Erbsensuppe ist ein Longseller

Posted on Jan 23 2016 - 4:22am by Andreas Molau

In der Antike hat man sie gegessen. In allen Ländern ist sie beliebt. Die Erbsensuppe. Wir stellen ein Rezept aus der Region vor. Einfach und gut.

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In der Antike kannte man sie. Der griechische Dichter Aristophanes schildert in einer Komödie, wie Erbsensuppe auf den Straßen Athens verkauft wurde. Das war im 5. Jahrhundert vor Christus. Im Mittelalter war sie für unsere Vorfahren ein Grundnahrungsmittel. Im 19. Jahrhundert, als die Maschinen das Regiment zu übernehmen begannen, wurde sie eines der ersten Fertiggerichte. Unter dem Namen Erbswurst war sie beim Militär verbreitet. Ob, beliebt, ist nicht ganz so sicher. Das war vor allem zunächst praktischen Erwägungen geschuldet. Die frische, zarte Erbse, die am Hofe Ludwig XIV. zu kulinarischen Ehren kam – der Monarch schätzte das Gemüse besonders –, ist ein Saisonprodukt und muss rasch verarbeitet werden. Getrocknet sind die kleinen grünen Kugeln richtig lange haltbar. Sie sind auch noch gesund. Und vor allem, sie schmecken lecker. Diese leichte Süße der Erbse mit rauchigen oder gepökelten Aromen ist, vor allem am zweiten Tag aufgewärmt, ein echter Hochgenuss.

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Hier kann man mal experimentieren

Beim Thema Erbsensuppe kann wirklich mal getrost experimentieren und die eine oder andere Zutat ersetzen oder hinzufügen. Es empfehlen sich geschälte Erbsen. Die müssen nicht eingeweicht werden und haben eine bequeme Kochzeit von etwa 1 ½ Stunden. Wir haben bei unserem wärmenden Eintopf zunächst eine Zwiebel in Butter glasig gedünstet und dann ein gutes Stück Kassler, Wasser und Erbsen hinzugefügt. Das Ganze wird insgesamt so lange gekocht, bis die Erbsen breiig werden. Nach etwa einer Stunde Kochzeit werden gewürfelte Möhren und mehlig kochende Kartoffeln hinzugefügt. Auch Lauch würde passen. Bei geschälten Erbsen muss nichts mehr gestampft werden. Wir haben beim Kochen Majoran und Kerbel hinzugefügt und am Ende etwas Liebstöckel. Natürlich Salz aus Göttingen – das gute Luisenhaller und etwas Pfeffer.

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Die Einlage nicht vergessen

Je nach Geschmack kann man Bregen- oder Mettwürste als Einlage nehmen. Wir nahmen Wiener Würstchen. Wenn man die schon mit am Vortag reinschneidet, dann zieht der Eintopf richtig schön durch. Am nächsten Tag und noch besser beim zweiten Erwärmen sind alle Aromen wunderbar entfaltet. Ob man die Suppe sämiger oder flüssiger macht, das ist Geschmackssache. Wem sie beim Abschmecken zu flüssig ist, der kann noch einmal eine rohe Kartoffel reinreiben und lässt das Ganze anschließend aufkochen. Allerdings sollte man beachten, dass die Erbsensuppe nach einer Nacht von allein sämiger wird. Das sollte man also erst vor dem Essen ausprobieren. Mit einem Brötchen oder Brot ist die Erbsensuppe vor allem in der kalten Jahreszeit ein leckeres Essen. Kein Wunder, dass sie zu allen Zeiten und in allen Ländern gegessen worden ist.

Zutaten für vier Personen:

300 g grüne Schälerbsen
400 g Kasseler
1 EL Butter für die Zwiebeln
1 Zwiebel
1 TL Majoran
1 TL Kerberl
½ Teelöffel Liebstöckel
300 Möhren
300 g Kartoffeln
Würstchen
Salz, Pfeffer
1 ½ Wasser

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