Der letzte Champagner

Ob als letztes Schnäppchen im Weihnachtseinkauf oder als Post-Weihnachts-Gabe: Der letzte Champagner von Carsten Sebastian Henn ist ein lesenswerter kulinarischer Krimi.

Wann, wenn nicht in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr kann man sich zurückziehen? Am besten mit einem guten Buch, einem Gläschen Rotwein. Den Duft des Tannenbaums noch genießend, mit einer kuscheligen Decke und viel Ruhe. Das neue Buch von Carsten Sebastian Henn könnte so ein Begleiter sein. Statt eines Rotweines böte sich auch ein frischer Champagner an und ein Gläschen Fachinger. Denn neben dem Ermittler Professor Dr. Dr. Dr. h.c. Adalbert Bietigheim, seiner Assistentin und dem hemdsärmeligen Pit sowie dem Hund Benoit von Saber sind das die Protagonisten eines kurzweiligen Kriminalromans, der so leicht und fein perlt, wie der Titel das verspricht. »Der letzte Champagner« ist der vierte Fall des schrullig liebenswerten Inhabers eines Lehrstuhles für Kulinarik und mein erster, den ich gelesen habe.

Wissenswertes zum Chamapgner

Henn versteht etwas vom Fach. Das ahnt sogar, wer nichts oder wenig vom Thema Champagner versteht. Kein Wunder, denn der Autor schreibt nicht nur für nationale und internationale Weinmagazine, sondern er sitzt auch in den Jurys mehrerer Weinpreise. Sein Wissen verpackt er allerdings mit einer gehörigen Portion Humor und erzählerischen Können, sodass das Wissenswerte eher wie nebenbei transportiert wird. Der verzwickte Fall fängt in einem wunderbaren Weinkeller in illustrer Runde an, bei dem besondere Champagner verkostet werden. Gislain de Montgolfier wird der Kopf abgeschlagen. Und zwar ganz genauso wie das offenbar Champagnerkenner mit einer Flasche tun: mit einem gezielten Hieb.

Held wider Willen

Der mehrfach promovierte Kulinariker repräsentiert den Typus des unfreiwilligen Ermittlers, in der Tradition eines Pater Browns. Bei Lichte betrachtet ist er ein egoistischer, narzistischer Genussmensch, der seine Mitarbeiter drangsaliert und seine Mitwelt gering schätzt. Im Verlaufe der Suche nach den Schuldigen dieses Mordes erscheint er aber genauso als Held wider Willen, dem aufgrund seiner Starrköpfigkeit sogar als Geisel ein erlesenes Mahl nebst ausgesuchtem Tabak zuteilwird. Anders bekommt man aus Adalbert Bietigheim nichts heraus. Sein Weg führt ihn ins pittoreske Reims, zu einer bildschönen Yogalehrerin und vor allem zu kulinarischen Genüssen wie Pate de fruits. Bei aller Eile wird der Blick immer wieder auf die schönen Dinge gelenkt – und das natürlich in der angemessenen Gemütsruhe.

Spannungsreicher Roman

Der Autor versteht sein Handwerk. An die Seite des versnobten Professors stellt er, dramaturgisch geschickt, ein schlichteres Raubein. Szenenwechsel erfolgen spannungsreich, sodass man den Roman am besten gar nicht erst aus der Hand legt. Krönender Abschluss des lesenswerten Krimischmökers sind zwei, natürlich Champagnerrezepte und ein ausführliches Glossar zum Thema. Dass in dem verwickelten Fall »Staatlich Fachingen« eine besondere Rolle spielt, freut mich persönlich sehr. Denn für meinen Geschmack ist es das Wasser für eine Weinbegleitung überhaupt. Es hat Charakter und ist unverwechselbar. Wie Carsten Sebastian Henns noble Hauptfigur, dessen Arbeit in den Folgen eins bis drei ich mir jetzt zu Gemüte führen werde.




