Der Wein&Wirt-Abend in der Brasserie an der Oker

14. November 2015 von

Die Brasserie an der Oker im Steigenberger Parkhotel Braunschweig bietet regelmäßig einen Wein&Wirt-Abend an. Kulinarisch38 hat sich die Veranstaltung Anfang November angeschaut, um sich ein Bild zu machen.

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Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme. Erst recht essen gehen. Und auch dort entwickelt sich viel. Gastronomen entdecken, dass diese Freizeitbeschäftigung noch vielfältiger gemacht werden kann, als man das gewohnt ist. Längst werden Kommunikation und Kulinarik kombiniert. In der Brasserie an der Oker im Steigenberger Parkhotel Braunschweig zum Beispiel. Da hat sich inzwischen der Wein&Wirt-Abend etabliert. Etwas abgelegen zwischen Bar und der eigentlichen Brasserie gibt es einen Raum mit einem gemütlichen Ambiente. Die Tische sind zusammengerückt zu größeren und kleineren Einheiten. Ein Erlebnis. Während sonst in Restaurants oft das »Prinzip der größtmöglichen Verteilung« zur Geltung kommt, treffen hier Menschen ab 18.30 Uhr an der Nimes-Straße zusammen. Manche kennen sich bereits vom letzten Wein&Wirt-Abend. Andere kommen beim ersten »Wartebrot« ins Gespräch. Wieder andere bleiben den Abend über bei sich und tauschen nur einige Worte mit den anderen Gästen aus. Eine besondere Atmosphäre und eine besondere Menüfolge, bei der man ganz schnell ankommt und nach kurzer Zeit tiefenentspannt ist.

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Ein Hauch von Weihnachten

Schon der Begrüßungscocktail lädt zum geschmacklichen Verweilen ein. Auf der Basis von Rotwein und braunem Rum harmonieren vorweihnachtliche Aromen miteinander. Beim Wein&Wirt-Abend fließt die Zeit langsam. Der Service spricht die kleine Gemeinschaft persönlich an. Begrüßt im Ganzen und im Einzelnen. Schließlich konnte für das Event Jürgen Giesel gewonnen werden. Früher jüngster Sommelier im Ritz Carlton in Wolfsburg, heute »Fachberater für Wein« und ein hervorragender Moderator für die insgesamt zehn Weine, die diesen Abend zur Verkostung anstehen. »Keine leichte Sache, es kommt harte Arbeit auf Sie zu«, schmunzelt Giesel zur Begrüßung und stimmt dann mit kurzen Beschreibungen von Produktion, Bodenbeschaffenheit, Geschmackscharakteristiken und Anekdoten auf die kleinen Kunstwerke ein. Ganz wichtig: Der inzwischen erfahrene Sommelier schwört nicht auf festgelegte Geschmacksmuster ein (Nach dem Motto: »Sie müssen jetzt dieses oder jenes schmecken. Sonst haben Sie keine Ahnung«), sondern er lädt die Gäste dazu ein, eigene Geschmacksassoziationen zu finden und für sich zu entdecken.

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Kein »Richtig« und kein »Falsch«

Wie es in geschmacklichen Dingen kein »Richtig« und kein »Falsch« gibt, können Aromenanklänge bei Weinen tatsächlich wirklich höchst subjektiv empfunden werden. Und so entspinnen sich bei den verschiedenen Weinen nicht nur interessante Gespräche zwischen den Gästen, sondern ebenfalls mit dem professionellen Weinkenner und dem Service, das umsichtig und präsent ist. Da gab es in der Riege der sehr verschiedenen Tropfen viel zu entdecken. Das Team um Küchenchef Tammo Siemers schaffte es, bei den Gängen immer wieder zu verblüffen. Da gab es etwa zu den Variationen vom Lachs mit Zitrone, Meerrettich und Brioche im ersten Gang einen Riesling, der ganz und gar untypisch war. Nicht nur der Name »No Sex« ist ungewöhnlich, sondern ebenso ein untypisch weicher Körper des Pfälzer Weines. Ungewöhnlich, weil mit einem herrlichen Bouquet von Holunderblüten war zum Beispiel ein weißer Bordeaux, der besonders gut mit einer »7 Kräuter Schaumsuppe« mit gestocktem Ei und Sauerteig Croûtons harmonierte.

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Wer die Wahl hat…

Zum nun beginnenden Herbst gab es die passenden Gänge. Eine Rosa gebratene Kalbsrückentranche etwa mit Thymianjus, sautierten Waldpilzen, Schwarzwurzeln und Kartoffelkrapfen. Dazu hatte man die Qual der Wahl zwischen einem kirschigen Chianti vom weltberühmten Marchese Antinori oder dem roten Bordeaux Chateau Senailhac Excellence. Beschlossen wurden die Menüfolge und der Abend mit Marzipan und Pflaume. Da wetteiferten Marzipanmousse, karamellisierte Pflaumen, Zimt Crumble und Orangenschaum um die Gunst des Gaumens. Und schließlich krönte ein Dessertwein von Oliver Zeter aus der Pfalz den hohen Genuss. Dieser klassische Sauvignon Blanc Dessertwein hört auf den schönen Namen »Sweetheart« und er macht ihm alle Ehre. Der Wein& Wirt-Abend ist etwas, das man sich im Kulinarisch38-Raum unbedingt auf den Kalender vermerken sollte. Die »Eintrittskarten« eignen sich als Geschenk. Denn hier erlebt man nicht nur einen genussreichen, sondern auch einen Kommunikationen Abend in wunderbarer Atmosphäre.

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