Jürgen Giesel: Auf der Suche nach dem besonderen Wein

Kulinarisch38 traf den bekannten Sommelier Jürgen Giesel in der Wolfenbüttler Rösterei Treccino und schwärmte mit ihm über Wein, Geschmack, Aromen und Strukturen.

Jürgen Giesel im Treccino.

Jürgen Giesel im Treccino.

Gutes Essen und ein entsprechender Wein. Das gehört einfach zusammen. Und wenn man auch Menschen irgendwie verstehen kann, die dem Trinken alkoholischer Getränke aus gesundheitlichen Gründen abgeschworen haben: Niemals mehr die ergänzenden Aromen eines Glases Wein neben denen zu spüren, die sich aus dem Essen heraus entfalten. Das möchte man sich nicht wirklich vorstellen. Umso gespannter war ich auf einen Interviewpartner, der als Koryphäe seiner Zunft gilt. Jürgen Giesel ist nicht nur irgendein Sommelier, sondern einer, der Preise und Ehrungen abgeräumt hat  und, der vor allem in jungen Jahren fast alles erreicht hat, was man erreichen kann. Wir treffen uns im Treccino in Wolfenbüttel. Es sind zwei neue Kaffeesorten, Kolumbianer, da und da ist man natürlich auch sofort neugierig, was ein geschulter Gaumen so herausschmeckt. Sommelier oder Berufssportler. Nicht häufig wird man diese beiden Möglichkeiten in einer Biografie antreffen. Für Jürgen Giesel standen sie vor vielen Jahren als Option. Und wenn man ihn heute über das Thema Wein leidenschaftlich sprechen hört, man ahnt, dass er das Bällewerfen auf einen Korb genauso ehrgeizig betrieben hätte. Wenn es denn dazu gekommen wäre.

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Leidenschaft zum Wein

Die Leidenschaft zum Rebensaft fing mit 18 Jahren an. »Während meine Freunde in dieser Zeit alle schon einmal einen ordentlich Rausch gehabt hatten, habe ich mich vor der Volljährigkeit nicht an Alkohol herangewagt«, erzählt er, während er den Kaffee verkostet. Kräftig, aber nicht zu viel Säure, wägt Jürgen Giesel ab, fügt jedoch gleichzeitig hinzu: »Ich habe mich ganz auf den Wein konzentriert. Deshalb würde ich mich hier mit einem Urteil zurückhalten.« Den Wein und seine geschmacklichen Dimensionen hat Giesel in der Weinstube Reblaus in Berlin so richtig kennengelernt. Dorthin wechselte er im zweiten Lehrjahr seiner Ausbildung. Dass es hier ordentlich Wein gab, liegt nahe. Dazu hatte der junge Lehrling Glück und traf auf einen Lehrmeister, der ihn zwar in eine harte Schule nahm, der ihm allerdings auch etwas vermitteln konnte. »Ich habe mich wirklich stark für das Thema Wein interessiert und alles aufgesogen«, erinnert sich Giesel. So, wie es in jeder guten Lehrzeit gehen muss. Irgendwann wächst man dem Meister über den Kopf und weiß mehr als er.

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Ehrgeizig nach vorn

Dieser Zeitpunkt sei ihm noch lebhaft vor Augen, berichtet Giesel. »Danach hat er erst mal eine ganze Weile nicht mehr mit mir gesprochen«, lacht er. Damals war das wohl etwas angespannter. Das Restaurant sei klein gewesen und da konnte man sich kaum aus dem Weg gehen, erinnert sich Giesel. Aber wer ein Ziel vor Augen hat, erduldet manches. Und das lag nahe. Mit 19 bereits für die Weinkarte in einem guten Restaurant tätig zu sein, das ist schon allerhand. Das Schicksal führte die Regie und sicher auch der Ehrgeiz des jungen Auszubildenden. Entscheidend ist es immer, die richtigen Menschen im Leben zu treffen. Dieses Glück wurde Jürgen Giesel zuteil. Bei einem Seminar mit dem bekanntesten deutschen Sommelier Markus del Monego gewann er dessen Vertrauen und seinen nächsten Job durch die Vermittlung des Weltsommeliers. Bei der Deutschen Sommelier Union in Coburg. Es folgte eine Sommelier-Schule in Koblenz, die Prüfung mit 21 Jahren und das erste Arbeitsfeld in der Schweiz – damit war Giesel jüngster Sommelier. In diese Zeit fiel auch das Kennenlernen seiner Frau. Da sich bei Jürgen Giesel alles um das Thema Wein dreht, war es natürlich klar, dass die ebenfalls Sommeliere ist.

