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Kategorie: Gedanken zum guten Essen - kulinarisch38.de

Wir feiern den Tag des Apfels

Beim sonntäglichen Durchblättern der Angebote stieß ich jetzt auf die Information, dass diese Woche Apfeltage sein sollten. Der Tag des Apfels? Bei der Recherche kommt tatsächlich heraus: Der 11. Januar ist der Tag des »deutschen Apfels«. In Österreich begeht man diesen Aktionstag am zweiten Freitag im November. Das Kernobst hat bekanntlich nicht nur historische Dimensionen und ist, wenn man an die Schöpfungsgeschichte glauben möchte, für unsere täglichen Unbilden verantwortlich. Bananen hin, Orangen her. Äpfel sind der Deutschen liebstes Obst.

Gesund geht um die Ecke

Gut 17 Kilo wurden 2012 in jedem Haushalt vertilgt. Der Apfel-Aktionstag wurde von den deutschen Apfel-Erzeugerorganisationen im Jahr 2010 gegründet und dient sicherlich vor allem Marketingzwecken. Aber das hat der Apfel wirklich verdient. Gerade vor dem Hintergrund immer exotischer werdenden Heilsversprechungen von Superfrüchten aus aller Herren Länder, sollte man daran denken. Was hier, ziemlich klimaneutral, um die Ecke wächst, hat auch schon ganz schön was unter der Schale.

Auswahl und Verarbeitung

Hier in der Region kann man zum Beispiel wunderbare Exemplare vom Obsthof Riess kaufen. Die Auswahl ist ebenso riesig wie die Geschmacksnuancen. 15 Sorten wurden ab September geerntet – darunter Rubinette, Topaz, Boskoop, Grafensteiner, Jonagored, Jonagold, Cox Orange, Elstar, Breaburn, Alkmene,… Wie wäre es also mit einem noch warmen Apfelstrudel? Rezepte gibt es viele. Wir empfehlen eine Version aus der Hofbackstube Schönbrunn – nach alt Wiener Art. Das Rezept gibt es hier. Sehr lecker und einfach zuzubereiten ist auch der Apfelkuchen unserer befreundeten Blogs giftigeblonde. Hier geht’s zum Rezept.




Die Welt der Düfte – Gedanken zum guten Essen

Axel von Fliesteden beschäftigt sich heute mit der Welt der Düfte, mit Erinnerungen an vergangene Tage und dem Blick auf die Zukunft.

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Sie war eine meiner wichtigsten Bezugspersonen als Kind. Meine geliebte Oma Klara, die Mutter meiner Mutter. Meine übrigen Großeltern sind kurz vor oder nach meiner Geburt verstorben, sodass ich zu ihnen keine tiefe und langfristige Bindung aufbauen konnte. Auch deshalb wurde meine Großmutter für mich so ungemein bedeutungsvoll. Sie war schließlich meine einzige Oma und ich liebte sie sehr. Wir verstanden uns auch ohne große Worte, wurden einander nicht überdrüssig und verbrachten gerne Zeit miteinander. Schnell wurde ich zu ihrem Lieblingsenkel, der viele Wochenenden auf ihrer Couch im Wohnzimmer verbrachte und ich kümmerte mich noch um sie, als ich schon lange den Kindesbeinen entwachsen war. Bis zu jenem traurigen Tag im November vor 11 Jahren, als sie an den Folgen einer missglückten Operation verstarb…

Duft und Erinnerung

Neben den vielen schönen Erinnerungen an gemeinsame Spaziergänge zum Ententeich, den auf Plattdeutsch vorgesungenen Kinderliedern und den zahlreichen Anekdoten und Erzählungen über ihre geliebte norddeutsche Heimat sind mir vor allem noch die Gerüche ihrer selbst zubereiteten Speisen bestens in Erinnerung. Kein Wunder. Schließlich entstehen 90% aller Sinnesendrücke beim Essen in der Nase. Immer wenn ich mich jetzt an den herrlichen Duft ihres Zitronenkuchens, Baisers oder ihrer zu besonderen Familienfesten zubereiteten Hühnersuppe erinnere, sehe ich sie wieder vor mir. So als wäre sie nur eine kurze Fahrtstrecke von mir entfernt, mit einer Schürze in der kleinen Küche stehend und darauf wartend, dass ich ihr dabei helfe den Teig für das weihnachtliche Spritzgebäck in Form zu pressen. Manchmal genügt bereits ein ähnlicher Duft, der mir in die Nase steigt, um diese oder andere Erinnerungen deutlich aus dem Unterbewusstsein zutage treten zu lassen.

