Denver Künzer braut Bier

Nun haben wir in Wolfenbüttel eine neue Braustätte. In Denvers Teehaus ist eine Küche umfunktioniert worden, damit dort zukünftig ein neues Wolfenbütteler Bier gebraut wird.

Hier wird noch mit der Hand gerührt…

Mein erster Impuls. Oh, nein. Nicht noch einer, der in Wolfenbüttel Bier braut. Jahre, ja jahrzehntelang war die Lessingstadt Brachland für Freunde des regionalen Biers. Und nun geht es Schlag auf Schlag. Stebi, der mit seiner Brauerei und Braubar inzwischen auf ein erstes Wolfenbütteler Braufest zusteuert. Die Mad Dukes, die sich noch in der komplizierten Genehmigungsphase befinden und nun Denver. Wir hatten schon so lange vor uns zu treffen, dass ich die Bedenken hinten anstelle und mich gespannt auf den Weg mache. Gerade hatte ich noch in meinem alten Wolfenbütteler Heimatviertel die Sylter Eisdiele für mich entdeckt. Nun also Denvers Haus am Ortsausgang Wolfenbüttel auf der Frankfurter Straße. Gegenüber »Feinkost Aldi«. Und wer dort billig eingekauft hat, der sollte drüben gucken, wie richtig guter Tee schmeckt. Und bald natürlich auch Bier. Während wir miteinander plaudern und Denver zwischendurch in einem überdimensionierten, von außen isolierten Kochtopf rührt, probiere ich den Gerstensaft von seiner Hand – buchstäblich – und beginne zu begreifen. »Noch einer« passt wenig. Nicht nur wegen des exzellenten Bieres, das da gerade an diesem sonnigen Samstag duftend entsteht. Denver ist schon seit dem Jahr 2012 mit dem Thema Bier beschäftigt, da fragt man sich eher: Warum erst jetzt?

Denver Kürzer bastelt selbst an seiner Ausrüstung fleißig herum…

Vom Tee zum Bier

Eher warum überhaupt? Denn Langeweile dürfte der freundlich und ruhig wirkende Bartträger nicht haben. Er hat einen guten Job bei der Bank, eine Familie mit Kindern. Und jeder Familienvater und jede Mutter weiß: Das allein reicht eigentlich schon. Für Denver nicht. Es war 2005, als er sich entschied, sich neben Zahlen und Kontodaten auch noch mit anderen Dingen zu beschäftigen. Und zwar mit Tee. Und darauf muss man erst mal kommen. Im Zeitalter des grassierenden Internetverkaufs setzte er zunächst einmal nicht auf die virtuelle Welt, sondern richtete sich in seiner Wohnung zusammen mit seiner Frau ein Zimmerchen ein, in dem er duftende Tees feilbot. Mit Flyern bekannt gemacht, lief das gar nicht schlecht. Aber auch das genügte nicht. Aus einem anderen Hobby, dem Fotografieren, entstand über die Jahre ein kleines Atelier, in dem sich Denver um Hochzeitsfotos, Porträts und andere Motive kümmert. Und nun also auch noch das Bier, frage ich. Während er gerade die heiße Maische vom Topf in einen Eimer zum Läutern umgießt, überlegt er einen Augenblick und verrät dann sein Geheimnis.

Das Protokoll wird genau geführt.

Ordnung und Fleiß

Als Historiker würde ich sagen, Denver Künzer ist so etwas wie ein Preuße. Alle guten Eigenschaften vereinigt er in seiner Person: Fleiß, Ordnung, Verlässlichkeit. Und auf die negativen Eigenschaften hat er verzichtet. Er ist locker und humorvoll. »Mein Tag ist einfach gut durchstrukturiert. Und wenn man sich an diese Struktur hält, dann ist das alles kein Problem«, lacht er. Das Etikett Preuße beschäftigt ihn einen Augenblick. Er denkt an seinen Opa und stellt dann fest: »Gar kein schlechter Gedanke.« Das Fenster steht sperrangelweit offen. Der Sommer sucht sich seinen Weg in die kleine Teeküche, die nun also seit Kurzem auch zur Braustätte geworden ist. »Meine Überlegung war, dass ich ein wirklich handgemachtes Bier für mein Viertel hier machen möchte«, erzählt er. Handgemacht heißt, dass der Neu-Brauer auf Hilfsmittel wie etwa den voll automatisierten »Braumeister« – eine Art Thermomix für Mikrobrauer – , der die Produktionsschritte steuert, verzichtet.

Das sieht doch schon ein bisschen nach Bier aus.

Verträglicher Gerstensaft

Der Impuls zum Brauen kam aus dem eigenen Erleben. »Ich habe schon von einem halben Liter Bier oft Kopfschmerzen bekommen und habe mich deshalb mit der Herstellung von Bier beschäftigt«, erinnert er sich an das Jahr 2012. Zur Klärung des Bieres werden in den industriell betriebenen Brauereien Stoffe eingesetzt, über deren Gesundheitsverträglichkeit sich die Gelehrten streiten. Und: Meist wird Hopfenextrakt verwendet. Zur Freisetzung des Aromas bedarf es hierbei wiederum der Chemie. Und von der wollte Denver nichts in seinem Bier haben. Die Mittel für die abschließende Reinigung sind Chemie genug, denkt er. Also vertiefte er sich in die Kunst des Brauens und stellte Sud um Sud her. Nach seinem ersten Versuch, einem Kölsch, das nicht so gut gelang, wurde es immer besser. Geschmacklich gut und ganz ohne Kopfschmerzen. Das Brauen blieb Hobby, bis Andreas Stebner, bei dem Denver schon Brauseminare gab, kam und ihn dazu ermutigte, den Schritt zu wagen. »Ich schrieb also die entsprechenden Ämter an und wir besprachen hier, was zu tun wäre«, erinnert er sich.