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In die Sternegastronomie

Obwohl Jürgen Giesel eigentlich niemals in eine Sternegastronomie wollte. Es hat ihn dorthin verschlagen. Zum Wolfsburger Restaurant Aqua von Sven Elverfeld stieß er, als gerade der erste Stern in die Stadt der Autos ging. »Das war eine tolle Zeit. Es war viel Bewegung, viel Experimentierfreudigkeit in der Küche und da konnte man sich natürlich auch als Sommelier gut entwickeln«, erzählt er. Sein Anliegen sei es gewesen, nicht das Altbekannte auf den Tisch zu bringen, sondern das Unerwartete. Autochthone Trauben, kleine Anbieter mit dennoch großen Weinen. »Ein Wein muss mit dem Essen zusammen etwas Neues schaffen«, erklärt er seine Philosophie. Dazu griff Jürgen Giesel zu sehr unorthodoxen Mitteln. Etwa, als er mit seinen Gästen in schwarzen Gläsern neue Geschmackswelten erkundete. »Sommelier zu sein erfordert ein hohes Maß an Vertrauen und, wenn sich die Gäste da einlassen, dann entstehen oft tiefe Beziehungen. Über das kulinarische Event hinaus.« Es kam der zweite Stern, neue Herausforderungen, bis hin zur Erkenntnis, dass es anderer Wege bedarf, um sich am Ende nicht selbst zu kopieren. Echte Herausforderungen.

Vom Kenner zum Produzenten

Und was wäre naheliegender als die dort zu suchen, wo Weine selbst gemacht werden. Jürgen Giesel tat sich mit dem Weingut Scheu zusammen, um eine Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Ein Chardonnay, der vom großen burgundischen Montrachet inspiriert ist, schwärmt er. 2011 kam der erste Jahrgang und seitdem experimentiert Jürgen Giesel und übt sich in der Kunst des Weinmachens. Diese Arbeit habe ihn verändert, erzählt er. »Während es mir früher hauptsächlich um die Aromatik des Weins geht, ist mir die Struktur heute mindestens genauso wichtig«, erläutert er. Struktur, das ist der Körper, die Bestandteile, die den Charakter des Weins ausmachen. Dazu gehört aber auch Geschichte, Klima, Bodenbeschaffenheit. Die erkundet er bei seinem Chardonnay nun überdies ganz praktisch. Bei der letzten Lese sei er mit seinen Kindern dort gewesen, berichtet Jürgen Giesel und habe erleben können, wie seine kleinen Kinder, den Charakter des Weins am Rebstock auf ihre kindliche Art für sich entdeckten. Das dürfte ebenfalls eine neue Dimension in seiner Arbeit geschaffen haben. Und das Vaterherz erfüllt es zudem mit Stolz.

Der Weinkommunikator

Für Höpfner Getränke stellt Jürgen Giesel nun seit einigen Jahren seine Expertise zur Verfügung, berät Restaurants als Fachberater für Wein und moderiert Weinproben. Eine Tätigkeit, die mehr als Job für ihn ist. Ich finde dort optimale Bedingungen für die Arbeit vor. Dort lernte ich ihn auch kennen, als er für die Brasserie an der Oker den Wein&Wirt-Abend gestaltete. Dort macht er das, was er liebt: Die Geschmackswelten großer Weine zu kommunizieren. Dass das eine »Never Ending Story« ist, kann man sich leicht vorstellen-. »Man kann niemals aufhören oder stehen bleiben. Denn es gibt so viel zu entdecken«, schwärmt er. Dass Genuss und Maß zusammenhängen, das verdeutlicht er ebenfalls. »Ich brauche nicht den großen Rausch, sondern den guten Geschmack«, so Giesel. Und den sucht er mit viel Beharrlichkeit. Ob im Urlaub, auf Dienstreisen. Ein Winzer findet sich immer. Und vielleicht auch ein Wein mit einer Vision. Jürgen Giesel, hat man den Eindruck, wird ihn aufspüren.




