Linsen- oder Tomatensuppe werde zur Delikatesse, wenn sie mit wertigen Zutaten frisch geschnitten und handwerklich gut zubereitet werde. Das ist der Grund, warum die beiden einen Kulinarisch-Service „To go“ ins Leben gerufen haben. Wer der tristen Einheitskost der Kantine oder des Imbisses entrinnen will, kann sich für wenig Geld mittags seine Suppe oder leckere Pasta holen. Das Konzept spricht sich rum, und während ich gegen zwölf die Mittagsmahlzeit an meinem Bartisch einnehme, herrscht tatsächlich reger Betrieb im Eingangsbereich.

Ich hätte es nicht unbedingt erwartet. Aber mein Entschluss steht während des Gespräches fest, als der Service auf der großen Tafel handschriftlich das Angebot des Tages notiert: Rindsroulade mit Rotkohl und Knödel. Das Lieblingsgericht meiner Kindheit und der Höhepunkt des Sonntags. Die Roulade etwas anders als Muttern – die machte keine Möhre und keine Gurke rein –, aber richtig lecker, und Erinnerungen an ferne Tage werden trotzdem wach.

Gerade so ein Gericht ist im Zucker kein Zufall. Der Trend in der guten Küche gehe weg von der Molekularküche und ihren experimentellen Gerichten. Gefragt seien ursprüngliche und ehrliche Gerichte: Gut ist, was gut schmeckt. Bei den Kulinarisch38-Exkursionen im Braunschweiger Umland, bei den Menschen, die hier mit gutem Essen zu tun haben, fällt mir auf, dass dies überall die Losung ist. Gute Zutaten, handwerklich gute Verarbeitung und ein ästhetisches Anrichten auf dem Teller sowie bei der Tischkultur. Das macht das Essen zum Erlebnis.

Die Sonne hält sich an diesem Tag und der hohe Speiseraum, den ich mir bald möglich auch einmal zur Abendzeit mit meiner Frau gönnen werde, ist in ein freundliches Licht getaucht. Das „Zucker“ ist wirklich ein Kulinarisch-Punkt in der Region, der zwar bereits seine Michelin-Auszeichnung hat. Der Kulinarisch38-Like, nicht ganz so bedeutend ;), ist an diesem Tag aber hinzu gekommen.

Zucker .
Restaurant in der Raffinerie
Frankfurter Straße 2
38122 Braunschweig

Telefon 0531 . 2 81 98 – 0
Telefax 0531 . 2 81 98 – 28
info(at)zucker-restaurant.de
www.zucker-restaurant.de

Öffnungszeiten:

Montag – Samstag
12:00 – 15:00 Uhr

und

18:00 – 23 :00 Uhr

 

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1 Comment so far. Feel free to join this conversation.

  1. Axel 8. Februar 2014 at 11:26 - Reply

    Das Zucker ist wirklich klasse! Bedienung kompetent und freundlich. Die Küche nicht übertrieben und affektiert und ganz, ganz klasse. Ein echter Gewinn für Braunschweig.

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