Wolters Weizen kommt in die Flasche

PM-Wolters.Ein Verbraucherwunsch wird endlich wahr: Wolters Weizen kommt in die Flasche!

Bild: Wolters

Weil bei Wolters das Erreichte trotz aller Erfolge nicht zum Ausruhen missbraucht wird und sich das Unternehmen stets weiterentwickeln soll, setzen Braunschweigs Traditionsbrauer gerne auch mal völlig unerwartete und ungewöhnliche Strategien in die Tat um.

Dabei setzen sie aus Prinzip nicht wie viele Mitbewerber auf die Erfindung kurzlebiger Mode- oder Szenegetränke, von denen der Markt nahezu überschwemmt wird. Sie behaupten sich dagegen seit Generationen über die Pflege und Weiterentwicklung etablierter deutscher Biersorten erfolgreich auf dem heiß umkämpften Biermarkt. „Klasse statt Masse“ ist auf diesem Weg stets oberstes Gebot.

Bis heute wurden bei Wolters auf Grund der technischen Voraussetzungen ausschließlich untergärige Biere wie Pils, Märzen, Bock, Schwarzbier usw. gebraut.

An der stetig wachsenden Nachfrage nach einem obergärigen Weizenbier und den damit verbundenen Wachstumschancen mussten die Traditionsbrauer bis jetzt vorbeigehen.

Das hat sich nun grundlegend geändert!

Den Braumeistern ist es innerhalb kurzer Zeit gelungen, das Hofbrauhaus in die Lage zu versetzen, ein einmaliges Spitzenprodukt unter den deutschen Weizenbieren zur Marktreife zu entwickeln. Wie sie das geschafft haben und welche Rezeptur dem neuen Weizenbier aus Braunschweig zu Grunde liegt, bleibt allerdings ihr streng und voller Stolz gehütetes Geheimnis.

Die erste Produktionscharge des neuen Wolters Weizen wurde im September 2016 eingebraut. Sechs lange Wochen hat es gedauert, bis das selbst von den Brauern mit Spannung erwartete Ergebnis feststand. Bereits nach dem ersten Versuch ist bei Wolters ein Weizenbier entstanden, das sich ohne Wenn und Aber mit allen etablierten Wettbewerbsprodukten messen kann. Für

Für einen Testmarkt wurde die erste Produktionscharge Wolters Weizen in einer 0,5 l Dose in und um Braunschweig verkauft. Innerhalb nur weniger Wochen gingen über 150.000 Dosen über die Ladentheken.

Nach dem überaus erfolgreichen Testmarkt und auf Drängen der Verbraucher stand eines schnell fest: Wolters Weizen muss in die Flasche!

Selbstverständlich hat man auch ein zum Produkt passendes Weizenbier-Glas in den Größen 0, 5 Liter und 0,3 Liter gedacht.

Am 6.März 2017 ist es endlich soweit.

Rechtzeitig zu Beginn der hellen Jahreszeit wird Wolters Weizen in der 0, 5 Liter-Flasche und in der 0,33 Liter-Flasche im Handel stehen. Man hat bei Wolters also nicht nur an den großen sondern auch an den kleinen Durst gedacht. Damit ist das Hofbrauhaus vielen Wettbewerbern einen weiteren Schritt voraus.

Wolters Weizen ist eine helle, naturtrübe Brauspezialität mit einem sehr spritzigen Charakter. Ausgesuchte Weizen- und Gerstenmalze sowie eine spezielle Hefe verleihen dem Produkt seinen einmaligen und unverwechselbaren Geschmack. Der Alkoholgehalt beträgt 5, 3 % vol.

Preislich wird die neue Brauspezialität auf Grund erheblich höherer Produktionskosten etwas über Wolters Pilsener liegen.

Es ist geplant, in der Startphase das neue Produkt dem Wolters- und jedem Weizenbier-Fan über besondere Einführungsangebote schmackhaft zu machen.

Mit der Einführung von Wolters Weizen unterstreichen die Brauer aus der Löwenstadt wieder einmal auf ihre Art:

In Braunschweig steht das Hofbrauhaus!




Heumilch – die Renaissance des Urlebensmittels?

Heumilch gibt es in immer Supermärkten der Region. Sie schmeckt nicht nur besser, ist gesünder, sondern auch fairer.

Die Milch ist immer wieder Thema. Und immer, wenn es um Ernährung geht – und um gesunde noch dazu –, dann werden hitzige Debatten geführt. Die einen schwören auf das Urnahrungsmittel, die anderen lehnen es kategorisch ab. Die Waagschalen neigen sich mal zu der mal zu der anderen Seite. Im Moment weisen Ernährungswissenschaftler auch wieder verstärkt auf die positiven Wirkungen der Milch hin. So meint der Ernährungswissenschaftler Bernhard Watz etwa in einem Feature des Deutschlandsradios kürzlich, dass die Studien nach denen Milch und und Milchprodukte negativ zu bewerten seien, so nicht haltbar. »Das Ergebnis der Untersuchung ist, dass wir in der Regel keine nachteilige Wirkung eines moderaten oder üblichen Verzehrs von Milchprodukten kennen, im Gegenteil, wir haben für einige Erkrankungen eher ein leicht verringertes Risiko.«, so Watzl vom Max-Rubner Institut.