Lebenshilfe Wolfenbüttel stellt Kochbuch vor

Die Lebenshilfe Wolfenbüttel stellt ein Kochbuch vor – es ist inklusiv, also barrierefrei, wunderbar illustriert und sehr praktisch. Ein schönes Projekt.

kochbuch-Lebenshilfe

In der Regel gibt es Kochbücher nur dann, wenn es gilt, Ausgefallenes auf den Tisch zu zaubern. Je exotischer umso besser. Und nur ganz selten nimmt der Trend, kreativ und selbst zu kochen, auf Menschen Rücksicht, die mit einem Handicap zu kämpfen haben. Barrierefreiheit ist eben leider immer noch ein Thema, an das viele (ich selbst eingeschlossen) oft nicht denken. Umso erfreulicher war die Überraschung, als ich jetzt eine Buchveröffentlichung in die Hand bekam, die in Sachen kulinarisch zwar nicht die Erwartung nach dem spektakulären »Höher, Schneller, Weiter« erfüllt, dafür aber die Basics klar, anschaulich und vor allem liebevoll und ästethisch anspruchsvoll transportiert. Was Nele Zumbeck mit ihrem Team von der Werkstatt für Industriearbeit der Lebenshilfe Wolfenbüttel zusammengestellt hat, das ist ein Kochbuch, das alle Menschen dazu motivieren möchte »mal zu probieren«. Den Kochlöffel in die Hand zu nehmen und selbst zu kochen.

tisch-aquarell

Wunderbare Illustrationen machen dieses Lebenshilfe-Kochbuch zu einem Hingucker.

Jeder kann Kochen

Es ist ein persönliches Buch, das aber einen barrierefreien Spaß am Kochen schaffen kann. Die Grundaussage: Jeder kann kochen. »Lade dabei deine Freude ein, gemeinsam Kochen ist ein Fest«, heißt es im Vorwort treffend. Das Schöne an den Rezepten: Es werden ganz praktische Tipps – auch wenn etwas mal misslingt – gegeben, die vielleicht vor einer Generation noch selbstverständlich waren, heute jedoch eben nicht. Was muss man beim Abspülen scharfer Messer beachten? Wie gehe ich bei einem Rezept vor? Man merkt, dass dieses Buch eine Gemeinschaftsarbeit ist und aus dem Leben gegriffen. Ob Toast Hawaii, Ofengemüse oder Kräuterdip. Jeder einzelne Kochschritt ist gut erklärt und übersichtlich bebildert. Zwischendurch gibt es immer wieder wunderbare Illustrationen, die dieses inklusive Kochbuch zu einem echten Hingucker machen. Das Buch ist bei der Lebenshilfe Wolfenbüttel zu erhalten. Schön wäre es, wenn auch der örtliche Buchhandel dieses Projekt unterstützen würde.




»Die Küche Frankreichs« auf deutsch erschienen

Die Küche Frankreichs – da traut man sich außerhalb der Grande Nation nicht gern ran. Ralf Harrendorf von der Buchhandlung Pfankuch stellt ein neues Standardwerk vor.

lyon-928595_1280

»Französische Küche« – das verbindet man schnell mit Haute Cuisine: schwer nachkochbar, vielleicht für unsere Verhältnisse auch ein wenig überkandidelt. Natürlich ist das nur die halbe Wahrheit, denn auch unsere Nachbarn im Westen haben ihre einfache Familienküche und ihre bodenständigen Traditionsrezepte.

»Die Küche Frankreichs«, soeben für 39,90 € im Christian Verlag auf deutsch erschienen, zeigt beide Seiten und hat das Zeug, zum neuen Standardwerk zu werden. Auf über 500 Seiten finden wir alles, was man über die französische Alltagsküche und über ihre Spezialitäten wissen muss. Das Buch ist nach den neun großen Regionen Frankreichs geordnet, und bietet neben den Klassikern wie Bouillabaisse oder Quiche Lorraine auch viele Informationen und Erklärungen zu regionalen Produkten und Eigenheiten. Tipps und Tricks ergänzen die Rezepte, Fotos und Zeichnungen sorgen für Anschaulichkeit und laden dazu ein, in diesem schönen Buch zu blättern, zu schwelgen und sich inspirieren zu lassen. Auch wer’s exotisch mag, kommt bei einem Abstecher in die französischen Überseegebiete auf seine Kosten.