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Das Geheimnis des Geruchssinns

Jeder von uns hat sicherlich schon eine ähnliche Erfahrung gemacht. Der Geruchssinn zeichnet uns mit kräftigen Strichen immer wieder Bilder auf die Leinwand unseres geistigen Auges, nimmt uns bei der Hand und führt uns zurück in nahe oder auch entfernte Winkel des großen Palastes unserer Erinnerung. Selbst lange verloren geglaubte Erinnerungen an unsere Kindheit, die erste große Liebe, die ersten verstohlen ausgetauschten Zärtlichkeiten und Millionen andere Begebenheiten sind eng verknüpft mit unserem olfaktorischen System. Dieses liegt nicht zufällig neben der Amygdala, unter anderem dem Sitz unserer Emotionskontrolle, sowie dem Hippocampus, welcher unsere Erinnerungen koordiniert.

Geruchstraining bewahrt Erinnerungen

Unser Autor Axel Reitz alias Axel von Fliesteden.

Unser Autor Axel Reitz alias Axel von Fliesteden.

Nutzen wir also die Möglichkeit, mittels Düften Erinnerungen zu bewahren! Der aromatische Geruch eines frisch gebrühten Kaffees am Morgen, lässt uns nicht nur besser in den Tag starten, sondern bewahrt uns zudem das Bild eines idyllischen Beisammenseins mit geliebten Menschen am Frühstückstisch. Das innen durchgängig rosa leuchtende Stück Rinderhüfte, aus dem köstlicher Fleischsaft austritt, mit köstlicher Knoblauchbutter gereicht, hilft dabei, bereits das Diner mit einer Angebeteten als solches unvergesslich werden zu lassen. Das vollmundige Bouquet eines schönen Rotweines mit leicht fruchtiger Note umschmeichelt nicht nur Nase und Gaumen, sondern trainiert auch unser Gehirn.

Gutes Essen besitzt einen guten Geruch und dieser hilft uns dabei, sämtliche Sinneseindrücke zu bewahren. Ein weiterer Grund also auf geruchs- und geschmacksneutrale Fertiggerichte tunlichst zu verzichten. Gaumen, Nase und Verstand werden es uns danken!

In diesem Sinne,

Bon appétit!

Ihr

Axel von Fliesteden




Artischocken – ein bisschen länger, raffinierter und französischer essen

Artischocken geben eine ideale Vorspeise ab. Babette Gott, Trainerin für Business-Etikette, verrät, was man beim Genuss dieser Delikatesse beachten muss.

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Die Artischocke ist eine distelähnliche Delikatessgemüse- und Gartenzierpflanze. Sie wird bis zu 2 m hoch und wächst im Mittelmeerraum. Zum Verzehr eignen sich ausschließlich die noch geschlossenen Blütenstände.

Die Artischocke war Heilpflanze des Jahres 2003. Ihr hoher Gehalt des Bitterstoffs Cynarin regt den Stoffwechsel von Leber und Galle an und wirkt stark cholesterinsenkend. Dazu wirkt sie appetitanregend, ist also eine ideale Vorspeise.

Obwohl der Artischockenboden, auch Herz genannt, der edelste Teil dieser besonderen Pflanze ist, ist die Artischocke als Ganzes ein interessanteres Gourmet-Erlebnis und durchaus eine Herausforderung für den ungeübten Feinschmecker.

Da sie teils mit den Fingern, teils mit Besteck gegessen wird, müssen sowohl eine Fingerschale (mit lauwarmem Wasser, Zitronenscheibe und Extraserviette) wie auch Messer und Gabel eingedeckt werden; dazu natürlich ein Ablageteller.

Mit Hand und Werkzeug

Zum Verzehr wird die Artischocke mit der linken Hand auf dem Teller festgehalten, mit der rechten werden die Blätter von außen beginnend abgezupft. Das Blattende wird in einen Dip getunkt, bevor das Fruchtfleisch mit den Zähnen abgezogen wird. Dann legt man es auf den Ablageteller.