Die Milch hat ein Imageproblem

Fakt ist, dass die Milch ein Imageproblem hat. Und, wie andere Lebensmittel ein Problem der Wertschätzung. Die Milchpreise sind nicht nur so weit in den Keller gegangen, dass Bauern davon kaum leben können. Auch die Haltungsbedingungen der Kühe sind unter dem Preisdruck immer schlechter geworden und damit die Qualität des Produkts. Kühe, so der Vorwurf, werden wie Hochleistungsmaschinen nur noch ausgepowert. Denn im hart umkämpften Markt geht es um jeden Cent. Verantwortlich dafür sind jedoch nicht nur Lebensmittelkonzerne und Supermarktketten, sondern vor allem wir Verbraucher selbst. Ist uns ein Liter Milch wirklich nur gut 50 Cent wert? Und was erwarten wir dann von diesem Produkt?

Die Heumilch macht’s

Dabei gibt es in den Supermärkten durchaus Alternativen. Biomilch ohnehin, aber seit einiger Zeit fallen dem Konsumenten zudem grüne Milchpackungen mit dem Label »Heumilch« auf. Man sollte zurecht skeptisch sein, wenn die Werbung uns eine ländlich, heile Welt vorgaukelt, wo Oma noch persönlich im Joghurttopf rührt. Heumilch dagegen klingt nicht nur nach natürlichen Haltungsbedingungen, sondern hält das auch ein. Wo Heumilch draufsteht, darf nur mit Heu gefüttert werden. Also kein Kraftfutter und Chemiekeulen, sondern das, was die Kuh wirklich frisst. Das ergibt nicht nur eine bessere Gesundheitsbilanz – der Anteil der Omega-3 Fettsäuren ist ebenso wie der Linolsäuren etwa doppelt so hoch wie bei gewöhnlicher Milch –, das Produkt schmeckt auch deutlich besser. Ob man Milch nun mag, ist eine andere Frage: Aber bei der Wahl sollte man sich schon überlegen, was man sich da ins Glas gießt.

Mehr Infos zur Heumilch gibt’s hier




Campo Dorada: Barriques Wein des Monats Februar

Barrique liegt im Herzen Wolfenbüttels und ist über die Grenzen der Stadt hinaus eine beliebte Adresse für gute Weine und Spezialitäten aller Art. Jeden Monat gibt es einen Wein des Monats, den Jörn Zeisbrich und sein Team, neben anderen guten Tropen, zur Verkostung und zum Verkauf anbietet. Im Februar kommt die Sonne Spaniens ins Glas. Bei diesen Temperaturen ist das eine gute Entscheidung. Der Campo Dorado, erzählt Jörn Zeisbrich, ist extra für Barrique abgefüllt und hat mit 4,90 € einen Preis der unschlagbar ist. Bei einer Blindverkostung, darauf kann man eine gute Wette eingehen, würde trockene Rote, der nach Schwarzer Johannisbeere, Schokolade und Vanille duftet, eher auf den doppelten Preis geschätzt werden. Die Cuvée »Campo Dorada« hat einen für die Region ungewöhnlichen Rebsortenschnitt. Neben dem klassischen Bordeaux Trauben finden wir Cabernet-Sauvignon, Petit Verdot und Syrah. Die gelungene Komposition, so Zeisbrich, passt zu Rund- oder Lammfleisch, zu würzigem Käse oder »einfach nur so«. Dem Urteil können wir uns nur anschließen.




Die 500 besten Bäcker

DER FEINSCHMECKER lobte wieder die 500 besten Bäcker aus. Wir haben geschaut, wer in der Kulinarisch38-Region dabei ist.

Der Feinschmecker ist ins neue Jahr gestartet und hat einmal mehr ein Taschenbüchlein zur Januar-Ausgabe herausgebracht, in dem die besten 500 Bäcker des Landes versammelt sind. Jedenfalls die besten, die die Redaktion kennt. Denn vorgeschlagen werden müssen die Betriebe von den Kunden. Dass das ganz schön daneben gehen kann, sieht man in der aktuellen Zusammenstellung. Denn DAS BROT in der Autostadt, sicher eine der besten Bäckereien in Niedersachsen, fehlt aus unerfindlichen Gründen. Ansonsten zeigt das, was das Feinschmeckermagazin hier aus der Kulinarisch38-Region zusammengetragen hat, dass wir in Sachen Bäckerhandwerk ordentlich was zu bieten haben. Es geht um Handwerkskunst, gute Zutaten, von Geschmack und Service.

