Kaffee oder Tee oder Kaffeekirschentee

28. November 2014 von

Kaffeekirschentee. Ein Modegetränk mit Tradition. Im Treccino in Wolfenbüttel kann man es jetzt probieren.

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Kaffee oder Tee? Das ist im Treccino in Wolfenbüttel keine zwingende Frage. Neu auf der Karte ist ein Kaffeekirschentee. Was zurzeit allerorten als Modegetränk gehandelt wird, hat tatsächlich eine lange Tradition. In den Kaffe-Anbauländern wird der Cascara, wie das Getränk auch heißt, schon seit Jahrhunderten aufgegossen. Ende November, und ich sitze tastsächlich vor dem Café. Die Sonne hat noch etwas Kraft und taucht einen schmalen Streifen vor dem Schaufenster der Rösterei in mildes Licht. In der Glaskanne leuchtet der Kaffeekirschentee bernsteinfarbig. Einige Minuten gilt es, Geduld zu üben. Dann kann man ihn probieren. Ein frischer Duft, ein bisschen nach Honig. Der erste Geschmackseindruck erinnert an Tee. Im Abgang dominiert schließlich eine Kaffeenote. Tatsächlich, diese Spezialität ist beides.

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Viel Koffein im Fruchtfleisch

Und eine gute Sache ist sie sowieso. Für den Export wird beim Kaffeeanbau in der Regel nur der »Kirschkern«, also die Bohne verwendet. Dort, wo Kaffee angebaut wird, schmeißt man Fruchtfleisch und Schale nicht weg. Denn die feinen Geschmacksnoten beleben dieses Getränk. Und da die Kaffeepflanze das Koffein nicht zum Wachmachen müder Zeitgenossen in Europa und anderswo auf der Welt produziert, sondern zum Insektenschutz, ist es auch im Fruchtfleisch vorhanden. Sogar noch in höherer Stärke. In einer Portion Kaffeekirschentee stecken bis zu achtmal mehr von dem Muntermacher als in der gleichen Menge Kaffee. Zum Einsteigen ist eine Tasse frisch aufgebrühter Tee gerade recht. Der wärmt und macht wach.

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Als Mixgetränk macht sich der Kaffeekirschentee ebenfalls gut

Und für das kommende Frühjahr kann man träumen. In London oder Berlin wird mit Cascara in den Bars schon fleißig gemixt – etwa mit Tonic Water. Auch als Eistee soll soll er ein gutes Bild geben. In Südamerika gilt Cascara als Armeleutegetränk. Bevor man ans Rösten der Bohnen dachte, wurde diese Variante gerne getrunken. Später galt sie als Resteverwertung. Auf dem europäischen Markt tritt der Kaffeekirschentee seinen Siegeszug an und ist inzwischen sogar in der kulinarischen Metropole Wolfenbüttel angekommen 😉

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