Sind auf diese Weise alle Blätter verzehrt, säubert man sich die Hände in der Fingerschale und trocknet sie mit der beiliegenden Serviette ab. Jetzt ist der Fingerfood-Teil beendet.

Mit Messer und Gabel wird das Heu der Artischocke entfernt, sodass nur das Herz übrig bleibt. Auch dieses wird mit Besteck gegessen, nach Belieben mit Dip.

Verschiedene Soßen, wie z.B. ein Bearnaise-Dip, Avocadocreme oder eine Vinaigrette erhöhen den Reiz dieser gesunden und köstlichen Vorspeise, die jedes Menü ein bisschen raffinierter, ein bisschen länger und ein bisschen französischer macht.

Babette Gott ist Trainerin für Business-Etikette und leitet in Braunschweig KniggeAlarm.




Seelenfutter statt Hatzfraß – Gedanken zum guten Essen

Axel von Fliesteden erinnert sich heute an Lucius Licinius Lucullus. Der speiste nicht nur bei seinen Gelagen stilvoll, sondern vor allem auch, wenn er allein war.

Auch ein einfacher Salat kann hübsch angerichtet werden.

Auch ein einfacher Salat kann hübsch angerichtet werden.

Lucius Licinius Lucullus war nicht nur ein hochrangiger römischer Politiker und Feldheer, sondern auch ein in jeder Hinsicht umfassend gebildeter Mann des guten Geschmacks. Populär wurde der genussfreudige Bonvivant vor allem durch seine großartigen Festessen, die er geschmackvoll in großer Gesellschaft zu geben pflegte. Noch heute gilt deshalb der Begriff »lukullisch« als Synonym für erlesene und üppige Speisen.

Über ihn hat die Geschichtsschreibung eine denkenswerte Anekdote überliefert, die ich an dieser Stelle in eigenen Worten wiedergeben möchte:

Gleichwohl der gute Lucullus seine Bankette ebenso sehr liebte wie seine repräsentativen Pflichten als Gastgeber, zog er es eines Tages vor, völlig alleine zu speisen. Dass ihm von seinen bewährten und für ihre Kochkunst weithin berühmten Küchenchefs servierte Mahl behagte seinem hervorragend geschulten Gaumen allerdings nicht. Der Wein war nicht ordentlich temperiert. Die Sauce war fade und ohne Raffinesse zubereitet. Und dem Karpfen fehlte es an ausreichend Fleisch.

Wenn Lucullus mit Lucullus speist

Verblüfft ließ Lucullus seinen Hausdiener antreten, um sich nach den Gründen für die ungewohnt nachlässige Zubereitung des Essens zu erkundigen. Dieser erwiderte ihm kleinlaut, dass man vonseiten der Bediensteten nicht davon ausgegangen sei, sich besonders ins Zeug legen zu müssen, wenn der Herr doch ohne Gäste, ganz für sich alleine speisen würde.

Dem entgegnete der große Gourmet kühl: »Genau dann, wenn ich alleine speise, muss darauf geachtet werden, dass Lucullus mit Lucullus speist!«

In dieser Feststellung steckt eine Weisheit, die heute ungebrochen gültig ist, auch und gerade über 2.000 Jahre nach Lucullus Tod. Denn der kluge Mann hatte begriffen, was es bedeutet, mit sich selbst zu Tisch zu sitzen. Die überwältigende Mehrheit der Menschen hat davon allerdings keine Ahnung. Mehr noch, ihnen stellt sich in der Hektik des Alltages diese Frage gar nicht erst.

Anstatt die Ruhe, die Stille und den Frieden einer alleine eingenommenen Mahlzeit gebührend zu würdigen und zu genießen, flieht der moderne Mensch seiner Gewohnheit folgend vor diesem Zustand. Wer nicht Zeit und Lust hat, in einem überfüllten Fast-Food-Tempfel mit anderen von Einsamkeit geplagten Menschen gelbe Fettstängelchen und artverwandte Geschmacksverstärker zu verschlingen, tut daheim alles, um ja nicht bewusst und mit allen Sinnen sein Essen zu sich nehmen zu müssen.

Lucius Licinius Lukullus und unser Autor Axel von Fliesteden.