Und das erst recht… Vor allem duftet es jetzt schon.

Der Start für Denvers Bier

Die Zusammenarbeit mit den Behörden sei richtig unkompliziert gewesen: »Ich wusste dann, was ich zu tun habe. Und das habe ich Stück für Stück erfüllt.« Und nun hat er also die Lizenz zum Brauen, Ausschenken und Verkaufen. In Zukunft sollen vor dem »Denverhaus« noch Tische und Stühle aufgestellt werden, damit sich die durstigen Kehlen dort gleich eines seiner Biere genehmigen können. Ein süffiges Landbier etwa, oder Weißbier. Vielleicht auch ein IPA. Damit die Versorgung demnächst gesichert ist, hat Denver aufgerüstet. Es kommt bald ein 75 Liter Topf mit einem integrierten Rührwerk. Der Rest bleibt aber Handarbeit, versichert er. Wie das Ganze wird, darauf ist er selbst gespannt. Wie das Bier angenommen wird? Ob er genug hat? Oder zu viel? Zu viel Biersorten kann es in jedenfalls in einer Stadt wie Wolfenbüttel kaum geben. Vielfalt erfreut. Und wenn man dann in Zukunft je nach Laune wechseln kann, dann trägt das absolut zur Attraktivität der Region bei. Die hängt vom Engagement von Menschen wie Denver Künzer ab. Woher die ihre Motivation nehmen ist meine Abschlussfrage: »Ich liebe es, etwas selbst herzustellen und mich dann daran zu erfreuen. Oder zu sehen, wie sich andere daran erfreuen.« Den »Gefallen« tue ich ihm gern.

So sitze ich gerade bei einem Gläschen Stout-Bier, das eigentlich noch etwas hätte lagern sollen. Ich hatte es als Probeflasche mitbekommen. Aber bis Anfang August wollte ich nicht warten. Und die heimische Verkostung bestätigte mich in meiner Ungeduld…

Und natürlich muss auch probiert werden.




Apfelbratwurst in der »13«

Ich treffe mich mit Sam Harvey, Marina Mazjuk und Frank Heine im »Zimmerhof 13«. Ab Sonntag gibt‘s dort eine exklusive Apfelbratwurst.

Wenn man von den Krambuden in Richtung großer Zimmerhof in Wolfenbüttel geht, entsteht schon eine Ahnung, welches Potenzial in Wolfenbüttel liegt. Die Bögen über den Balustraden wölben sich gemütlich, über dem traditionsreichen Gemäuer. In der Mitte des entstehenden Platzes um das das alte Karstadtgebäude entsteht ein modernes Wasserspiel. Und denkt man sich dann noch als zentrales architektonisches Ereignis das neue Löwentor als pulsierende Herzkammer der Lessingstadt, dann steht vor dem geistigen Auge Geschäftigkeit. Auch dort, im großen Zimmerhof, wo die Stadt jetzt noch Baustelle ist. Aber es tut sich etwas. Als ich mich jetzt mit Sam Harvey treffe, dem Wolfenbütteler »Börgermeister« und Koch im Irish Corner in der Kommisse, staune ich nicht schlecht. Wo auf der gegenüberliegenden Seite des alten Okerarms noch bräunlich, angegammelte Rollgaragentore den Blick beleidigen, ist das alte Mäuerchen zum Wasser hin, auf der Generationen von Kindern »balanciert« haben mögen – einschließlich mir selbst –, durchbrochen. Breite Stufen, mit hellem freundlichen Stein führen zur träge dahinfließenden Oker hin. Ein Ort, an dem Touristen und Einheimische bald verweilen werden, weil es doch eben der Augenblick ist, der so schön sein kann. Und an der Ecke, die »13«. Jene Kneipe, in der das erste Bier nach dem Abitur geschmeckt hat und in dessen Biergarten man so herrlich auch im fortgeschrittenen Alter sitzen kann.

Sams kulinarische Idee

Sam hatte mal wieder eine kulinarische Idee. Und die führt uns an diesem Tage zusammen. In der Kneipe wird noch gewienert, während uns Marina Mazjuk aufschließt. Mir, Sam und Frank Heine. Der Anlass: Während bei Slims eine kurze Sommerpause ansteht, möchte Sam sich ab Sonntag als Gastgriller im Zimmerhof 13 betätigen. Und weil er nicht nur seinen Grill mitbringen wollte, kam er zu Frank Heine mit einer besonderen Bratwurstidee. Aus seiner Kindheit kennt Sam eine Apfelbratwurst. Und die wollte er nach Wolfenbüttel bringen. »Ich fand die Idee sofort gut«, erzählt Frank Heine. Er machte sich an die Produktion und die Belegschaft und sam waren sofort zufrieden. »Der Apfel bringt eine wunderbare Saftigkeit in die Wurst«, meint Sam und verschwindet mit den Probebratwürsten in der Küche. Nach dem ersten Versuch verdoppelte Frank Heine noch einmal die Apfelmenge, verfeinerte die rohe Bratwurst mit Calvados und Salbei. Marina Mazjuk, mit der wir uns es draußen im Biergarten gemütlich gemacht haben, freut sich über das kurzzeitige kulinarische Angebot und hofft auf besseres Wetter.