Ein alphabetisches Register und eins nach Zutaten runden das umfangreiche Werk ab. Apropos Zutaten: einige wenige wird man nur schwer hier in Deutschland bekommen können, aber im Großen und Ganzen wird man keine Probleme haben, mit diesem Buch die Küchengeheimnisse der französischen Küche zu entdecken und mit Freude à la francaise auftischen zu können.  Also ran an die Töpfe und: Bon appétit!

Die Küche FrankreichsDie Küche Frankreichs ist 512 Seiten stark und hat über 400 Abbildungen. Es ist über den örtlichen Buchhandel zu beziehen oder auch online bei Pfankuch.

Pfankuch
Kleine Burg 10
38100 Braunschweig
Tel. 0531 / 45303
Mo-Sa 9.30h – 20.00h



Tom Hillenbrand: Der Kaffeedieb

In diesem historischen Roman spielen das Lieblingsgetränk der Deutschen und herrlich ein sympathischer Gauner die Hauptrolle. Der Kaffeedieb ist für bibliophile Kulinariker ein Muss.

coffee-779268_1280

Mit manchen Autoren ist es eine sonderbare Sache. Sie sind echte Lebensbegleitungen. Aber naturgemäß einseitige. Man verfolgt die Arbeit dieser Leute und wartet sehnsüchtig auf einen neuen Titel. Da gibt es die Autoren, die bei einem Stil bleiben. Und jene, die wandlungsfähig sind und immer wieder überraschen. Beide haben ihre Berechtigung. Tom Hillenbrand gehört auf jeden Fall zu der zweiten Kategorie. Die kulinarischen Krimis mit dem sympathischen Koch Xavier Kieffer wurden hier schon gewürdigt. Nun hat sich der ehemalige Ressortleiter bei Spiegel online einem neuen Genre angenähert. Dem historischen Roman. Und das tut er mit der gleichen Leichtigkeit und Lebendigkeit, die seine anderen Romane auszeichnet. Diesen Obediah Chalon hat man, obwohl oder vielleicht, weil er ein Gauner ist, eigentlich gleich während der ersten Zeilen ins Herz geschlossen. Hillenbrand führt uns ins England des späten 17. Jahrhundert. Und Obediah, er sei hier gleich gedutzt, ist eine Mischung aus Privatgelehrter und Alchemist, Gauner und Kunstliebhaber, Literat und Schöngeist. Er ist, das sei hier nur am Rande vermerkt, privat in das Räderwerk konfessioneller Konflikte geraten, die den Kontinent über Jahrhunderte bestimmt hat. Katholiken standen gegen Reformer – ob sie nun Protestanten oder Calvinisten waren.

Der Kaffeedieb on tour

Der Titel des Buches Der Kaffeedieb zeigt gleich an, wohin die Reise geht und vor allem, worum es geht. Um den Kaffee. Der trat in dieser Zeit, in die uns der Autor entführt, seinen Siegeszug an. Dabei muss man noch kurz ein paar Worte zum Genre historischer Roman sagen. Im 19. Jahrhundert entstand er, galt dann lange Zeit als verpönt und ist nun wieder richtig auf Kurs und beliebt. Tatsache ist: Was auf den ersten Blick leicht erscheint, ist wirklich höllisch schwer. Denn der Romanautor muss, wenn er sich in eine Zeit hineinversetzt, mit dieser spielen. Muss hinzufügen, wenn er den Geist der Zeit verstanden hat, und muss vor allem aber genau um deren Umstände wissen. Von der Mode angefangen, über die Essgewohnheiten bis hin zu den großen historischen Linien. Und das macht Hillenbrand in meisterhafter Art und Weise. Man liest die Abenteuer unseres britischen Freundes und seiner internationalen Diebesbande, die er anheuert, um Kaffeepflanzen zu stehen, und merkt gar nicht, dass man ein richtiges Geschichtsbuch in der Hand hat.