Lucius Licinius Lukullus und unser Autor Axel von Fliesteden.

Handy aus und dann essen

Während der Fernseher läuft, werden die neuesten Mails auf dem Computer abgerufen und fleißig Textnachrichten in die Tastatur des Handys gezimmert. Die Aufnahme von Nahrung spielt dabei nur eine äußerst untergeordnete Rolle. Hastig werden nach Nichts schmeckende Fertiggerichte hineingeschaufelt. Der Verzehr von Tiefkühl-Pizzen, Burgern aller Art, als Mahlzeiten verkleideten Fischabfällen und allerlei in Sauce zu Tunkendem steht viel zu oft auf dem Speiseplan. Mit Genuss oder gutem Essen hat das nichts zu tun, im Gegenteil. Solcherlei Fast Food ist teuer, teurer jedenfalls als selbst zu kochen, nahezu geschmacklos und auf Dauer ungesund. Nicht nur für die eigene Gesundheit, sondern auch für die Kultur des Essens und das eigene Wohlbefinden.

Deshalb täten wir alle gut daran, uns an die Worte von Lucullus zu erinnern, wenn wir wieder einmal vor der Frage stehen, ob wir die Möglichkeit alleine zu Essen einfach vergeuden sollen. Oder besser doch die Gelegenheit nutzen, um uns eine Auszeit vom Stress und der Beschäftigung des Alltages zu gönnen, indem wir in Ruhe ein schönes Mahl zubereiten. So können wir Abstand gewinnen und uns selbst etwas Gutes tun.

Und mal ehrlich, ein Glas Rotwein von der Côte d´Or zu einem zarten Filet zusammen mit ein paar frischen Salatblättern und einem knusprigen Baguette bei sanften Melodien genussvoll und in aller Seelenruhe serviert, schmeckt nicht nur viel besser als Eilmampf und Hatzfraß aus dem Fast-Food-Bunker, sondern wäre auch einem Diner von Lucullus mit Lucullus absolut angemessen.

Ihr

Axel von Fliesteden




Zeit zum Genießen – Gedanken zum guten Essen

Unser Autor Axel von Fliesteden bricht eine Lanze für Qualität beim Essen. Weil man damit Gutes tut. Für sich und andere.

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Es duftete lecker im letzten Sommer. Der Geruch vom gegrillten Fleisch lag in der Luft. Männer standen an ihren George Foreman-Grills, wendeten billigstes Fleisch, verzehrten es im Laufe des Abends kiloweise und kamen sich dabei unheimlich männlich vor. Die Sache ist nur: Mit Männlichkeit hat das nicht viel zu tun, eher mit Einfältigkeit.

Versteht mich nicht falsch, ich bin keiner von den grünen Öko-Freaks, die planen mit dem Veggie-Day die vegane Zwangsernährung über die kalte Küche vorzubereiten. Und wer mir mit dem Spruch kommt »Dieser Gemüsebratling schmeckt genauso gut wie ein Hamburger«, steht für mich auf einer Stufe mit jemandem, der behauptet eine Gummipuppe würde sich so anfühlen wie eine echte Frau.

Ein »wahrer Mann« ist allerdings auch einer des Geschmacks und der sinnlichen Genüsse. Einer, für den Essen nicht bloß der Nahrungsaufnahme und notdürftigen Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen dient, damit die Grundlage vorhanden ist, sich ohne verfrühtes Delirium möglichst viele Biere hinter die Binde kippen zu können.

Ein bisschen »Junk-Food« ist ok

Ein genießt sein Essen und nährt seinen Körper genauso vernünftig und gewissenhaft wie seinen Geist. Ab und an ist ein bisschen »Junk-Food« ja ganz okay. Ich meine, hey, keiner von uns will mit einem Stock im Arsch durch die Gegend laufen, oder? Sich aber ausschließlich mit  industriell hergestelltem Müllschlucker-Fraß vollzustopfen, sorgt nicht nur für eine erotikneutrale Leibeshülle sondern bringt weitreichenden Konsequenzen für Entscheidungen und Entwicklungen in Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Kultur vor unserer Haustüre als auch im Rest der Welt mit sich.