Auf ein Bierchen in die Innenstadt

Unter den Schirmen aber kann man im Biergarten selbst einen kurzen Schauer überstehen, wie wir feststellen, während Sam mit vier Bratwürsten aus der Küche kommt, die er in gute Richter Abendbrötchen gesteckt hat. Um den Geschmack zu testen, gibt es kein Senf. Marina bringt noch passend ein Fläschchen kühlen Cider mit. Alle sind sich einig. Die Wurst ist ein echtes Erlebnis. Saftig, mit einem deutlichen, aber nicht dominierenden Apfelgeschmack, dazu gut gewürzt. Ein Cider passt tatsächlich bestens. Ab Morgen wird die Apfelbratwurst dann für alle Gäste angeboten. Für die Zuhausegebliebenen ein guter Anlass, endlich mal wieder in der Innenstadt ein kühles Bier oder eben Cider zu trinken und zu beobachten, wie sehr sich die Stadt zum Positiven entwickelt. Dass die Wolfenbüttelerinnen und Wolfenbütteler auch noch so kreativ miteinander zusammen arbeiten, macht die Sache und das dieses kulinarische Event nur umso sympathischer.




Griechisches Fest in der Taverne Cavos

  • _DSC2670-Bearbeitet-Bearbeitet
  • _DSC2663
  • _DSC2681
  • _DSC2685
  • _DSC2687
  • _DSC2696
  • _DSC2705
  • _DSC2709
  • _DSC2728
  • _DSC2714
  • _DSC2715-Bearbeitet-Bearbeitet
  • _DSC2716
  • _DSC2742
  • _DSC2736
  • _DSC2738

 

Wer kennt sie nicht? Die drei Stühle, die man braucht, um glücklich zu sein. Griechenlandurlauber kennen sie vor einer Taverne. Fans des Liedermachers Reinhard Mey aus seinem Lied »Tris Karekles«. Manchmal muss man aber gar nicht so weit fahren, um diese Stimmung zu erleben. In der Taverne Cavos konnten wir neulich einen griechischen Abend erleben, der einen in absolute Urlaubsstimmung versetzte. Bei diesem Wetter gerade das Richtige. Ein Buffet mit allen Köstlichkeiten, die das Herz begehrt. In ausverkauftem Haus wurde jeder einzelne Gast herzlich begrüßt. Die Reihen waren mal etwas durchmischt, denn beim Essen werden Fremde zu Freunden. Vollends zum urlaubsähnlichen Erlebnis wurde der Abend durch stimmungsvoll griechische Musik. Fans der Küche in der Taverne Cavos waren wir schon vorher. Jetzt zeigt sich auch noch: Dort sind leidenschaftliche Gastgeber am Werk, die auch echte Feste zu feiern verstehen. Gott sei Dank mit mehr als drei Stühlen…

 




Das Winzerdinner im Terra geht bald in eine neue Runde

Wir waren einmal wieder im Terra im The Ritz Carlton und trafen dort nette Menschen und erneut einen tollen Winzer: Christian Stahl.

Das Winzerdinner im Restaurant Terra im The Ritz-Carlton Wolfsburg ist für Kulinariker der Region längst kein Geheimtipp mehr. Nachdem ich im letzten Jahr das Weingut Stahl »verkostet« habe, nebst kulinarischer Begleitung aus der Terra-Küche, hat es mich unlängst wieder nach Wolfsburg gezogen. Das Wetter war schon herrlich und duftete nach Vorfrühling, die Lust auf ein gutes Menü also noch größer. Auf dem Programm stand – wieder – das Weingut Stahl. Letztes Mal hatte ich mir nach dem Abend nicht die übliche Bestellung gegönnt. Wer kennt das nicht? Man probiert im Urlaub einen tollen Wein und nimmt sich, wenigstens mit sechs Flaschen, eine kleine Erinnerung mit, die man dann beim Fotogucken genüsslich entkorken kann. Und was ist Essengehen anderes als ein kleiner Urlaub. Zumal im Terra. Also schadet die Wiederholung nicht. Zumal das Menü natürlich neu sein sollte.

Herrlich entspannte Atmosphäre

Die Atmosphäre im Terra ist herrlich entspannt. Und auch das aktuelle Menü war wieder einmal dazu angetan, die Seele baumeln zu lassen. Nach kleinen Brotvariationen kam mit der Vorspeise gleich ein kulinarischer Höhepunkt. Das Tatar vom Rind wurde in feiner Begleitung serviert – mit gepickeltem Gemüse, Zwiebel-Marmelade und einer feinen Schnittlauchcreme. Mix Pickle – als Kind fand ich das immer sonderbar, wenn mein Vater das zu einem gepflegten Tatar aß. Aber das »Gemischte Eingelegte« passt mit seiner leichten Säure tatsächlich bestens zu dieser Rindfleischspezialität und wird das nächste Mal zu Hause auch gereicht. Da muss man also erst im Terra essen, um diese Erfahrung zu machen und seinem alten Herrn so spät zustimmen zu können… Zu der Vorspeise gab es einen herrlich duftigen Botenstoff. Eine Scheurebe, die ich mir als Erinnerung für diesen Abend auf jeden Fall bestellen werde. Zwischendurch gab es ein prickelndes Sorbet. Ich liebe diesen Zwischengang, der leider viel zu selten angeboten wird und für ein genussvolles Innehalten bei einem Menü sorgt.