Wunderdroge Kaffee

KafeediebAllein, wie der Autor die Zubereitungsweise und die Atmosphäre in den Kaffeehäusern beschreibt, ist lesenswert. Das Zeug muss im England dieser Tage grauselig geschmeckt haben. Der Kaffee wurde in Pfannen geröstet, vorgekocht und aus Fässern ausgeschenkt. Trotzdem ist er wegen seiner belebenden Wirkung beliebt und versetzt den Kontinent in einen wahrhaftigen Rausch. Die Niederländer, heute eher politisch am Rande, waren damals die große Handelsnation neben England. Kaufleute von dort heuern also Obediah (nicht ganz freiwillig) an, um die von den Türken gut bewachten Kaffeeplantagen, um ein paar Setzlinge zu erleichtern und damit einen eigenen Handel aufzubauen. Was folgt, ist eine Verfolgungsjagd durch ganz Europa und den vorderen Orient. Obediah heuert eine Bande von Desperados an, wird vom französischen Geheimdienst gejagt wird. Ja, und mehr darf man eigentlich nicht sagen. Alles andere wäre Verrat an einem grandiosen Buch, das historisch und kulinarisch eine rasante Geschichte erzählt, die man – Klischee hin, Klischee her – nicht aus der Hand legen mag. Immer in der Hoffnung, dass Tom Hillenbrand demnächst wieder die Muse küsst und wir vielleicht wieder etwas von Xavier, Obediah oder einem anderen Zeitgenossen hören, der der Fantasie dieses wunderbaren Autors und Wegbegleiters entspringt.

Das Buch aus dem Verlag Kiepenheuer und Witsch ist gebunden, hat 470 Seiten und ist über den örtlichen Buchhandel zu beziehen. In Braunschweig etwa Pfankuch oder in Wolfenbüttel Behr.




Buchhandlung Pfankuch: »Im Restaurant – Eine Geschichte aus dem Bauch der Moderne«

Das Restaurant als besonderer Ort. Ralf Harrendorf von der Braunschweiger Buchhandlung Pfankuch stellt »eines der besten Sachbücher dieses Frühjahrs« vor.

dining-room-103464_1280

Eines der besten Sachbücher dieses Frühjahrs kommt von Christoph Ribbat und heißt „Im Restaurant – Eine Geschichte aus dem Bauch der Moderne“: eine wahre Fundgrube für jeden, der sich kosmopolitisch für Culinaria interessiert.

Aus kurzen Abschnitten montiert, bieten die 230 Seiten dieses Buches nicht nur Einblicke in die Geschichte des Restaurants (egal ob Gourmettempel oder Döner-Bude), sondern sie lassen uns auch teilhaben an Freud und Leid des Personals an Herd und Tisch. Auch die Gastrokritik, die dazu beiträgt, „dass aus dem körperlichen Akt der Nahrungsaufnahme eine ästhetische, eine intellektuelle Praxis wird“, wird bedacht. Etwa, wenn wir erfahren, dass 1921 in der New York Times sich darüber mokiert wurde, statt wahrer Gourmets hielten sich nur „Barbaren“, die darüber hinaus auch noch „Jazz zum Dinner“ wünschten, in den Restaurants auf.

ANZEIGE

42526Dass in Restaurants eben nicht nur gegessen wird, sondern dort auch erwähnenswerte Erlebnisse stattfinden, zeigt bereits ein kurzer Blick ins Register. Neben den üblichen Verdächtigen wie Paul Bocuse oder Eckart Witzigmann, begegnen wir u.a. auch Truman Capote, George Orwell, Elvis Presley und Jean-Paul Sartre.

Ein rundum geglücktes und erfreuliches Buch!

(Erschienen bei Suhrkamp, 19,95 Euro); und bei Pfankuch erhältlich.