Wer das für blödes Geschwafel erachtet und denkt: Pfff, was hat mein Steak auf dem Teller denn mit Politik und Wirtschaft zu tun, sollte sich folgendes vergegenwärtigen: In vielen Teilen der Welt werden täglich ganze Wälder in der Größe von 18 Fußballfeldern pro Minute abgeholzt. Zu über 70 Prozent geht diese Zerstörung auf die Schaffung Weideflächen zurück, damit genügend Futter für die zur massenhaften Fleischproduktion benötigten Nutztiere angebaut werden kann. Das hat lebensbedrohende Konsequenzen für viele Millionen dort beheimateter Tiere und Pflanzen, das Klima und die Grundwasserversorgung.

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Weniger ist mehr

Soweit, so schlecht. Was können wir als Otto Normalverbraucher nun dagegen unternehmen? Ganz einfach: Besser essen!  Lieber zwei oder dreimal in der Woche gutes Fleisch von regionalen Schlachtern oder Biohöfen verzehren als andauernd hormonverseuchtes Gammelfleisch aus der Tiefkühltruhe des Grauens im Supermarkt!  Das ist garantiert schadenfrei für den Regenwald, verursacht geringere Klimabelastung und schmeckt zudem auch weitaus leckerer.

Unser noch von Steinzeitgenen geprägter menschlicher Organismus braucht nicht mehr Energie zu sich nehmen, als er verbraucht. Das sind im Schnitt etwa 20 Kalorien für jedes Kilo, das wir auf den Rippen tragen. Für eine rundum ausgewogene und gesunde Ernährung benötigen wir Eiweiß, Fett, Mineralien, Vitamine, viel Wasser sowie in Maßen Zucker und Kohlenhydrate. Das ist schon alles.

Zeit zum Genießen

Jeder von uns kann sich, auch ohne ein Vermögen auszugeben, mit Qualität und Sorgfalt ernähren. Zudem ist nichts so teuer, ungesund und ungenügend für die tägliche Bedarfsdeckung wie Fast-Food. Statt der Currywurst aus der Mikrowelle also einfach mal einen leckeren Lammrücken zubereiten. Oder statt Nudeln mit Hackfleischsoße aus der Tüte köstliche Butternudeln mit feinen Albatrüffeln kredenzen. Das ist einfacher, als gedacht. Natürlich nehmen Auswahl und Zubereitung anspruchsvoller Speisen mehr Zeit in Anspruch als das bloße Aufwärmen von vorgefertigtem Billigfutter. Aber das sollte es auch!

Denn gutes Essen sollte ein Genuss für die Sinne sein. Wie ein beeindruckendes Gemälde, eine klangvolle Oper, eine interessante Skulptur oder der liebreizende Körper einer schönen Frau. Das sind wir nicht nur der Umwelt und den uns nachfolgenden Generationen schuldig, sondern vor allem unseren eigenen Lebenswerten und Geschmacksnerven.




Nehmen Sie sich Zeit – Gedanken zum guten Essen

Das fehlende Puzzleteil können wir selbst bestimmen, meint unser Autor Axel von Fliesteden – die Zeit.

Das fehlende Puzzleteil können wir selbst bestimmen, meint unser Autor Axel von Fliesteden – die Zeit.

In seiner aktuellen Kolumne beschäftigt sich unser Autor Autor Axel von Fliesteden mit dem, was wir uns beim Thema Essen nehmen sollten: Zeit.

Wir leben in hektischen Zeiten. Kaum haben sich am Morgen die Schleusentore unserer Psyche geöffnet, stehen wir auch schon unter Strom und unsere grauen Zellen werden mit 1.001 zur Erledigung harrenden Dingen überschwemmt. Ein Termin jagt den nächsten und durch die allgegenwärtigen IPhones, diese äußerst geschickt als Telefone getarnten Arbeitsgeräte, sind wir ständig auf Abruf. Jede freie Minute des Tages wird dazu genutzt, noch mal »schnell« die Nachrichten in Form von SMS, E-Mails oder Whatsapp-Beiträgen zu checken, Bilder auf Instagramm zu posten oder »kurz« ins Netz zu gehen, um dort die Social-Media-Profile zu aktualisieren.