Mit gutem Essen und netten Gästen

Dann folgte eine Ofenkartoffel – sonst eigentlich nicht mein Fall. Diese aber war nicht so monstergroß und mit Dill, Forellenkaviar und Kräuter-Schmand wunderbar veredelt. Der Zweimännerwein, etwas gesetzter, passte glänzend zu diesem rustikalen Gang mit feiner Note. Dann gab’s einen Kalbsrücken – super zart – im Kohlblatt rosa gegart mit Sellerie-Stampf und Schmorkloßsauce mit einem trockenen Silvaner. Wenn nicht noch ein cremiger Mohn-Streuselkuchen im Napf gebacken auf dem Programm gestanden hätte. Von der Hauptspeise hätte man sich gern einen Nachschlag geholt. Das Winzerdinner im Terra war wieder einmal ein genussvoller Abend, bei dem man am Ende sogar mit seinen Tischnachbarn gut ins Gespräch kam. Unter Genussfreunden gibt es immer etwas zu bereden.

Wie geht’s weiter?

Das Format geht weiter – am 27. April mit Matthias Runkel vom Weingut Bischel in Rheinhessen oder am 4. Mai mit Markus Schneider vom gleichnamigen Weingut aus der Pfalz. Verheißungsvoll klingen beide Angebote, sodass man sich bei wenigstens einem dieser kulmarischen Ereignisse in Wolfsburg vielleicht wieder treffen kann – wenn es zeitlich passt. Und bis dahin hat ein junger Botenstoff von Stahl die eine oder andere Erinnerung an diesen wunderbaren Abend neu geweckt…




Ein Abstecher ins Sorrento

Ein Abstecher ins Ristorante Sorrento lohnt sich auf jeden Fall. Auf dem Bohlweg kann man ein Stück Süden in Braunschweig genießen.

Als Otto Julius Bierbaum sich mit dem Auto aufmachte, um über die Alpen in Richtung Süden zu fahren, da war das durchaus nicht gewöhnlich. Als der Mann mit diesem prächtigen und urwüchsig deutsch klingenden Namen in das deutsche Sehnsuchtsland fuhr, fing man gerade erst an, den Pferdewagen durch das Automobil zu ersetzen. Benzin gab es damals nur in Apotheken. Und wenn ein knatterndes und dampfendes Gefährt durch Städte oder Dörfer kam, dann war das Gesprächsstoff für einige Tage. Seine »empfindsame Reise« führte den Schriftsteller 1902 von Berlin nach Sorrent. »Das ist ein Ort, alles Hässliche zu vergessen, alle Sehnsucht zu verlernen, ganz der der Gnade des Augenblicks zu leben, aus tiefstem Herzen einer Schönheit froh… Hier ist der Glanz und die Klarheit, hier ist die ganze ruhige Fülle des Südens. Nur sehen sollte man hier und sollte nicht die köstlichen Gesichte stören mit Gedanken. Einfach in der Sonne liegen und das Glück genießen, – nur dies ziemt sich hier, und alles andre ist Sünde wider die Götter dieses paradiesischen Winkels, wo der große Plan noch lebt.«, schwärmt der Schriftsteller.

Seit 40 Jahren im Familienbesitz

Dort, wo man nur genießen sollte und nicht grübeln. Das sind die Orte, wo wir wieder richtig Mensch werden können. Sorrent liegt weit weg und ist für den einen weniger für den anderen noch weniger erreichbar. Am wenigstens im Alltag. Wie wunderbar also, wenn dass Sorrento in der Nähe liegt. In Braunschweig, dort wo das Leben dieser schönen Stadt pulsiert, im ersten Stock eines jener Häuser auf der gegenüber liegenden Seite des neu erbauten Schlosses, die nach dem Krieg im Kontrast zu der Vorkriegsschönheit der Löwenstadt funktional und wenig ästethisch gebaut wurden, liegt das Restaurant, das sogar eine Raucherlounge hat. Das Sorrento ist seit 40 Jahren in Familienbesitz und Brigitta Jünke-Bremer, vom Weinhaus Bremer, hatte mir schon seit geraumer Zeit geraten, dort einmal die italienische Küche zu genießen. Wenn sich einer mit kulinarischen Gaumenfreuden Italiens auskennt, dann sie. Also haben wir das Experiment gewagt.

Der Praxistest

Ich habe zwei Brüder, also konnten wir an diesem Abend drei Gerichte probieren. Und natürlich einen guten Wein – in diesem Fall einen frischen Barbera. Das Ambiente des Sorrento ist gepflegt und gemütlich, mit einer Spur Eleganz. Ein Ort zum Wohlfühlen. Es fühlt sich so an wie ein italienisches Restaurant. An diesem Abend gab es nur männliche Bedienungen. Dunkle Hose, weißes Hemd. Woran es auch immer liegen mag, aber in Italien habe ich höchst selten weibliche Servicekräfte am Tisch gesehen. Das ist nicht besser oder schlechter, aber schien uns allen charakteristisch. Nach dem obligatorischen Wartebrot, das allein schon Grund für ein italienisches Essen ist, und einer Vorspeise, probierten wir ganz unterschiedliche Gerichte – allesamt Klassiker: Lachs, Saltimbocca und schließlich Leber mit gedünsteten Zwiebeln und Rosmarinkartoffeln. Alle Gerichte gab es mit knackigen, perfekt zubereiteten Böhnchen. Zum Dessert (leider ohne Dessertwein) eine perfekte Pannacotta. Alles war lecker und rund abgeschmeckt. Gute Zutaten, feine Saucen und damit ein erstklassiges Italiener-Esserlebnis. Hier lohnt sich wieder ein Abstecher hin, wenn des Tages Unrast das Gemüt bedrückt – so hätte es wohl der empfindsame »Automobiler« Bierbaum gesagt. Nachdem der erste Besuch ein Erfolg war, kann man sich getrost das nächste Mal auf eine Empfehlung des Hauses verlassen. Ich werde also bald wieder ins Sorrento fahren – und vielleicht auch mal nach Sorrent selbst.




