Das OX ist aus Braunschweig nicht mehr wegzudenken

30. Juli 2014 von

Amerikanische Ess- und Lebenskultur in Braunschweig: Das OX ist zur Institution in der Löwenstadt geworden. Und Kulinarisch8 hat es sich angeschaut.

Das moderne OX in alt ehrwürdiger Location.

Das moderne OX in alt ehrwürdiger Location.

Wie genau Friedrich Knapp auf die Idee gekommen ist, in Braunschweig ein Stück amerikanischer Lebens- und Esskultur zu etablieren, kann man nur mutmaßen. Ob nach einem guten Steak in einem Steakhouse in Übersee, Japan oder sonst wo auf der Welt. Oder in der Löwenstadt bei dem Gedanken daran. Egal. Er hatte sie jedenfalls und kulinarisch hat der Chef von New Yorker damit nicht nur der Region einen Dienst erwiesen. Sascha Orben berichtet über die ersten Jahren dieses gewagten Unternehmens: US-Steakhouse in der niedersächsischen Provinz. Orben ist Betriebsleiter von Restaurant und Hotel Haus zur Hanse. Auf der Terrasse des OX herrscht geschäftiges Treiben. Ware wird angeliefert, die Tische aufgedeckt. Die Glocke der nahe gelegenen Michaelis Kirche schlägt elf Mal. Etwas Zeit noch für ein Gespräch vor dem Mittagstisch. Den gibt es in der inzwischen renommierten kulinarischen Location auch, erzählt Orben, der seine klassische Restaurantfachmann-Karriere bei keinem geringeren als Johann Lafer begonnen hat. Täglich gibt es mittags ein wechselndes Steak zu einem moderaten Preis.

»Essen braucht Zeit«

Betriebsleiter Sascha Orben.

Betriebsleiter Sascha Orben

Dass das OX einen besonderen Anspruch hat, wird schon beim Gesprächseinstieg deutlich. »Essen braucht Zeit«, meint Orben und die solle man sich nehmen. Für die Mittagspause heißt das: Eine Stunde kann man sich entführen lassen, um wirklich abzuschalten und die gute Küche des Hauses genießen. Vor fünf Jahren startete das kulinarische Experiment. Küchenchef Alexander Puls und Betriebsleiter Sascha Orben, die von Anfang an dabei waren, wissen: Es hätte auch ganz anders ausgehen können. In Sachen Steakhouse-Tradition sind unsere Breiten mehr oder weniger Entwicklungsland. Und so war jeder Schritt zur Verwirklichung des Plans Neuland. Beide teilen sich die Verantwortung für die gesamte Koordination von Küche, Restaurant und Hotel und erinnern sich gern an die Zeit, als man sich in Amerika das Know-how mühsam besorgen musste. Den Ofen etwa, der mit über 1.300 Grad für den unvergleichlichen Steakgenuss sorgt.

Starke Partner gute Ware

Die Ofenfirma verfügt noch nicht mal über einen Kundendienst in Deutschland. So musste man lange probieren, bis das gute Stück wirklich auf die entsprechende Betriebstemperatur kam. Die Suche nach den passenden Fleischlieferanten sei ebenfalls nicht leicht gewesen. Ohne die Partnerschaft mit Otto-Gourmet wäre der Erfolg vielleicht kaum möglich gewesen. Stefan Otto sei damals jedenfalls extra nach New York gefahren, um die besten Rohstoffe für das Projekt zu erkunden. Und die Suche hat sich gelohnt. Das Premium Fleisch stammt von der amerikanischen Dan Morgan Ranch. Als Spezialität bietet das OX übrigens auch Wagyu Rindfleisch an. Wagyu-Rinder stammen ursprünglich aus Japan und ihr Fleisch gilt weltweit als einzigartig. Daneben gibt es immer wieder außer der Reihe kulinarische Besonderheiten. Einzige Bedingung, um im OX auf Grill und Teller zu kommen: Es muss sich um eine Rarität mit Pfiff handeln.