Andernfalls könnten wir ja irgendetwas verpassen, nicht wahr? Und bei so viel Stress und Betriebsamkeit ist es doch ganz praktisch, nur einen Knopfdruck von einer Konversation mit Freunden und Familie entfernt zu sein. Allerdings ist eine beständige Unruhe in unserem Leben die Folge dieser geradezu manischen Beschäftigung mit den technischen Suchtmitteln dieser Tage. Mit katastrophalen Auswirkungen auch auf unsere Ernährung und unser Essverhalten.

Wir haben es in der Hand

Kaum jemand nimmt sich noch die Zeit, Essen bewusst und verantwortungsvoll zu genießen. Ganz gleich, was auf dem Teller landet: Hauptsache es kann schnell und praktisch zubereitet werden, ist die Devise. Kulinarische Vielfalt? Nachhaltige und umweltverträgliche Produktion von Lebensmitteln? Wahrung lokaler Traditionen? Geschmacksbildung? Fehlanzeige! Das »Fast Life« braucht das »Fast Food« wie der Fisch das Wasser zum Überleben.

Ernährung ist nicht nur mit unserem Wohlbefinden verknüpft, sondern auch mit politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen vor der eigenen Haustür und im Rest der Welt. Wir haben es in der Hand, ob unser Essen geschmackvoll, frisch und nahrhaft produziert wird und ob die Herstellung ohne Schaden für Mensch, Tier und Natur erfolgt.

Zeit bringt Genuss

Anstatt also wieder einmal die Tiefkühlpizza in den Ofen zu schieben oder eine Currywurst aus der Mikrowelle vor dem Fernseher oder PC zu verschlingen, rate ich Ihnen, sich stattdessen auf eine entspannte und genussvolle kulinarische Entdeckungsreise zu begeben. Lassen Sie den Feierabend wirklich Feierabend sein! Schalten Sie das Handy aus und entziehen Sie sich dem Stress des Alltages, indem Sie ein völlig neues Bewusstsein für Ihre Ernährung und dadurch auch für sich selbst entwickeln.

Interessieren Sie sich künftig dafür, wo ihr Essen herkommt, wie es schmeckt, wo es bewusst eingekauft werden kann und wie Sie es selbst geschmackvoll zubereiten können. Bringen Sie etwas über lokale Genuss-Traditionen in Erfahrung, kosten Sie Weine, von Anbietern Ihres Vertrauens, besuchen Sie Geschäfte, in denen handwerklich hergestellte Lebensmittel angeboten werden und vor allen Dingen: Nehmen und lassen Sie sich Zeit dabei!

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern anständige Gelage im Kreise der Lieben, kreative Menügestaltung, bodenständige bis großartige Speisen und das schöne Gefühl selbst über Gestalt und Ablauf zumindest eines Teiles der Freizeit bestimmen zu können!

Ihr

Axel von Fliesteden




Resteverwertung statt Wegschmeißen – Gedanken zum guten Essen

Resteverwertung statt Wegschmeißen – Gedanken zum guten Essen

Zu Schade um wegzuschmeißen.
Bild: Kulinarisch38

In unserer Kolumne „Gedanken zum guten Essen“ geht es heute um etwas, das in Zeiten der Not normal war: Die Resteverwertung. Dass unsere Konsumgesellschaft vor lauter Überfluß an Gütern zu einer regelrechten Wegwerfgesellschaft verkommen ist, wird besonders deutlich, wenn wir uns vergegenwärtigen, wieviele Lebensmittel jedes Jahr weggeworfen werden. Wir leben lange schon in einer Welt der Extreme mit Überschuß und Hunger, Verschwendung und Mangel.

In Europa werden jährlich rund 90 Millionen Tonnen Essen dem Müll übergeben, davon allein drei Millionen Tonnen Brot. Das würde ausreichen, um ganz Spanien zu ernähren. Pro Person werden in Deutschland jedes Jahr über den Daumen etwa 80 Kilo Lebensmitteln weggeschmissen, vieles davon noch frisch und uneingeschränkt genießbar. Der Gesamtwert dieses „biologischen Abfalls“ wird auf über 20 Milliarden Euro geschätzt.