Wolfenbüttler Tortenkultur eröffnet

Im Herzen der Lessingstadt hat jetzt die Tortenkultur der Konditorei Mücke ihr Café unter den Krambuden 13 fertig renoviert und lädt zum süßen Genuss ein.

Daniel (links) und Jens Mücke und in der Mitte Jennifer Tasch.

Wahrscheinlich hat er das nie gemacht. Der Herzog nicht und genauso wenig seine Entourage. Aber ein netter Gedanke ist es: Die Höflinge und der Besuch des kleinen Potentaten könnten sich an einem schönen Märztag zu einem Spaziergang aufgemacht haben. Über den Schlossplatz, dorthin, wo die stolzen Bürger der Stadt Waren feilbieten. Unter den Krambuden. Schwatzend und lachend wären Sie in eines der Eckhäuser geschlendert, die schmalen Treppen hinauf, in ein kleines Kaffeehaus. Verwinkelt und etwas schief. Die Tapete mit höfischer Ornamentik, an den Wänden Bilder aus der Stadt. Kleine Möbel. Ein bisschen Biedermeier. Urgemütlich. Nicht so, wie die Kaffeehäuser der großen Städte. Kleiner. Jedoch mit Schick. Und mit deren Spezialitäten – Linzer Torte, Sacher oder kleine Törtchen und dazu erlesene Kaffeespezialitäten – kann man auch in dieser kleinen Residenz locker mithalten. Leider war der Hof schon ins benachbarte Braunschweig verlegt, bevor die Zeit der Kaffeehauskultur in Mode kam. Aber das schöne Schloss haben die Wolfenbüttler behalten. Und mit ihm den Glanz vergangener Tage.

Den Glanz der Geschichte bewahrt

Im neuen Projekt von Daniel und Jens Mücke ist ein bisschen von diesem Glanz bewahrt und ins 21. Jahrhundert übertragen worden. Wolfenbüttel hat Geschichte. Und es hat Zukunft. Dank des Engagements von Menschen wie dieses Brüderpaar, das lachend und feixend – so wie man sich das unter Brüdern vorstellt – im ersten Stock der Krambuden 13 sitzen und von ihren Plänen berichten. Die Mückes haben in Salzgitter Lebenstedt eine Bäckerei und Konditorei. Und Daniel pflegt das Handwerk dieser beiden Disziplinen nun in der fünften Generation. In der vierten ist der Vater noch aktiv und nun erweitern die Brüder die Aktivitäten des traditionsreichen Betriebes auf die Lessingstadt. Daniel ist Bäcker- und Konditormeister. Und was der Bruder macht, frage ich. »Was braucht man noch in so einem Geschäft?«, fragt er mit einem Augenwinkern zurück, um gleich darauf die Antwort zu geben: »Jemanden, der das das Geld zusammenhält«. Jens ist Betriebswirtschaftler. Und zusammen mit Jennifer Tasch, die ebenfalls mit am Tisch sitzt, ist die Tortenkultur seit Juni in Wolfenbüttel am Start. Und so richtig jetzt seit März dieses Jahres.

Tortenkultur: Der Name ist Programm

»Wir haben erst langsam gestartet und das Objekt renoviert«, erklärt Jens Mücke. Für die Inneneinrichtung ist Jennifer Tasch verantwortlich. »Wir wollten die Geschichte der Stadt aufgreifen und in diesen schönen Räumen spiegeln«, erklärt sie das Konzept. Und das ist gelungen. Man sitzt stilvoll in den beiden Räumen, die erlesen eingerichtet sind und viel Behaglichkeit ausstrahlen. Eine Konditorei in Wolfenbüttel, dem einstigen Standort der Konditorenfachschule, das ist nicht nur für die Lessingstädter wichtig, sondern ebenso für die Touristen in der Stadt. Deshalb, so betont Jens Mücke, habe man von Anfang an auch intensiv mit der Stadt kooperiert. Der Name »Tortenkultur« soll Programm sein. »Wir wollen Rezepte aufgreifen, die sonst nicht mehr so geläufig sind«, verspricht der Konditormeister Daniel Mücke. Die Massen für die Spezialitäten würden von Hand aufgeschlagen und kämen aus dem eigenen Hause, erklärt er. Dabei achtet man im Hause Mücke auf regionale Produkte und gute Qualität.

Der Faktencheck

Konditor und Bäcker, das seien zwei ganz unterschiedliche und gleichermaßen reizvolle Disziplinen, meint er. »Der Bäcker hat einen Teig und kann daraus unzählige Dinge kreieren. Der Konditor braucht hundert Sachen für eine Spezialität«, lacht er. Beides habe seinen Reiz. »Tortenkultur. Dieser Begriff soll sich entwickeln. Wir sind mit dem Stadtarchiv in Kontakt und suchen nach alten Hineisen, was früher in Wolfenbüttel so geläufig war. Das wollen wir aufgreifen. Da gilt es dann, alte Rezepte wieder neu zum Leben zu erwecken«, freut er sich. Zum Abschied stehen wir unten im Verkaufsraum. Die Torten lachen mich allesamt an. Nicht minder die Trüffelkreationen. Daniel Mücke macht noch ein Überlebenspaket fertig, das ich zuhause genießen darf. Linzer Torte, ein Törtchen mit weißer Schokolade, eins mit einer Schoko-Mousse und ein klassisches Himbeertörtchen. Alles gelungen und lecker. Nicht zur schwer, nicht zu süß. Das nächste Mal, wenn ich in der Stadt bin, werde ich das in der Atmosphäre dieses kleinen, aber feinen Cafés genießen. Nicht als Höfling des Herzogs, sondern als Wolfenbüttler, der die Stadt und seine Kultur liebt. Auch die Tortenkultur.