Bekannte und Unbekannte

In Braunschweig sind die Bäckerei Mechau und Fucke sicher völlig zurecht verzeichnet. Mechau wird mit seinen zahlreichen Spezialbroten als kreativster Bäcker erwähnt. Fuckes Weißbrot, von dem die Rede ist, ist tatsächlich ein Gedicht, ebenso wie die anderen Backspezialitäten. Warum Milkau als Großbäcker aufgenommen worden ist (im Gegensatz zu Tutschek), kann man nicht wirklich nachvollziehen. Nicht, dass man die Backwaren von Milkau nicht essen könnte. Aber ob sie zu den Besten gehören…? Die Konditorei Pöthig in Gifhorn kenne ich leider nicht. Die muss erkundet werden. Das gilt ebenso für die Bäckerei Werner Kutzner in Wolfsburg. Völlig zurecht schließlich wurde die Altstadtbäckerei Richter nicht nur wegen der guten Produkte (ob zum Beispiel Holzofenbrot oder Abendbrötchen) und Gastronomie positiv bewertet. Gelobt wurde auch die kinderfreundliche »Brotversteher Kids Initiative«.

Weitere Infos gibt’s in der aktuellen Ausgabe des Feinschmeckers.




CRABBS – Craft Bier für Braunschweig

Auch Braunschweig hat sein Craft Bier: CRABBS. Noch wird es in der Nähe von Hildesheim gebraut. Nächstes Jahr kommt das leckere Bier »nach Hause«.

Paul Briesemeister

Paul Briesemeister

Manchmal geht es einem so. Man beschäftigt sich mit einer Sache. Und schon drängt sich der Eindruck auf, dass sie eine besondere Bedeutung hat. Als ich mir meinen ersten Roller, eine Piaggio, gegönnt hatte – ein alter Jugendtraum – sah es plötzlich so aus, als führen die Dinger in Massen herum. Nach dem ersten Hut entstand der Eindruck: Mensch, es gibt ja richtig viele Hutträger. So ähnlich war das jetzt mit dem Thema Bier. Ich bin eigentlich der typische Ein-Biersorten-Trinker. Im Studium hatte ich mir bereits meine Kiste Wolters mit nach Göttingen genommen, damit ich auf mein Bier nicht verzichten muss. Vor ein paar Jahren dann probierte ich bei Odin Paul im Goslarer Brauhaus das erste Mal ein »gestopftes Bier« mit Aromahopfen. Und in der letzten Zeit scheint es, als würden überall neue Brauereien aus dem Boden schießen mit allerlei Spezialitäten. Ob in Wöltingerode mit den neuen Craft-Bieren in Wolfenbüttel mit Stebis Brauerei oder jetzt auch in Braunschweig. Schadts gibt es ja schon lange. Aber kürzlich sprach mich, ausgerechnet beim Weinhaus Bremer in Braunschweig jemand an, warum ich noch nichts über CRABBS geschrieben hätte.

Das Crab # 1Pale Ale

Dabei ist ausgerechnet gar nicht so recht passend. Denn diese »gehopften Biere«, bei denen Aromahopfen kalt zugesetzt werden, damit die ätherischen Öle nicht verfliegen, sind ja fast so ein bisschen wie Wein. Crab – Krabbe – das konnte ich mir merken. Und über Facebook ist ein Kontakt schnell hergestellt. Wenn ich aufmerksam gewesen wäre, hätte ich natürlich längst von dem Projekt wissen müssen. Die Kaviarkanone hatte schon berichtet. Aber das war mir durchgerutscht. Umso größer war die Neugier, was mich erwartet. Wir verabreden uns in der Zea-Bar – die kannte ich auch nicht, in der Nähe von der »Alten Waage« in Braunschweig. Ebenfalls eine Entdeckung für mich. Wie das Crab # 1Pale Ale, das es dort gibt. Während ich es mir gemütlich mache, kommt Paul Briesemeister mit dem Fahrrad angeradelt. Er genehmigt sich mit mir ein Gläschen von »seinem« Bier. Denn nach seinem Rezept ist es gebraut. Das Glas öffnet sich nach oben. Ganz so, als würde ich einen guten Whisky trinken. Er nimmt einen kräftigen Schluck. Wiegt das Glas hin und her und nickt zustimmend: »Sehr gut!«

Krabbe und Bier

Diesem Urteil kann ich mich anschließen. Wie gesagt: Obwohl ich nicht gerade experimentierfreudig in Sachen Gerstensaft bin. Das Bouquet ist leicht fruchtig. Mich erinnert es an Himbeere. Diese leichte Fruchtigkeit begleitet auch den ersten Geschmackseindruck, bevor die biertypische Herbe dominiert. Nicht zu stark, sodass der Kontrast nicht zu deutlich wirkt. Warum ein Braunschweiger Bier ausgerechnet eine Krabbe als Erkennungszeichen hat, möchte ich gleich wissen. Briesemeister schmunzelt: »Das ergab sich einfach aus dem Namen. Craft Bier Braunschweig.« Craft Bier – CRAB. Klar, und Braunschweig: BS. Die Idee entstand – damit wäre dann jedes Klischee im positiven Sinne erfüllt – am Biertisch. Paul Briesemeister war mit Freunden beim Craft-Bier-Stammtisch in Braunschweig. Und da er selbst Brauer ist, lag die Idee nahe, es doch einmal selbst zu versuchen.