Marc Pfitzner – ernährungsbewusster Leistungssportler und trotzdem Genießer

Marc Pfitzner  Bild: Eintracht Braunschweig

Marc Pfitzner
Bild: Eintracht Braunschweig

Vor dem morgigen Spiel der Löwen in Frankfurt konnte Kulinarisch38 den Braunschweiger Mittelfeldspieler Marc Pfitzner interviewen. Der achtet als Leistungssportler auf gutes Essen und mag am liebsten ein „riesengroßes Rumpsteak“ – medium. Bei der Eintracht keimt zur Zeit wieder Hoffnung auf. Trotz der Niederlage letzte Woche gegen den Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund. Oder besser: Wegen der Art der Niederlage. Denn die Braunschweiger waren über weite Teile des Spiels das bessere Team. Als regionale Kulinariker schlägt unser Herz natürlich für die Braunschweiger Eintracht und wir hoffen, dass die Jungs etwas Ordentliches auf den Teller bekommen, damit sie morgen aus Frankfurt drei Punkte in die Löwenstadt holen. Und das, obwohl die Mannschaft wieder Verletzungssorgen plagen. Neben dem Angreifer Havard Nielsen ist auch der Einsatz von Mittelfeldspieler Marc Pfitzner fraglich.

Pfitzner begann schon im Alter von fünf Jahren Fußball zu spielen. Er kickte als Kind und Jugendlicher beim TSV Timmerlah, beim SV Broitzem und bei den Freien Turnern, bevor er 2005 zu Eintracht kam. Seit dem ersten Spiel unter Benno Möhlmann im Oktober 2007 zu Hause gegen den 1. FC Magdeburg, gehört Pfitzner zum Kader und damit zu den Aufstiegshelden, die unseren Verein dorthin gebracht haben, wo er hingehört. Im Gegensatz zu Fußballregionen, wo Konjunkturfans das Bild bestimmen, hält Braunschweig der Eintracht auch auf dem letzten Platz die Treue.

Kulinarisch38 konnte Marc Pfitzner vor dem Spiel morgen befragen. Natürlich ging es bei unseren Fragen nicht um den Fußball, sondern ums Essen.

Kulinarisch38: Herr Pfitzner, können Sie als Leistungssportler überhaupt gut essen oder nur gesund – also zweckmäßig für die Fitness?

Marc Pfitzner: Natürlich achtet man als Leistungssportler auf seine Ernährung. Gerade vor und nach Wettkämpfen ist es extrem wichtig, um beispielsweise die Leistungsfähigkeit zu steigern oder besser zu regenerieren. Es gibt aber auch ab und zu die Gelegenheit, auf das zweckmäßige Essen zu verzichten. Ich esse sehr gerne und manchmal möchte ich auch einfach nur genießen 🙂

Kulinarisch38: Was essen Sie besonders gern und welche Beziehung haben Sie zur regionalen Küche?

Marc Pfitzner: Zur regionalen Küche habe ich keinen besonderen Bezug. Am liebsten esse ich ein riesengroßes Rumpsteak (medium).

Kulinarisch38: Wenn die Zeit da ist, kochen Sie auch mal selbst und was kommt dann in den Kochtopf?

Marc Pfitzner: Ich habe mich schon öfter als Koch probiert, bin in der Küche aber nicht sehr talentiert. Meine Freundin zaubert zu Hause die leckersten Gerichte und von ihr lasse ich mich gerne verwöhnen.




Joachim Klement kocht am liebsten Ossobuco alla Milanese

Photo: Mogens Engelund

Photo: Mogens Engelund

Kulinarisch38 bringt Rezepte und Kochtipps von Persönlichkeiten aus der Region (4). Joachim Klement ist seit drei Jahren Generalintendant des Braunschweiger Staatstheaters. Die Tageszeitung taz nannte ihn einen „anspruchsvollen Textarbeiter“. Klement verbindet die regionale Arbeit in Braunschweig mit einem internationalen Engagement. Im Oktober letzten Jahres wurde er in den Vorstand der European Theatre Convention gewählt.  Von diesen Erfahrungen wird auch der Theaterstandort Braunschweig profitieren. Für Kulinarisch38 wählte der Liebhaber guten Essens ein Rezept aus „Bella Italia“:

Mein Lieblingsrezept ist ein italienischer Klassiker: Ossobuco alla Milanese. Seit Jahren koche ich ihn für liebe Gäste und Freunde, seit Neuestem in der feinen Variante

Joachim Klement Bild: Staatstheater Braunschweig

Joachim Klement
Bild: Staatstheater Braunschweig

einer Köchin, die ich außerordentlich schätze: Cornelia Poletto. Ihr Motto: „Wirklich gutes Essen kann nur aus guten Produkten entstehen.“ Nach 20 Jahren Sterneküche betreibt sie seit 2011 in der Eppendorfer Landstraße in Hamburg die Gastronomia, eine Verbindung von Feinkostladen und Restaurant. Seit ein paar Monaten gibt es nur einen Messerwurf entfernt die Cucina, ihre Kochschule. Ein Besuch bei ihr lohnt sich, sie ist eine herausragende und außerordentlich liebenswerte Gastgeberin und kocht mit einer solchen Leidenschaft, wie ich das selten erlebt habe.