Und Hand aufs Herz, wer von uns hat damit noch keinerlei Erfahrungen gemacht!? Das Brot ist ein wenig hart geworden? Weg damit! Eine einzelne Scheibe Toast hat ein wenig Schimmel angesetzt? Hinfort mit der gesamten Packung! Das Ablaufdatum des Joghurt ist um einen Tag überschritten? Ab in den Papierkorb damit! Selbst kleinste Druckstellen oder Verfärbungen bei Obst und Gemüse tragen unweigerlich dafür Sorge, dass die nicht mehr perfekte Nahrung unbesehen dem Abfall überantwortet wird. Das ist in Lebensmittelgeschäften genauso längst eine Selbstverständlichkeit wie in unseren heimischen Haushalten. Warum sich auch Gedanken darüber machen? Es ist ja schließlich mehr als genug vorhanden!

Gute Tipps statt moralischer Zeigefinger

Dass diese Mentalität in Anbetracht der massiven und ausufernden Hungerprobleme und auch der sich stetig ausweitenden Armut in den sogenannten Wohlstandsstaaten bestenfalls zynisch, wenn nicht sogar gefährlich und moralisch wie ökologisch absolut falsch ist, bedarf keiner großartigen Erklärung. Im Grunde wissen wir alle Bescheid darüber und es wäre lästig nun die Moralkeule noch weiter zu schwingen. Statt dessen möchte ich dem geneigten Leser lieber aufzeigen, wie einfach, bequem und angenehm es sein kann, mit unserer Nahrung kreativ und nachhaltig umzugehen!

Jeder von uns, der regelmäßig kocht und dabei nicht auf das Gramm genau vorhersehen kann, wieviel von den für das Mahl benötigten Ressourcen tatsächlich verbraucht werden, verfügt nahezu ständig über ein umfassendes Reservoir an Zutaten für die Kreation neuer und abwechslungsreicher Mahlzeiten!

Es sind noch Nudeln übrig? Und der Käse läuft bald ab? Wie wäre es dann mal wieder mit einem herzhaften Nudelauflauf! Die gekochten Kartoffeln waren einfach zuviel des Guten? Macht nichts! Schneiden, ab in die Pfanne damit, Salz, Pfeffer, Rosmarin oder gerne auch etwas Speck und Zwiebeln dazu und fertig sind die Bratkartoffeln! Die Äpfel verfärben sich schon ein wenig? Ab in den Topf und Apfelkompott daraus gemacht! Die Putenbrust war zu groß? Prima, dann können wir ja mal wieder einen schönen Salat mit Putenbruststreifen zaubern! Das Steak wurde nicht aufgegessen? Ab ins Eisfach damit, am Wochenende gibt es dann Geschnetzeltes!

Aus alt mach neu

Aus nahezu sämtlichen Lebensmitteln lassen sich mühelos eine Vielzahl von schmackhaften Gerichten zaubern. Die älteren Generationen, die noch nicht im schier grenzenlosen Überschuß aufgewachsen sind, haben aus der sinnvollen Resteverwertung von wertvoller Nahrung so manchen Klassiker der Kochkunst auf den Tisch gezaubert. Eintöpfe, Pfannengerichte und Aufläufe legen davon ein beredetes Zeugnis ab. Und sind es allemal wert, auch und gerade heute noch nachgekocht zu werden!

Die Idee, gute Nahrung nicht einfach so zu entsorgen und statt dessen weiter zu verwenden, ist nicht nur gut für unseren Geldbeutel und das ökologische Gleichgewicht, sondern auch für unsere Fähigkeit aus den vorhandenen Möglichkeiten kreativ und mit Freude wunderbare Gerichte auf den Tisch zu bringen! Nur so lernen wir nachhaltig, vernünftig und abwechslungsreich unsere Nahrung zu verwerten.

Setzen wir also dem grenzenlosen Zugang zu Nahrungsmitteln die Wertschätzung derselben entgegen. Wir können und werden davon in jeder Hinsicht nur profitieren!

Bon appétit!

Ihr Axel von Fliesteden




Mut und Lust zum Kochen – Gedanken zum guten Essen

Gutes Essen und richtige Zubereitung von schmackhaften Speisen sind eine Kunst. Nicht umsonst müssen Köche in Deutschland eine dreijährige Ausbildung absolvieren, in der ihnen von der Pieke auf beigebracht wird, wie eine anspruchsvolle Mahlzeit gefertigt werden sollte.