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Ein gutes Team

Briesemeister war gleich in der Schule zu dem schönen Beruf gekommen. Das Schulpraktikum fand bei der Feldschlößchen-Brauerei statt. Und aus der kurzen Begegnung wurde Berufung. Lehre. Braumeister. Und dann die weitere Arbeit in der vor einigen Jahren verkauften einstigen Braunschweiger Traditionsbrauerei. »Von Anfang an habe ich auch für mich experimentiert«, berichtet er. Und jetzt sah er es als Herausforderung an, dieses Experiment zu starten: »Damit bin ich mit allen Brauvorgängen befasst. Viel enger, als das in dem großen Maßstab möglich ist.« Rezeptur und Produktionsentwicklung liegen in seiner Hand. Gebraut wird derzeit noch in Lohnabfüllung in einer Brauerei bei Hildesheim. Etikettiert wird schließlich von Hand in der Löwenstadt. Bis zum nächsten Jahr soll sich aber ändern. Ein Objekt ist schon gefunden. Und mit seinen Partnern Max Juraschek, der sich um die Technik kümmert und Stefan Speit, der den Einkauf organisiert, wird ab 2017 CRABBS ganz und gar »Made in Braunschweig« sein.

Neue Ideen für neues Bier

Schon jetzt ist das Craft Bier in einigen Gaststätten und Bars sowie in Getränkemärkten und Supermärkten zu haben. Um den Vertrieb kümmern sich alle drei – neben ihrem Brotjob. Hier konnte Paul Briesemeister ebenfalls ganz neue Erfahrungen machen. Meist gute, berichtet er. Aber manchmal sei es gar nicht so leicht. Gern hätte er zum Beispiel mit Weinhäusern kooperiert. Hier sind die Vorurteile jedoch offenbar noch zu groß, was man von einem Bier erwarten kann. Auch in seiner eigenen Zunft, berichtet er, müsse man dicke Bretter bohren. »Leider war in meiner Brauerausbildung keine Rede von Möglichkeiten der Kalthopfung«, wundert er sich. Gestandene Brauer würden diesen neuen Trend nicht wirklich ernst nehmen. »Natürlich weiß ich nicht, wie lange das hält. Aber im Moment sind diese besonderen Biere gefragt«, gibt er sich nachdenklich. Deshalb wird es im nächsten Jahr viele spannende, neue  Biere geben. Die Rezepturen seien längst fertig, und die Probe gelungen, findet er. Es wird also viel Neues in Sachen Bier aus der Region geben. Auch 2017.

Hier gibt’s CRABBS. 




Wolfenbüttel hat sein Altbier

Wolfenbüttel hat sein Altbier. Beim Hopfenfest in Hornburg feierten Andreas Stebner und seine Mannschaft Premiere. Da mussten wir natürlich probieren…

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Es gab einmal eine Zeit, da war Altbier richtig hipp. Auch jenseits der westlichen Gebiete unseres Landes. In Braunschweig gab es das Brunswick Alt und zu einer Party gehörte das Gebräu nebst allerlei Varianten – etwa einer unvermeidlichen Altbierbowle. Das war vor 25 Jahren. Dann geriet dieses »Urbier« hier ein wenig in Vergessenheit. Alt kommt von »nach alter Brauart«. Alt Bier ist obergärig. Die Gärung findet also bei höheren Temperaturen statt, was vor der genialen Erfindung Carl von Lindes die einzige Möglichkeit war, um den Gerstensaft herzustellen. Andreas Stebner ist natürlich mit Kältemaschinen ausgerüstet in seiner Wolfenbüttler Brauerei. Aber ein Altbier nahm er trotzdem ins Programm. »Bis zum nächsten Jahr wollen wir 12 Standardbiere im Programm haben. Und die dunklen, kräftigen Biere sollen die kalte Jahreszeit begleiten. Ab dem Frühjahr gibt es dann wieder, helleres, süffiges Bier«, verrät der Brauer.