Beim Anders ist der Hamburger anders

Beim Anders im Magniviertel habe ich jetzt einen Hamburger probiert, der dem Namen des Hauses gerecht wird.

Manchmal ist es doch gut, wenn man mit Gewohnheiten bricht. Beim Essen sowieso. Natürlich, das Lieblingsgericht ist ok. Zuhause und im Restaurant. Es ist immer gut, seine Traditionen beim Essen zu haben. Wenn es danach gegangen wäre, hätte ich beim Anders mit meinem Freund Paul wieder das Holzfällersteak nehmen müssen. Bewehrt und gut. Eigentlich wollten wir erst gar nicht in die Karte gucken. Aber wir wagten den Blick, und diesmal waren wir beide vom Hamburger »Anders« angefixt. Wirklich anders? Das musste getestet werden. Nach dem ersten Bier wurde er dann serviert und sah tatsächlich nicht üblich aus. Schon der Teller ist ein optisches Highlight. Alles hübsch arrangiert und nicht lieblos auf dem Teller vergessen. Auch bei einem Hamburger erfreut das. Jedenfalls wenn man ihn im Restaurant serviert bekommt.

Eine gute Komposition

In der Reihenfolge. Ich esse immer zuerst den Salat. Krautsalat ist nicht gleich Krautsalat. Er kann wahlweise zu sauer, zu süß, zu knackig, zu labbrig sein. Dieser hier ist die ideale Mitte der kuliarischen Pendelschäge: Mürbe im Biss, nicht zu weich, eine angenehme Säure und vor allem saftig. Der Hamburger ist tatsächlich anders. Auf einen größeren Kohlehydratanteil wurde mit einer kleinen Scheibe Toast verzichtet. Das bildet die Mitte einer Komposition aus einem Black-Angus Hacksteak mit hausgemachter Barbecue-Sauce, kross gebratenen Speck, Zwiebeln, Käse und einem saftigen Steak. Die Barbecue-Sauce war, für meinen Geschmack gerade richtig: leicht rauchig aber immer noch fruchtig mit einer angenehmen Süße. Auch wenn es auf den ersten Blick knapp aussieht. Mit dem Teller wird man gut satt. Und glücklich sowieso.




Moussaka beim Olympia

Ich war mit meinem Kumpel Sam beim Restaurant Olympia in Wolfenbüttel, und wir wurden mit einen griechischen Klassiker außerhalb der Karte verwöhnt: Moussaka.

»Was dem Italiener die Lasagne ist Menios Koukoulas Moussaka«, sagt Sam. Sam ist mein kochender Kumpel aus dem Börgerbüro und Menios Grieche, und er betreibt das Olympia auf der Harzstraße. Wenn Köche einander besuchen, dann ist das ein gutes Zeichen, finde ich. Und die Chance etwas Besonderes zu bekommen. In diesem Fall ist das Moussaka. Für die griechische Küche ist das natürlich nichts Ungewöhnliches. Denn neben dem allgegenwärtigen Gyros oder Souflaki ist der Auflauf, der eigentlich aus dem arabischen Raum stammt, eines der bekanntesten Gerichte der griechischen Küche. Das ist doch wirklich eine schöne Sache. So wenig, wie sich Türken etwa und Griechen Manchesmal auf den Pelz gucken können. Beim Moussaka ticken sie ähnlich. Die Zubereitungsarten sind je nach Region selbstverständlich unterschiedlich. In eine Moussaka kann man alles und nichts reintun. In der Fastenzeit hört man sogar von fleischlosen Varianten… Im Olympia steht sie normalerweise nicht auf dem Programm. Aber für Sam wurde die Auflaufform gefüllt. Die Familie bekommt ihre Portion und der Rest wurde im Abendbetrieb abverkauft. Wir und ein paar Gäste hatten also Glück.

Moussaka – ein Traum

Beim Olympia, das auf den ersten Blick etwas folkoremäßig rüberkommt, aber trotzdem sehr gemütlich ist, gibt es zunächst eine ansehnliche Vorspeisenplatte mit duftend frischem Brot. Da überzeugen etwa eine leckere Ei-Käsecreme, eine pikante Fischcreme, weiße Bohnen, eingelegte Paprika aber nicht zuletzt auch das klassische Tzatziki. Diese kleinen Häppchen haben den Vorteil, dass man rasch ins Gespräch kommt, auslotet, was der eine oder andere mag und dabei flugs die Zeit vergisst. Dann ist die Spannung groß. Die Moussaka rauscht auf den Tellern heran. Stattlich erheben sich Kartoffelschichten, abgewechselt von Hack, mit Zwiebeln und Auberginen. Oben auf eine aufgeschlagene Bechamelsauce mit Käse überbacken, goldbraun und duftend. Deftig und leicht zugleich. Ein Traum. Nichts für den kleinen Hunger. Am Ende bekommen wir noch ein Päckchen für den nächsten Tag mit nach Hause. Und aufgewärmt schmeckte es mindestens genauso gut. Man versteht sehr schnell, warum dieses Gericht so verbreitet ist. Ob aus Sams kundiger Hand zubereitet als Sheppards Pie oder eben hier in der mediterranen Variante.