So frühstückt die Welt

So frühstückt die Welt – Rezepte und Geschichten von der vielleicht nicht wichtigsten, aber gewiss eine der schönsten Tagesmahlzeiten. 

breakfast-1062749_1280

Frühstück ist für jeden etwas anderes. Klar, die Geschmäcker sind natürlich auch sonst immer verschieden. Aber bei der ersten Mahlzeit geht es nicht nur um süß oder salzig. Nicht nur um das Wie. Sondern mehr um das Ob oder Wie viel. Es gibt ganz unterschiedliche Frühstückstypen. Und für jeden ist etwas dabei in »So frühstückt die Welt«. Das im letzten Jahr erschienene Frühstücksmanifest, ist mehr als ein Buch. Das vorweg. Nicht nur Rezeptsammlung. Nicht nur schöne Bilder. Nicht nur Sachinformationen. Als wollte das Autorenkollektiv Melanie Jonas, Margitta Schulze Lohoff, Holger Talinski und Diana Müller die Vielfalt der Möglichkeiten auch formal darstellen, haben sie im Delius Klasing Verlag eine Anthologie herausgegeben, die ein bibliophiler Genuss ist. Ein Fanal für das gedruckte Buch. Das fängt bereits beim schmaleren Hochformat an, das gut in der Hand liegt, setzt sich mit dem edel mattgestrichenen Papier, den wirklich gut geschriebenen Texten fort und geht über die Ausstattung mit farblich angepassten Lesebändchen weiter. Am besten ist, man liest dieses Buch nach dem Zufallsprinzip. Einfach aufschlagen und losgeht’s ins Frühstücksparadies.

ANZEIGE

Die Erkundung der Frühstückswelten

Von vorn nach hinten geht natürlich auch. Aber spannender ist die zufällige Entdeckungstour. Denn es gibt wunderbare Reportagen über Frühstücker aus aller Welt, die in Berlin ihre Passion mit Freude leben. Projekte werden vorgestellt, wie etwa das Onlinefoodmagazin »Fraeuleinchen«. Es gibt Wissenswertes in Kurzform – etwa der Überblick über weltweite Frühstücksgewohnheiten oder ein Interview mit der Ernährungsexpertin Dr. Gesa Schönberger. Die räumt mit der Legende auf, dass das Frühstück die wichtigste Mahlzeit sei. Auch wenn dies der Volksmund so dauerhaft verspricht. Aber wer das Buch liest, der wird sich dem Reiz dieser Mahlzeit nicht entziehen können. Vor allem, wo man, zumindest am Wochenende, doch den ganzen Tag frühstücken kann. Ob bei Facebook oder im angesagten Szenelokal. Alles geht. Und vieles schmeckt.

egg-722847_1280

Deftig oder molekular oder beides?

Schließlich können wir ja durchaus mal variieren. Wer es leicht und schnell mag, für den sind kleine mediterrane Rezepte das Richtige. Denn der Südtiroler (und Italiener) Lenz Koppelstätter, der seit Jahren in Berlin lebt, erklärt uns, wie das mit dem Kaffeetrinken wirklich geht. Auch wenn Paolos »Bar Bianco« gerade nicht in der Nähe ist. Wer mal richtig reinhauen möchte, für den wird genau beschrieben, wie ein »Full English Breakfast« vorbereitet wird. Das ist schon eine deftige Mahlzeit, die es in sich hat. Aber wer sie mal erlebt hat, weiß: Es lohnt sich, mal nicht auf Kalorien und gesundheitliche Aspekte zu achten. Und als Kontrapunkt lernt man in dem Frühstücksführer zudem ganz schlicht wie ein »Porridge«, sogar kunstvoll, zubereitet werden kann. Wer es deftig und trotzdem stylisch mag, der beschäftigt sich mit dem Kapitel über den Berliner Koch Thomas Elstermeyer. Der zeigt, dass molekulare Küche nicht nur Spielerei sein muss. Ein Bauernfrühstück bringt er in der Schüssel auf den Tisch. Joghurt und Früchte werden so verarbeitet, dass das Ganze nach einem Spiegelei aussieht. Sicher nicht alltagstauglich, denn »alle Tage ist nicht Sonntag« – aber eben auch nicht Werktag.