Erster Sud wieder ein Treffer

Pünktlich zum Hopfenfest in Hornburg hatte Stebner deshalb sein neues Altbier fertig. Wie beim Altstadtfest in Wolfenbüttel, wo er mit seinem Wolfenbüttler Bier Premiere feierte, war es auch hier der erste Sud, den er gleich in die Runde warf. »Wir haben alle gebangt, ob das wieder gut geht«, verriet Stebi. Und es ging gut. Stebners Altbier wurde zum Renner des Festes und bei der Verkostung unter den Krambuden in seinem Laden, kann man das verstehen. Ich bin mit dem Koch Sam Harvey bei Stebi und am Tresen in der Mitte des Ladens probieren wir die neue Bierspezialität. Sie ist rund und harmonisch, beim Antrinken leicht süßlich und im Abgang fein malzig. Brunswick Alt gibt es nur noch in der Erinnerung. Auf das neue Altbier von der Wolfenbüttler Privatbrauerei Stebner kann man sich dagegen freuen. Der düstere November kann kommen…




Craftbier: Klosternacht aus Wöltingerode

Das Thema Bier wird immer umfangreicher. Craft-Biere entwickeln eine Eigendynamik, wie wir sie sonst vor allem beim Wein oder bei Spirituosen kennen. Im September hatte das Klostergut Wöltingerode sein Produkttableau in diesem Sinne erweitert. 

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Klosternacht, Klosterkeller, Klosterkräuter und Klosterkrug heißen die neuen, handgemachten Biere vom Klostergut. Die Spezialitäten sind preislich mit 6,99 € auch im Weinpreissegment angesiedelt. Der Aufwand, der dahinter steht, rechtfertigt den Preis aber allemal. Und: Solche Biere trinkt man anders als das Feierabendbier. Mit 3.000 Flaschen sind die Craftbiere zudem limitiert, handabgefüllt, etikettiert und nummeriert. Also eine echte Rarität. Für die Entwicklung dieser Biere haben sich ein Brauer und ein Biersommelier zusammengetan. Der 3-Sterne-Biersommelier Matthias Kliemt war von Anfang an fasziniert, an dem historischen Ort solche Produkte zu kreieren: »Die Traditionen des Klosters Wöltingerode haben mich unglaublich inspiriert. Zwischen Kräutergarten und Holzfasslager sind die Ideen förmlich gesprudelt«.

Klosternacht zum Dessert

Ich habe mich zunächst mit der HarzCraft Klosternacht »beschäftigt«. Man muss so ein Bier schon zelebrieren und damit eine ganz neue Bierkultur erlernen. Das fängt schon bei den Gläsern an. Ich habe ein nach oben hin offenes Weinglas genutzt, sodass sich die Aromen besser entfalten konnten (das sah allerdings nicht sehr flogen aus… ;). Echte Craftbier-Liebhaber haben natürlich längst eigene Glasformen zur Verfügung. Die Klosternacht ist ein richtiges Dessertbier, das bei der Verkostung herrlich rund und schwer wirkte. Wie eine Beerenauslese. Zu einem Mousse au Chocolat passte die Klosternacht blendend, weil sie die schokoladigen Aromen gut aufnahm. Verantwortlich dafür mag das Chocolate Malz sein. Weitere benutzte Malze sind ein Pilsener Malz, ein helles Karamellmalz und ein Röstmalz. Für die Hopfennote sorgt der Bitterhopfen Taurus. Die angenehmen Röstaromen stammen aus dem Bourbonfass, in dem das Bier gelagert wird. Ein Bier mit Holzfassaromen zu kosten, das eröffnet wirklich neue Bierhorizonte, die sich auch Bierpuristen nicht entgehen lassen sollten.

Hier kann man die Craftbiere aus Wöltingerode auch online bestellen.




»Anis de Flavigny« bei Tires

Ganz unscheinbar liegt sie da auf dem Tresen. Bei Tires in Wolfenbüttel. Eine ovale Blechschachtel: »Anis de Flavigny« steht darauf. 

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Ein verspieltes Motiv, das eine Geschichte erzählt. Kein Label, das eine clevere Marketingabteilung ausgeklügelt hat. Eine echte Geschichte. Das kleine, eiförmige Bonbon ist ein wirklicher Genussbotschafter Frankreichs. Ein Produkt mit Tradition. Und mit Zukunft. Die Urkunden erwähnen diese Leckerei bereits im Jahre 1591. Damals wurde sie nahe der Stadt Semur hohen Gästen als Geschenk überreicht. Damit sind die »Anis de Flagigny« Frankreichs ältestes kommerzielle Süßigkeit überhaupt. Noch älter sind die Wurzeln der Spezialität. Denn die Geschichte des Ortes Flavigny reicht bis auf Julius Caesar zurück, von dem wir aus dem Lateinunterricht wissen, dass er dort sein Lager aufschlug, bevor er 52 v. Chr. Vertigetorix in Alesia, nur vier Kilometer entfernt, belagerte und besiegte. Einer seiner Gefolgsleute blieb in der schönen Landschaft zurück. Er hieß Flavius und lieh Flaigny also seinen Namen.