Ein zünftiger kulinarischer Abend mit Sam animiert zu weiteren Entdeckungserkundungen im Olympia. Natürlich traue ich seinem Urteil, dass auch der Rest der Küche exzellent sei. Aber in kulinarischen Dingen probiert man am Ende doch immer liebsten selbst…




Der Bentley Afternoon Tea im Ritz-Carlton

Der Bentley Afternoon Tea im The Ritz-Carlton Wolfsburg ist allein schon ein Ausflug nach Wolfsburg wert. Dazu kann man in der Autostadt noch eine »Exkursion« unternehmen.

Der Winter kann lang werden. Weihnachten wäre er am schönsten gewesen. Aber die Ehre gibt er uns selten. Und auch wenn die Tage wieder länger werden: Es fehlt Licht und Wärme. Eine gute Antwort darauf ist ein Nachmittag in der Autostadt. Ein freier Samstag passt zum Beispiel oder ein Sonntag. Wir haben das jetzt ausprobiert: erst Kultur dann Kulinarik. Wenn ich ehrlich sein soll, insbesondere den ersten Teil hätte ich dort nicht erwartet. Unterhaltung für Autoabholer war die Prognose. Ein famoser Nachmittag mit guter Unterhaltung, Informationen und Erlebniskultur die Wirklichkeit. Dass die Teezeit im Ritz Carlton ein Erlebnis wird, das war eher zu erwarten. Aber auch hier gilt: So ein »Essengehen« stand noch nicht auf dem Programm. Jedoch von vorn: Der Bentley Afternoon Tea hat mich angelacht, seit ich das erste mal davon erfahren hatte. Gut, eine Schwäche für britische Kultur habe ich sowieso. Clotted Cream, Scones und Sandwiches mit herrlich aromatischen Tee nebst zelebrierender Teekultur, das ist schon etwas Besonderes.

Nachmittags Essen gehen

Abends Essen gehen, ist Standard. Frühstücken ist Trend. Beim Nachmittagskaffee kommt man allerdings doch eher selten raus. Es sei denn, es steht ein Ausflug an. Deshalb vorweg. Der Bentley Afternoon Tea funktioniert genauso ohne vorherige Aktivität. Aber natürlich genauso mit. Im zweiten Fall sollte man gut Zeit einplanen. Wir waren gegen 13 Uhr in der Autostadt und haben uns zunächst des fahrbaren Untersatzes entledigt. Bis auf die Winterwelt und einige kulinarische Angebote war der Erlebnispark rund um die VW-Produktion in Wolfsburg bisher noch nicht wirklich auf dem Radar. Und das, obwohl ich ein ausgesprochener Autonarr bin. Die Autostadt bietet Führungen an – wir haben eine in Anspruch genommen –, man kann allerdings auch allein durch die Ausstellungen pilgern.

Kommunikation wird in der Autostadt großgeschrieben!

In der Autostadt, das kann man wirklich sagen, wird Kommunikation großgeschrieben. In den meisten Bereichen gibt es zwar keine standardisierten Audioguides, dafür aber jede Menge »echte Menschen«, die nicht nur fachkundig, sondern engagiert Auskunft geben können – und wollen. Ich habe selten eine so kurzweilige und inhaltlich auf Bedürfnisse abgestimmte Führung erlebt wie durch die Exponate der Autostadt. Ein Freund meinte neulich, die vielen Mitarbeiter schüchterten ihn ein. Das mag an Museumserfahrungen liegen, die auch bei mir nur so aussehen, dass Aufpasser höchstens dazu da sind, dass man sich den Exponaten nicht zu weit nähert oder die einen anderweitig auf ungebührliches Verhalten hinweisen.

Man kommt aus dem Staunen nicht heraus

In der Autostadt dürfen, ja sollen Fragen gestellt werden. Wir wollten uns erst einmal einen Überblick verschaffen. Deshalb schauten wir uns die Geschichte der Automobile mit Muße an. Die Pionierautomarken stehen hier friedlich nebeneinander. Beim Käfer seufzen sicher 90 % der Besucher in Erinnerung an den ersten fahrbaren Untersatz auf (oder an den ihrer Eltern…). Bei den Bentleys und anderen Luxuskarossen kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Einen eigenen Tag fast bräuchte man wohl für das Porschehaus, das einen schon architektonisch gefangen nimmt. Im Haupthaus gibt es Ausstellungen ohne Ende: zum Thema Wirtschaft und Börse, Innovation, Ökologie und, und, und. Und zwar so, dass man sie mit Unterhaltung und Wissensgewinn anschauen kann. Zwei Stunden vergehen wie im Flug, bevor wir zur Hauptsache kommen. Dem leiblichen Genuss, der im Ritz Carlton auch ein ästhetischer ist. Das »Wohnzimmer« im Hotelfoyer ist gleichermaßen großzügig wie heimelig. Der Blick auf die Industriebauten und Wasserstraßen wirkt im dämmernden Spätnachmittagslicht fast romantisch. In luftigen Raumteiler züngeln gemütlich Flammen, die Kaminatmosphäre vermitteln.