Die Geschichte geht weiter!

51DtB6FTEPL._SX299_BO1,204,203,200_Die Verbindung von Biografien und kochen, macht dieses Buch so reizvoll. Leben heißt essen. Und wer keine oder weniger Fertigprodukte benutzen will, der wird früher oder später die Zubereitung mit in sein Leben einbauen müssen. Selbst am frühen Morgen. Und nicht selten, so etwa wie bei dem »wilden Leben der Frau Bunt« wird aus dem Hobby dann ein Beruf. Wer träumt nicht davon, aus dem grauen Alltag auszubrechen und eine Müsli-Manufaktur in die Welt zu setzen? Hier erfahren wir, wie es lief. Und damit die Geschichte nicht zu Ende ist, geht es auf »so-fruestueckt-die-welt.de.de« weiter. Da werden Frühstückstraditionen aus aller Welt gesammelt, denn Frühstück ist für jeden etwas anderes. Und wann kann man sich besser inspirieren lassen, als am Anfang des Tages?

So frühstückt die Welt, Rezepte und Geschichten, Delius Klasing Verlag, gb. 160 S., 19,90 Euro. Das Buch ist über den örtlichen Buchhandel, etwa die Buchhandlung Pfankuch in Braunschweig zu beziehen.

Als nächsten Teil zu »So frühstückt die Welt« bereiten wir in Kürze ein Highlight aus dem Buch vor und stellen es bei Kulinarisch38 vor.




Alles Wissenswerte über das Kultgetränk: » Das Kaffee-Buch «

Kaffee ist Trend. Die Zeiten, in denen die Kaffeemaschine unbeachtet vor sich her blubberte sind vorbei. Ralf Harrendorf von der Braunschweiger Buchhandlung Pfankuch stellt deshalb »Das Kaffee-Buch« vor.

coffee-206142_1280

Im Original heißt dieses Buch „Coffee-Obsession“, die deutsche Ausgabe trägt den eher nüchternen Titel „Das Kaffee Buch“. Die Autorin Anette Moldvaer war schon mehrfach erfolgreich an Barista-Weltmeisterschaften beteiligt, und ihrer Kaffee-Obsession verdanken wir ein Buch, das keine Frage rund um dieses wunderbare und vielfältige Getränk offenlässt.

Kultur, Geschichte, Anwendung

Als Einleitung erfahren wir Grundsätzliches zur Kultur und Geschichte des Kaffees, seinen Arten und Sorten und erhalten einen Überblick von Anbau bis Verkostung und Bewertung. Um das richtige Know-How und die Praxis geht es im zweiten Kapitel: Einkauf und Lagerung, Mahlen und Brühen, Wasserqualität und Filterung.

Kernstück des Buches ist ein Kaffee-Weltatlas, der große und kleine Anbaugebiete rund um den Globus vorstellt und viel Wissenswertes zu bekannten und seltenen Sorten präsentiert – wunderschön gestaltet und schon beim Durchblättern eine Freude.

Dem Equipment von der Maschine bis zur Tasse widmet sich ein weiteres Kapitel, bevor ein umfangreicher Rezeptteil das Buch beschließt. Hier zeigt sich, was Kaffee alles sein kann.

»Das Kaffee-Buch« erscheint im Verlag Dorling-Kindersley und kostet bekömmliche 16,95 Euro.

Frisch gerösteten Kaffee, geröstet in der Region, gibt’s in der Wolfenbüttler Kaffeerösterei Treccino. Alle Kulinarisch38-Beiträge zum Thema Kaffee.




»Mord in bester Lage«

Ein kulinarischer Krimi und eine Flasche Rotwein. Das ideale Geschenkpaket für den Genießer. Und wir haben den Tipp, was passt.

south-tyrol-656570_1280

Last-Minute-Geschenke sind manchmal gar nicht so leicht zu finden. »Mord in bester Lage« ist ein Tipp, der gut unter den Weihnachtsbaum passt. Wenigstens für Leute, die gern lesen, und dazu noch einen guten Tropfen Wein genießen wollen. Hierzu empfiehlt sich ein Lagreiner – neben dem Vernatsch die einzige autochthone Rebsorte Südtirols.