Die alte Rezeptur

Anis spielte im Mittelalter bereits eine Rolle in der Region. Heilkundige Mönche verarbeiteten sie als Dragee. Später verfeinerte man die Rezeptur. Ummantelte den Anissamen mit einer Zuckerhülle, die mit Rosen- oder Orangenblütenwasser parfümiert wurde. Und darauf basiert die Rezeptur noch heute. Früher war die Herstellung mit unglaublich viel Aufwand verbunden. Das Samenkorn wurde zunächst im Zuckersirup geschwenkt, bis es gänzlich davon umhüllt war. Dann musste die erste Schicht getrocknet werden. Das ging so lange, bis das Dragee fertig war. Sechs Monate dauerte die Prozedur. Im 19. Jahrhundert wurde eine Drageemaschine entwickelt. Seitdem hat sich nicht viel verändert. Die alten Kessel sind die gleichen geblieben. Statt Dampfkraft sorgen nun nur viel leisere Elektromotoren für die Energie. Für die Herstellung brauc  ht es heute 15 Tage.

Noch immer ein Familienbetrieb

Und zum guten Schluss: Trotz der Ausbreitung sogar bis in die Lessingstadt, ist der Familienbetrieb auf dem Teppich geblieben. Die Herstellung wird nicht weiter optimiert. Die Arbeitsplätze, 25 Dorfbewohner stellen die süße Köstlichkeit her, sollen nicht gefährdet werden. Was für eine schöne Geschichte, die in Burgund ihren Anfang nimmt und bis nach Wolfenbüttel unter den Krambuden beim Feinkosthändler Tires auf seine deutschen Zuhörer und Genießer wartet.




Saucen – Brauerei – Stebi

Andreas Stebner ist Stebi. Und er hat in Wolfenbüttel nicht nur eine Feinkostmanufaktur Wirklichkeit werden lassen. Er braut nun auch ein Bier für Wolfenbüttel.

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Manche Geschichten kann man sich nicht ausdenken. Jedenfalls nicht so gut. Die von Stebi ist so eine. Stebi ist Andreas Stebner. Und wer ihn in Wolfenbüttel und Umgebung noch nicht gekannt hat. Jetzt dürfte das anders sein. Auf dem letzten Altstadtfest hatte er im Herzen der Lessingstadt, auf dem Stadtmarkt, einen Bierwagen mit seinem Partner Andre Volke. Und der Gerstensaft war ratzfatz ausverkauft. Aber bei diesem Thema sind wir noch nicht. Ich bin mit Stebi verabredet. Am Krambuden in seinem Laden, der in der letzten Woche noch einmal kräftig umgebaut wurde. Heute, am Freitag, den 2. September ist um 15 Uhr großer Fototermin. Etwas vorher möchte ich wissen: Was hat das nun mit diesem ganzen Projekt so auf sich? Wohin geht die Reise? Stebi baut mit seiner Familie und einer Mitarbeiterin noch kräftig um. In der Mitte des Ladens ist eine derbe Theke aufgebaut, aus einfachem Holz. Hier kann man zukünftig ein Feierabendbierchen trinken oder einen Bier-Braukurs erleben. Darum herum Regale mit Saucen, Bier, Spirituosen, Gewürzen. Wie kommt man darauf, ausgerechnet in Wolfenbüttel eine Feinkostmanufaktur und später eine Brauerei zu etablieren?

Stebi lächelt…

Der bärtige Bierbrauer, mit einem schon abgestimmten Brauerei-Outfit von Shirt bis Käppi, lächelt breit und entkorkt eine Flasche Wein. Das hätte man nun nicht erwartet. Mit dem Wein hat es auch etwas auf sich. Aber das ist eine andere Geschichte. Ein Gewürztraminer, und er kommt aus Tschechien. Nicht gerade eine Gegend, wo man das erwartet hätte. Er schmeckt frisch und gut und begleitet das anregende Gespräch. Der Impuls aus dieser kreativen Geschäftsidee, die Wolfenbüttel wieder ein Stück mehr zur Genussmeile werden lässt, kam aus einer Krisensituation. Andreas Stebner hatte in Salzgitter Transport- und Logistikmanagement studiert. Schon nach wenigen Sätzen ahnt man: Dieser Mensch gibt sich nicht mit einem bequemen Weg zufrieden. Bereits während des Studiums engagierte er sich im Onlinehandel. Und nach der Ausbildung an der Hochschule, als dieses Geschäftsfeld wegen eines regulären Brotjobs (der ihm aber viel Spaß macht) etwas zu kurz kam, suchte Stebi nach neuen Wegen. Und dass man aus Krisen gestärkt heraus gehen kann, dafür ist er ein lebender Beweis.