Angekommen zu Hause

Man setzt sich auf die bequemen Sitzgruppen und ist angekommen. Das liegt nicht zuletzt am Service, der einem das Gefühl gibt, sofort heimisch zu sein. Eine große Holztruhe wird gereicht, in der die verschiedenen Teetypen zum Beschnuppern sind. Hier kann man von weißen über grünen bis hin zu edel aromatisierten Tees fündig werden. Ich nehme den original Englisch Breakfest Tea. Auf der Insel pflegt man die Teetradition seit dem 17. Jahrhundert. Da ist der pure Genuss zum Start fast Verpflichtung. Später kann man noch allerlei anderes ausprobieren. So wie in England üblich wird der Lowtea mit herzhaften und süßen Spezialitäten in einer Etagere angeboten. Zuvor gibt es einen erfrischenden Aperetif – mit oder ohne Alkohol. Beide sind lecker.

Auf das Abendessen kann man verzichten

Was auf den ersten Blick vielleicht knapp aussieht, entpuppt sich im Verlauf eines genussreichen Nachmittags als gut geeignet, auf ein weiteres Abendessen zu verzichten. Neben Tee satt werden zunächst einmal die köstlichen Sandwiches gekostet. Mit Gurke, wie sich das gehört, Lachs, Ei und geräuchertem Speck. Damit es keinen ehelichen oder partnerschaftlichen Streit gibt: für jeden immer eines. Zwischen dem weichen Sandwichbrot warten himmlische Cremes auf den Genuss. Zum Bentley Tea wird eine Zeitung gereicht. Je nach Verständigungslust kann also gelesen, geträumt oder in Ruhe geplaudert werden. Wenn man sich umschaut, so sieht das suchende Auge vor allem Freundinnen, die sich wohl nach dem Einkaufsbummel hier treffen sowie Gruppen. Vor allem Frauen, wie die Servicekraft schmunzelnd bemerkt. Als Mann kann ich dazu nur sagen: Auch der nächste Herrennachmittag sollte dort hingehen. Diese Art von Genuss ist genauso etwas für uns.

Ein herrlicher Nachmittag

Nach den Sandwiches kommen die Scones. Natürlich in verschiedenen Variationen und vor allem aber mit Clotted Cream und Erdbeerkonfitüre. Die Cream ist nicht schwer und allein, etwa zu den Tonkabohnenscones, ein Genuss. So geht »Slow Food«. Mittlerweile ist bestimmt schon eine gute Stunde vergangen. Die zweite Kanne Tee wird gereicht. Wagemutige, wie meine Frau, probieren sie aus. Ich bleibe beim Original. Die Zeit verstreicht. Langsam wird es dunkel. Und Behaglichkeit macht sich breit. Kleine Törtchen geben das süße Finale. Passionsfrucht, grüner Tee, Apfel in diesem Fall. Vom benachbarten Fußballstadion kommen Fans in die Hotellobby, junge Familien mit Kindern, neben den Geschäftsleuten, die noch etwas zu besprechen haben. Die Atmosphäre ist belebt, ohne nervös zu werden. Wenn das letzte Törtchen verputzt ist, stellt sich Zufriedenheit ein. Wer möchte, kann noch einen Absacker in der Newmans Bar trinken oder genießt einfach den Nachklang eines herrlichen Teenachmittags.




Mit Butlers Bonus Buch kulinarische Vielfalt entdecken

Butlers Bonus Buch zeigt: Unsere Region hat kulinarisch ganz schön was zu bieten. Ein gutes Weihnachtsgeschenk für alle Kulinariker.

Mit dem Essengehen ist das so eine Sache. Man hat seine lieben Gewohnheiten. Das ist auch gut so. Einerseits. Denn es ist eine schöne Sache, in einem Restaurant aufzuschlagen, in dem man nicht nur als Gast, sondern als Freund begrüßt wird. Bei Letzteren kennt man Vorlieben, oder man weiß, wie wagemutig der Gast ist, wenn es darum geht, neue kulinarische Ufer zu entdecken. Aber genauso schön ist es natürlich andererseits, die ganze Vielfalt der Region kennenzulernen. Wer Butlers Bonus Buch aufschlägt und durchblättert, der sieht überdies: Für viele Dinge muss nicht einmal eine Fernreise arrangiert werden. Denn die Region hat viel mehr zu bieten, als man glaubt. Die 260 seitige Broschüre zeigt zudem, ganz nebenbei, bei Kulinarisch38 haben wir noch Stoff für die nächsten zehn Jahre. Mindestens.

Breites Angebot im Bonus Buch

Angeboten werden 400 Gutscheine von 224 Teilnehmern. 200 »2 für 1 Angebote« befördern den Wagemut, einfach einmal etwas Neues zu probieren. Abgedeckt wird praktisch der gesamte Kulinarisch38-Raum: Braunschweig, Wolfenbüttel, Salzgitter, Harz, Wolfsburg und Gifhorn in Gastronomie vornehmlich, aber auch mit Freizeitangeboten, Dienstleister und Handel. Das Spektrum der gastronomischen Angebote reicht vom Imbiss bis hin zur gehobenen Gastronomie. Ganz neu zum Beispiel ist das »meynum« in Meine, das mediterrane Spezialitäten in modernen Ambiente anbietet. Feinste Grillkultur gibt’s ab Dezember bei »Liebes Kuh«. Spanische Spezialitäten im El Mundo. Um nur einige Möglichkeiten zu nennen.

Für Kulinariker in der Region oder welche, die es werden wollen, ist das Bonus Buch ein ideales Geschenk. Nicht, um seinem Lieblingsrestaurant untreu zu werden. Sondern um die ganze gastronomische Vielfalt der Region kennenzulernen. Wenn man das ganze Buch schaffen will, muss man sich schon ganz schön ranhalten. Aber so ein Jahr ist ja lang…