OX Carpaccio

OX Carpaccio

Einen roten Faden

»Wir wollten einen roten Faden sehen, in allem, was wir tun«, erklärt Orben das Konzept des OX. Das bedeutet: beste Qualität in jedem Bereich, ob es sich nun um die Küche, den Service, die Tischkultur oder das Ambiente allgemein handelt. Alles an der Güldenstraße hat nur ein einziges Ziel: Dem Gast ein unvergessliches Erlebnis zu schaffen. Und das kommt an. In den fünf Jahren habe sich das OX ein beträchtliches Stammpublikum erarbeiten können. Wer einmal überzeugt sei, trete nicht selten auch als kulinarischer Botschafter auf, berichtet der Betriebsleiter. Die Freude über diese Verbundenheit zwischen Restaurant und Gast zeigt sich ganz spontan. Es mache wirklich Spaß, für solche treuen Gäste da zu sein, versichert er. Als Dankeschön hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen. Stammgäste bekommen ein individuell graviertes Steakmesser, das dann beim Besuch im OX auf dem Tisch liegt. Das sei schon über 500 Mal der Fall der gewesen, freut sich Orben. Und damit die Zahl der Freunde steigt, arbeiten Küche und Service unermüdlich.

Leckeres auf dem Teller.

Leckeres auf dem Teller.

Für guten Geschmack werben

Wichtig sei es, für guten Geschmack zu werben, plädiert der Familienvater. Von früh an müsse die Wertigkeit von Lebensmitteln vermittelt werden. Frische Produkte seien notwendig für ein unverfälschtes Geschmackserlebnis. Qualität habe aber seinen Preis. »Wenn ich mir überlege, dass eine Schulmahlzeit preislich bei zwei Euro liegt, frage ich mich schon, was da denn Frisches drin sein kann«, gibt sich Orben skeptisch. Deshalb ist ihm ein Anliegen zu betonen, dass Familien im OX willkommen sind. Natürlich weiß er, dass ein Menü im OX nicht ganz billig ist, verweist jedoch auf die Qualität und darauf, dass der Unterschied am Ende doch kleiner sei, als man glaube. Ein passender Einstieg in die Welt des guten Geschmacks sei der Burger. Die saftigen Burgerpellets sind aus zartem Roastbeef zubereitet. Für die unvergleichlichen Brötchen sorgt der Hannoveraner Bäcker Jochen Gaus. Gourmetfreunde sind also auch mit kleinen Gerichten bestens betreut im OX.

In gediegenem Ambiente.

In gediegenem Ambiente.

Nicht nur Steakexperten im OX

Ohnehin nimmt man die Küche im OX inzwischen nicht nur als Steak-Experten wahr. Bei Wine-and-Dine-Abenden zum Beispiel gibt es zwischendurch mal klassische Menüs. »Da kann sich unsere Küche dann mal so richtig austoben«, schmunzelt Orben. Außerdem wolle man die Stammgäste immer wieder gern überraschen. Neben Lachs und Lamm hat sich das Restaurant mittlerweile sogar als Hähnchenbräter einen Namen gemacht. Es ist jetzt fast zwölf Uhr, und die Beschreibungen machen die Interviewarbeit nicht leicht. Am Vortag werde das Hähnchen mit einer Mischung aus Salzwasser, Brühe und Olivenöl geimpft. Das mache sie später im Grill unvergleichlich saftig, schwärmt er. Aber zum Genuss gehört Geduld. Und klar ist nach dem Gespräch, dass es hier noch einiges zu entdecken gibt für Kulinarisch38. Ob Friedrich Knapp das vor fünf Jahren geahnt hat, was aus seinem kulinarischen Kind wird? Wie auch immer. Das OX mit der amerikanischen Lebens- und Esskultur ist aus der Löwenstadt jedenfalls nicht mehr wegzudenken.

OX U.S. Steakhouse
Güldenstraße 7, 38100 Braunschweig
Telefon:0531 243900

 

Bilder: OX-Braunschweig.

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