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Von Paleo zu Stebis Brauerei

Andere Menschen schlucken Tabletten, wenn sie Magenprobleme haben. Andreas Stebner fand eine Diät. Die Steinzeit Paleo-Diät. »Die FH, an der ich studiert hatte, wies mich nach Wolfenbüttel. Meine Frau, die aus der Stadt kam sowieso. Und nun auch diese Lösung meiner gesundheitlichen Probleme«, erzählt er. Kein Zucker, kein Gluten, keine Hilfsstoffe. Und der Magen war in zwei Wochen wieder in Ordnung. Stebi wollte trotzdem nicht auf kulinarische Annehmlichkeiten verzichten. Als Smoker und Griller sowieso nicht. Deshalb kreierte er den ersten Ketchup am heimischen Herd. Der wurde in Paleo-Kreisen gut besprochen. Das war die Idee: Feinkost. Es folgten weitere Kreationen. Zuerst im Onlinehandel, dann auf dem Juliusmarkt. »Das war für den Anfang gut, aber ich brauche etwas, wo ich meine Kreativität abarbeiten kann«, gibt er augenzwinkernd zu. Und schließlich kam vor einem, Jahr die Idee mit einer Brauerei.

Ideen und freundliche Helfer

Ideen kann man viele haben. Jedoch die Umsetzung ist doch ein anderer Schuh. Die Entwicklung, die sich seit diesem Tag bis heute darstellt, zeigt: Hartnäckigkeit und Ideenreichtum setzt sich durch. Und vor allem: Wolfenbüttel hat eine echte Chance, sein Profil zu finden. Und die Stadt und Behörden unterstützen das offenbar. »Die Stadt hat einen echten Genusscharme«, schwärmt Stebi. Schon jetzt finde man kulinarische Spezialitätengeschäfte, die so recht zum Charakter der eigenwilligen Altstadt mit seinen verwinkelten Bauten passten. »Ich habe mich einfach an die Stadt gewandt. Und alle entsprechenden Behörden haben sehr kooperativ mitgearbeitet und mich unterstützt, damit ich am Ende tatsächlich eine kleine Brauerei starten konnte«, freut sich Stebi. Das galt auch für die Gemeinde Sickte und das Bauamt Wolfenbüttel, die alle baurechtlichen Fragen mit viel Engagement klären halfen. Optimismus, Fleiß, die Hilfe von Frau, Familie und Freunden wie Andre Volke hat ihn schließlich bis zum Altstadtfest getragen, wo er seinen Traum verwirklichen konnte: ein Bier für Wolfenbüttel.

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Ein  Bier für Wolfenbüttel

Dabei hatte er wirklich Gottvertrauen. Denn das, was da auf dem Altstadtfest ausgeschenkt wurde, das war der erste (!) Sud, den er überhaupt hergestellt hatte. Das Pilsener hatte er noch nicht einmal vorher probiert. Und man muss sagen: Dass was er da an diesem späten Sommertag in seinem Geschäft am Krambuden ausschenkt, ist richtig gelungen. Ein dunkles Bier, leicht herb mit Fruchtaromen, eine ideale Kohlensäure: Kurz einfach nur lecker. Und man hat nicht den Eindruck, als dass er damit mit den Ideen am Ende wäre. »In Wolfenbüttel lässt sich etwas entwickeln. Das macht mir großen Spaß. Und ich merke: Der Wolfenbüttler ist sicher schwerer zu überzeugen. Aber wenn man ihn gewonnen hat, dann ist er wirklich treu.«, schwärmt Stebi. Als Wolfenbüttler freue ich mich natürlich. Und die Produkte sind gleich ins Genussregister eingefügt. Die Region profitiert auf jeden Fall vom Ideenreichtum solcher Menschen. Und so eine Geschichte kann man sich tatsächlich nicht besser ausdenken…

Hier geht’s zu Stebis Feinkostmanufaktur.

Stebi mit Frau. Und dann wünschte auch noch "Wilhelm Busch" höchstpersönlich alles Gute.

Stebi mit Frau. Und dann wünschte auch noch „Wilhelm Busch“ höchstpersönlich alles Gute.




Bollos aus Braunschweig

Bald gibt es sie. »Handgemachte« Bollos aus Braunschweig. Natürlich ist auch eine Maschine mit im Spiel. Und ein sympathischer Mensch, der seinen Traum verwirklicht.

Bollos von Terry Franke.

Bollos von Terry Franke.

»Bollos machen, das hat sich so ergeben«, erzählt Brigitte, Terry Franke. Und während eine Straßenbahn über den Bohlweg rattert, bimmelt und die Autos sich am Schloss vorbeiquälen, muss ich an meine Kindheit denken. An eine Blechbüchse mit Früchten darauf. Eine britische Fahne. Wenn man den Deckel aufpulte – vorsichtig, damit er sich nicht verkantet –, dann staubte es etwas. Mit einer Puderschicht warteten rote, gelbe, grüne und orangefarbene Bollos. Bonbons. Gleich zweimal gut. Terry Franke hatte ich im Lokpark gesehen auf einer Messe. Bonbons oder Bollos oder Bollchen, wie man in Braunschweig sagt, mag ich noch immer. Und so bin ich gespannt auf dieses Projekt. Wir sitzen im Alex bei einer Tasse Kaffee. Die Sonne scheint. Der Sommer zeigt sich von seiner besten Seite. Es ist nicht zu heiß und nicht so, dass frösteln angesagt wäre. Terry Franke sitzt mir entspannt auf ihrem Korbstuhl gegenüber und erzählt ruhig ihre Geschichte. Seit März letzten Jahres ist das Projekt Bonbonmanufaktur immer konkreter geworden. Und die ersten Probeläufe liefen schon richtig gut. Ein Lächeln huscht über ihr Gesicht. Über uns ziehen ein paar Wolken hinweg und geben bald wieder den Weg frei für die wärmende Sonne.