Natürlich ist auch der Ottonormalverbraucher durchaus imstande, mit wenigen Kniffen und Kenntnissen ein feudales Mahl auf den Teller zu zaubern. Doch was tun, wenn dafür einfach nicht die nötige Zeit – oder Lust – vorhanden ist? Schließlich steht nicht jeder von uns gerne stundenlang in der Küche. Und ist unser heutiges Leben nicht auch allzu oft von Hektik und Eile bestimmt?

Viele jagen von einem Termin zum nächsten und bevorzugen deshalb den Besuch eines guten Restaurants anstelle des Einsatzes an der Herdplatte. Und mal ehrlich: Wer spart sich nicht gerne den Abwasch? Zu besonderen Anlässen wie dem traditionellen Weihnachtsessen mit der Familie oder einem Rendezvous, bei dem der Schwarm mit den eigenen Kochkünsten beeindruckt werden soll, kommen wir dann aber doch nicht umhin, uns Gedanken über die Zubereitung eines wohlschmeckenden Gerichtes zu machen.

Einfachheit besticht

Und genau hier möchte ich allen Lesern einen Tipp ins kulinarische Stammbuch schreiben: Es muss nicht immer üppig und kompliziert sein! Manchmal können auch einfachste Mahlzeiten enorm verzaubern. Alles was dazu benötigt wird, sind ein paar edle Zutaten, die dem Essen eine aromatische Note verleihen und die Geschmackssinne streicheln. Genauso wie ein grauer und für sich genommen langweiliger Anzug mit einem hochwertigen Accessoire, wie etwa einem Schal oder Einstecktuch, enorm aufgewertet und anspruchsvoll gemacht werden kann, sind dazu erlesene Elemente in der Küche imstande.

Zwischen Dezember und März sind beispielsweise jedes Jahr diverse Wintertrüffel (auch Muskattrüffel genannt) in ausgesuchten Feinkostläden und Delikatess-Versänden erhältlich. Die Kilopreise dieser raffinierten Pilze muten zwar astronomisch an, allerdings werden für die Verfeinerung von Gerichten auch nur wenige Gramm dieser kleinen Kostbarkeiten benötigt. (Hände weg von sogenannten Billig-Trüffeln aus China! Qualität hat nunmal ihren Preis!). Ein denkbar simples, aber enorm leckeres Gericht ist damit schnell und völlig unkompliziert selbst für absolute Laien oder Kochmuffel zubereitet:

Trüffel trifft Pasta

Farfalle (oder je nach Belieben andere Nudeln) in gesalzenem Wasser al dente kochen, danach in guter Butter schwenken, auf angewärmten Tellern anrichten und abschließend mit einer Küchenreibe den zuvor vorsichtig und ohne Wasser (!) gereinigten Trüffel über die Nudeln reiben. Voilà! Das Essen ist fertig.

Was diesem Gericht optisch an Einfallsreichtum fehlt, wird durch den kräftigen und angenehmen Geschmack der exquisiten Zutat allemal wieder wett gemacht. Der Wintertrüffel lässt unwillkürlich das Gefühl aufkommen, die pure Essenz von Wald auf der Zunge zu haben und badet die Geschmacksnerven in einem herrlichen Aroma von Frucht, Pfeffer und Erde.

Wer trotzdem nicht auf eine Fleisch-Beilage verzichten möchte, könnte dazu passend einen Fasan (als edlere Alternative zur Gans) oder Wild servieren. Da der Wintertrüffel zur Gattung der schwarzen Trüffel zählt, zeichnet er sich im Gegensatz zu weißen Trüffeln (die niemals gekocht, sondern immer nur roh verspeist werden sollten) durch große Geschmacksintensität und dezenten Duft aus. Aus diesem Grunde eignet sich Wintertrüffel auch ganz vorzüglich zum Mitkochen sowie Garnieren sämtlicher Fisch-, Fleisch- und Schmorgerichte.

Dazu trinkt man einen kräftigen Weißwein, vornehmlich einen Burgunder, der durch seine Säure wie ein Spritzer Zitrone wirkt und dem Essen einen Hauch Leichtigkeit gibt.

Bon appétit, wünscht Ihr Axel von Fliesteden!

Beitragsbild: tom-sawyer  /pixelio.de