Spannender Fall

Denn dort spielt der vergnügliche – wenn man das bei diesem Genre so sagen kann – Krimi. Die Geschichte: In einem Weinberg wird eine Leiche gefunden. Eine Rebschere steckt unschön in der Brust. Wie im ersten Band gibt es einen schrulligen Privatermittler, Emilio von Ritzfeld-Hechenstein, der sich zunächst aus dem Fall raushalten möchte. Er ahnte wohl, warum. Denn nachdem er die Freundin seines Gastgebers verschwindet, unterbricht er seine Flaniertour durch Bozen und stürzt sich in den spannenden und nicht ungefährlichen Fall.

Guter Wein

515vJhRWGsL-1._SX327_BO1,204,203,200_Mit einer Flasche Wein hat man hier das ideale Geschenk parat. Ein guter Lagrein, der im Holzfass reift, ist granatrot und hat pflaumige, zimtige Noten. Passt also auch bestens zum Fest. Das Buch wird mit allerlei kulinarischen Tipps abgerundet: Rezepte, Restaurants etc.

Michael Böckler, Mord in bester Lage, 416 S. TB. 9,99 €.
Südtiroler Lagrein dunkel, 10,20 €.




Buchneuerscheinung: »Trick 17 – die Küche«

Manchmal sind es die kleinen Dinge die einem – auch in der Küche – weiterhelfen. Ralf Harrendorf von der Buchhandlung Pfankuch in Braunschweig empfiehlt deshalb das Buch »Trick 17 – die Küche«.

frog-927768_1280

Tipps und Tricks nennt man heutzutage neudeutsch »Lifehacks«. Sie helfen – oft mit unkonventionellen Mitteln –, Alltagsprobleme zu lösen und Arbeitsabläufe zu optimieren. Die bekannten Lifehacker »Du & Behnke« haben sich nun auch in der Küche umgesehen und herausgekommen ist ein Buch, das sowohl für den Anfänger als auch für den begeisterten und erfahrenen Hobbykoch hilfreich ist. Von der Vorbereitung über das Servieren und Garnieren bis zum Aufräumen zeigt das Buch mit viel Witz, Raffinesse und Originalität, wie es auch anders und/oder besser geht. Manchmal muss man verrückte Dinge ausprobieren und ungewöhnliche Lebensmittel kombinieren. Neben den vielen Tricks gibt es Rezepte, mit denen man aus wenigen und einfachen Zutaten leckere Snacks, feine Kuchen und schmackhafte Mahlzeiten zaubern kann. Hier ist wirklich für jeden etwas dabei.

7514_neuDas Buch »Trick 17 – Küche« ist im Topp-Verlag erschienen und kostet 17 Euro (die sich bezahlt machen).




»Cicchetti und andere italienische Kleinigkeiten«

Eine Bucherscheinung mit Neuigkeiten zur italienischen Küche? Das gibt’s. Wir haben » Cicchetti und andere italienische Kleinigkeiten« für Euch gelesen und getestet.

Cicchetti

Cicchetti. Wenn man das Wort in den Google-Übersetzer eingibt, kommt keine Entsprechung heraus. Cicchetti. Das klingt klein, verniedlichend. Ein bisschen so wie Cinquecento. Das süße Kultauto, in dem man seine Knie falten musste, um hinten Platz nehmen zu können. Die Neuauflage wird sicher großzügiger sein. Cicchetti. Einzahl: Cicchetto. Das sind Kleinigkeiten. Wie die spanischen Tapas oder unsere Maulhappen im Braunschwieger Raum. Sie sind wie diese, und doch sind sie natürlich etwas ganz anderes. Lindy Wildsmith und Valentina Sforza haben den vermeintlichen Kleinigkeiten ein Buch gewidmet. Ein schönes Buch. Ein italienisches Buch. Ausgangspunkt des kulinarischen Mikrokosmos ist Venedig. Denn dort, so erfährt der Leser, habe man die Kunst des Snacks besonders kultiviert. Auch woanders in Italien bekommt man spuntini, piccoli cibi oder stuzzichini. Aber eben keine Cicchetti. Sie sind in den Bars zu Hause, in denen Commissario Brunetti einzukehren pflegt. Und es stimmt tatsächlich. Gegessen wird in den venezianischen Kultromanen von Donna Leon fast immer.

