Jupiter MyCook im Kulinarisch38-Test

19. September 2015 von

Die Firma Jupiter hat uns für sechs Wochen ihren MyCook zur Verfügung gestellt. Eine kochende Küchenmaschine. Wir sind gespannt, was man damit machen kann.

Die Spannung ist groß.

Die Spannung ist groß.

Im Sommer habe ich das erste Mal so ein Teil in einem Küchenhaushalt gesehen. Ein Gerät, das kocht. Oder mit dem man kochen lässt. In diesem Fall war es ein smarter Thermomix. Sieht gut aus, fand ich. Nimmt viel Platz weg. Und wirft die Frage auf. Braucht man das? Die Einschätzung unserer Freunde machte neugierig. Ein derartiges Vehikel entspanne die Situation. Man könne etwas nebenher machen. Die Kochergebnisse seien beeindruckend. Demgegenüber stand die Erfahrung eines anderen Benutzers, der den Thermomix einige Wochen benutzt hatte und ihn als unpraktikabel zurückgab. Zu kleine Mengen für eine Familie. Am Ende habe er Eier drin gekocht. Dafür muss man natürlich keinen Tausender auf den Tisch legen. Fakt ist. Die Dinger sind beliebter denn je. Und inzwischen kommen auch immer mehr Konkurrenzprodukte auf den Markt. Da ich mit Vorwerk schon staubsauge, habe ich die Firma Jupiter angeschrieben, die sich seit 1921 mit dem Thema Küchenmaschinen beschäftigt. In der Presse wird der »MyCook« aus dem Hause des baden württembergischen Unternehmens als Hauptkonkurrent bezeichnet.

Ein Plätzchen ist gefunden.

Ein Plätzchen ist gefunden.

Mit oder ohne Anleitung?

In Wernau wird Kommunikation großgeschrieben, obwohl man bekanntlich im »Ländle« ja alles außer Hochdeutsch kann. Nach kurzem E-Mail-Wechsel konnte ich das Kulinarisch38-Anliegen vermitteln. Für sechs Wochen wurde mir ein Exemplar der neuesten Bauart zugesichert und landete dann auch kürzlich in Niedersachsen an. Was kann man damit machen? Verlernt man am Ende das Kochen dadurch? Nimmt es nur Platz weg? Der Karton war beeindruckend groß. Der Inhalt nicht größer, ohne das nachgemessen zu haben, als eine komfortable Küchenmaschine. Die ersten Feldversuche folgten zugleich. Wer kennt sie nicht, diese Neugierde, wen ein technisches Gerät vor einem steht, das noch unbekannt ist. Als Apple-Computer-Fetischist lese ich grundsätzlich keine Gebrauchsanweisungen (wenn es sich nicht unbedingt vermeiden lässt). Gute Geräte erklären sich von selbst. Hier fiel der Blick trotzdem erst mal in das schön gestaltete Buch im festen Karton. Das ist allerdings vom Aufbau und in seinen Erklärungen nicht sonderlich prickelnd – etwas umständlich und wenig an die Hand nehmend.

Die Schoko-Nuss-Creme schmeckt schon mal bestens und ist in sieben Minuten zubereitet.

Die Schoko-Nuss-Creme schmeckt schon mal bestens und ist in sieben Minuten zubereitet.

In medias res

Das Druckwerk zugeklappt wendete ich mich also dem Gerät selbst zu. Es sieht schön aus. Und ist funktional. Man sieht sofort, wie es zu bedienen ist. Der untere Aufsatz zum Entfernen des Messers ist etwas kniffelig, wenn man ungeschicktere Hände hat. Geht aber. Alle Teile machen, wie sagt man so treffend, einen wertigen Eindruck. Das Ding wird länger als sechs Wochen halten, scheint mir. Zum Grillen erfüllte ich mir einen lang gehegten Wunsch und bereitete eine Cocktailsauce zu. Dafür wurde sogar ein Schluck des leckeren »Slyrs«-Whiskys vom Ammersee geopfert. Das Emulgieren funktionierte ebenso zuverlässig wie bei der ersten selbst gemachten Mayonnaise. Dabei wurde mir schlagartig klar, dass Olivenöl zwar eine feine Sache ist. Zum Herstellen dieser Salatzutat allerdings zu teuer und geschmacklich nicht wirklich passend. Das Herbe der Olive ist zu streng für meinen Geschmack. Da werde ich beim nächsten Mal etwas Neutraleres suchen. Richtig gut wurde eine Schoko-Nuss-Creme. Nicht zu vergleichen mit Nutella. Aber lecker. Und das in sieben Minuten. Einfach die Schokolade in den Topf, bei 40 Grad erwärmen und schließlich die Nüsse im Turbogang zerkleinert. Übrigens bei erträglichem Geräuschpegel.

Die Versuchsreihe geht weiter. Und beim nächsten Mal gibt’s dann mehr Bilder von den Kochergebnissen.

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