Erfahrung in er Selbstständigkeit

Mit der Selbstständigkeit hat Brigitte Franke Erfahrung, berichtet sie. Früher habe sie schon einen Kiosk geführt. Dann habe sie viele Jahre im Außendienst gearbeitet. 19 Jahre waren das. Und schließlich die Frage. Was könnte man anderes machen in dieser Lebensphase. Welche kreativen Entwicklungsmöglichkeiten gibt es? Die Antwort gab ein Zufall der gebürtigen Braunschweigerin. Oder der das Schicksal. Ganz wie man es nennen will. In Dänemark entdeckte sie ein Geschäft mit den üblichen skandinavischen Süßwaren – gedrehte Zuckerstangen, Lutscher, Bonbons. Kurioserweise von einem deutschen Ehepaar geführt, das sich in einer späteren Lebensphase in die Selbstständigkeit gewagt hatte. Dass sie selbst diesen Weg einschlagen würde, war vielleicht nicht sofort klar. Jedenfalls fuhr Terry Franke mit dem Vorsatz nach Hause, selbst einmal Bollos herzustellen. Bücher, eine Zeitschrift und das erste Know-how. Und das erste Ergebnis misslang, wie sie lachend erzählt: »Ich habe vergeblich versucht, die Masse auszurollen und zu schneiden. Aber die Form war nicht wirklich gelungen.« Aber geschmeckt hätten sie.

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Immer weiter üben

Statt aufzugeben, hängte sie sich jetzt erst recht rein. Recherchierte weiter, besorgte Grundzutaten von dem Geschäft aus Dänemark. Es reifte langsam der Entschluss, dass das der Weg für die Zukunft sein könnte. »Im Grunde ist das ganz ideal. Alles, was mit Kundenbetreuung zu tun hat, das habe ich in meiner alten Tätigkeit gelernt. Also war mir die Vorstellung nicht fremd, meine Produkte auf Märkten anzupreisen. Und die Produktion, das ist der stille Teil der Arbeit«, berichtet sie rückblickend. Sie übte, und übte und übte. Bald war ihr klar, dass die Arbeit erst dann wirklich von Erfolg gekrönt sein könnte, wenn sie professionelle Ausrüstung hätte. Eine Bonbonmaschine musste her. Terry Franke kramt ihn ihrer Tasche und holt Fotos hervor. Eine imposante Gerätschaft mit Zahnrad und Kurbel. Ganz so, wie aus der »guten alten Zeit«, als die Hand noch mitspielte bei der Produktion und nicht Automaten. Das sei zwar eine Investition gewesen. »Aber ich hatte das Gefühl, das ist es«, erklärt sie.

Es geht weiter

Zuerst hatte Brigitte Franke nichts von ihren Ideen nach außen dringen lassen. Aber mit der Anschaffung dieser schönen Maschine, fragte sie dann Freunde und Familie. Und die unterstützten sie in ihrem Vorhaben. Seitdem hat sie so manchen Kessel aufgesetzt und beherrscht die Zubereitung der Bollos immer besser. Kompliziert ist es ja. Die richtige Temperatur, die genaue Zeit. Bei der Herstellung von Bonbons ist Genauigkeit gefragt. Seitdem entstehen immer neue Sorten. Zu den Bonbons sind Marchmallows hinzugekommen. »Bei manchen muss man erst Mäusespeck sagen«, dann wissen sie, worum es geht. Nach einem Jahr hat sich die Bonbonherstellung für Terry Franke zur beruflichen Alternative entwickelt. Nach den ersten Probeläufen gibt es Feedback und freudige Gesichter. Denn wer denkt beim Lutschen eines Drops nicht an seine Kindheit. Jedenfalls gelegentlich. Und jetzt im Sommer, wo die Produktion nicht im Vordergrund steht, kann Brigitte Franke neue Ideen schmieden. »Vielleicht wage ich mich mal an Fudge und Karamell. Weingummis sind mir im ersten Anlauf nicht so gelungen« gibt sie freimütig zu. Aber wie es aussieht, lässt sie sich von solchen Rückschlägen nicht beeindrucken.

Die Region wird Brigitte Franke mit ihrem Angebot bereichern. Und ihr eigenes Leben, hat man nach dem Gespräch den Eindruck, sowieso. Mit einigen Tüten Bollos, die ich zum Abschied in die Hand gedrückt bekomme, begebe ich mich ins Parkhaus und fingere beim Fahren gleich eines heraus. Gelb. Die mochte ich früher schon.