Fernweh inklusive

So, wie man das heute von einer kulinarischen Bucherscheinung eigentlich schon erwartet – man ist verwöhnt. Auch »Chicchetti und andere italienische Kleinigkeiten« ist mehr als ein Kochbuch. Es ist ansprechend gesetzt und mit Fernweh machenden Bildern ausgestattet. Die Lagunenstadt kann ja noch so vollgestopft sein. Es überkommt einen jedes Mal wieder ein Schauer, wenn man mit dem Vaporetto aus auf den Markusplatz zufährt oder durch die engen Gassen schlendert. Insofern kann man bei diesem Band ins Schwärmen geraten. Und wie glücklich oder unglücklich Verliebte die Zuneigung essenstechnisch verwandeln. Die Rezepte sind stets mit kleinen Anekdoten angereichert und bieten einen kulturgeschichtlichen Blick auf die einstige Weltmacht der Meere. Die verschiedenen kulinarischen Aspekte der Stadt werden bildreich abgearbeitet. Natürlich spielt Fisch eine große Rolle. Aber ebenso Fleisch und Gemüse kommen nicht zu kurz.

Cicchetti

Streifzug durch den ganzen Stiefel

Nach Venedig können sich die Kulinariker auf einen Streifzug durch den ganzen Stiefel aufmachen. Denn wie gesagt: Für Kleinigkeiten hat man auch im übrigen Italien einen Sinn. Wie überall, wo gutes Essen zu Hause ist. Da wird vom Veneto bis Sizilien nichts ausgelassen. Man kann erleben, wie vielfältig die italienische Küche ist. Vom herzhaft speisenden Umbrien, bis zur filigranen Fischküche Sizilien mit ihren multikulturellen Einflüssen. Der Informationsgehalt des Buches ist ebenso wie der ästhetische Reiz groß. Die Rezepte, soweit wir das ausprobiert haben, sind gut nachzukochen. Für mitteleuropäische Verhältnisse etwas ungewohnt: Es wird viel frittiert. Wenngleich das »nicht wirklich« kalorienarm ist. Es schmeckt wunderbar. Und ab und zu darf man sündigen. Schließlich sind die Cicchetti auch nur »gaaaanz klein«.

»Polpettine di melanzanze«

Wir haben »Polpettine di melanzanze« versucht. Das klingt gleich noch mal so gut wie »Auberginenplätzchen«. Sie seien das Aushängeschild von so manchem venezianischen bàcaro, erfahren wir in der Rezeptanleitung, die übersichtlich und informativ gestaltet ist und nach der sich gut arbeiten lässt. Mit Knoblauch, was sonst, Zitrone, Kreuzkümmel oder Chiliflocken bekommen diese Appetithäppchen einen besonderen Gaumenreiz. Ob mit Aperol oder Crodino, vor allem Zeit und Muße passen zu der kleinen Köstlichkeit, die man, ganz gleich, warm oder kalt genießen kann. Es gibt sicher wenig Überraschungen, was neue Rezepte aus der italienischen Küche anlangt. Die Anregungen von »Cicchetti und andere italienische Kleinigkeiten« gehören unbedingt dazu.

4976138200001ZDas Buch »Cicchetti und andere italienische Kleinigkeiten« Lindy Wildsmith und Valentina Sforza kostet 19,95 Euro und ist über den örtlichen Buchhandel zu beziehen. Zum Beispiel: Bücher Behr, Wolfenbüttel. Buchhandlung Pfankuch, Braunschweig.