Ossobuco alla Milanese
mit Gremola und Risotto

Zutaten für 6 Personen

Für das Ossobuco:
je 100 g Schalotten, Möhren und Staudensellerie
2 Knoblauchzehen
6 Kalbsbeinscheiben (à ca. 4 cm dick)
Salz
50 g geklärte Butter
2 EL Tomatenmark
1 Zweig Rosmarin
200 ml trockener Weißwein
1/2 l dunkler Kalbsfond (aus dem Glas)
Pfeffer aus der Mühle

Für den Risotto:
2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
1 l Hühnerbrühe (weil die Zeit nicht immer reicht, nutze ich – anders als Cornelia Poletto – bisweilen Geflügelfond aus dem Glas)
3 EL Butter
50 g Rindermark
250 g Risottoreis
10 – 15 Safranfäden
50 ml trockener Weißwein
80 g geriebener Parmesan

Für die Gremolata:
1/2 Bund Petersilie
abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone
2 Knoblauchzehen (in feinen Würfeln)
2 eingelegte Sarddellenfilets (fein gehackt)
1 – 2 EL weiche Butter
1 TL Mehl

1. Für das Ossobuco den Backofen auf 160 Grad vorheizen. Die Schalotten schälen, die Möhren und den Sellerie putzen und schälen. Das Gemüse in kleine Würfel schneiden. Den Knoblauch schälen. Die Kalbsbeinscheiben waschen, trocken tupfen und an den Rändern einritzen, damit sie sich beim Braten nicht wölben. Das Fleisch mit Salz würzen. Die geklärte Butter in einem Bräter erhitzen und die Kalbsbeinscheiben darin auf beiden Seiten kräftig anbraten.

2. Die Kalbsbeinscheiben herausnehmen und die Gemüsewürfel mit dem Knoblauch in dem Bräter rundum anbraten. Das Tomatenmark und den Rosmarinzweig dazugeben und kurz mitbraten. Mit dem Wein ablöschen und auf die Hälfte einkochen lassen. Den Fond angießen und aufkochen. Die Kalbsbeinscheiben auf das Gemüse legen und im Ofen auf der mittleren Schiene etwa 1 1/2 Stunden schmoren lassen.

3. Inzwischen für den Risotto Schalotten und Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Die Brühe zum Kochen bringen. In einem Topf 1 EL Butter mit dem Rindermark erhitzen. Die Schalotten und den Knoblauch darin glasig dünsten. Den Reis mit dem Safran dazugeben und glasig dünsten. Mit dem Wein ablöschen und fast vollständig einköcheln lassen. So viel heiße Brühe zum Reis geben, dass dieser gerade bedeckt ist. Bei schwacher Hitze offen unter Rühren köcheln lassen, bis der Reis die Flüssigkeit vollständig aufgenommen hat. Erneut Brühe dazugießen und so weiterverfahren, bis der Risottoreis nach 20 bis 30 Minuten bissfest ist.

4. Das Fleisch aus dem Bräter nehmen und den Schmorfond durch ein Sieb in einen Topf passieren. Das Fett abschöpfen, die Sauce aufkochen.

5. Für die Gremolata die Petersilie waschen und trocken schütteln. Die Blätter abzupfen und fein hacken. Mit der Hälfte der Zitronenschale mischen. Den Knoblauch, die Sardellen und die restliche Zitronenschale mit Mehl und Butter mischen, in den kochenden Schmorfond rühren und bei schwacher Hitze 5 Minuten köcheln lassen. Die Sauce erneut durch ein feines Sieb passieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Fleisch wieder in die Sauce geben und bei schwacher Hitze erwärmen. Restliche Butter und Parmesan unter den Risotto rühren, mit Salz abschmecken. Das Ossobuco mit dem Risotto auf vorgewärmten Tellern anrichten, mit der Sauce übergießen und mit der Petersilien-Zitronenmischung bestreuen.

Tipp: Für geklärte Butter die Butter langsam erhitzen, bis sich die Molke vom Fett trennt. Den Schaum mit dem Schaumlöffel abnehmen. Geklärte Butter mann man auf Vorrat zubereiten, sie hält sich gut verschlossen im Kühlschrank etwa 4 Wochen.

Brigitta Jünke-Bremer vom Weinhaus Harald L. Bremer empfiehlt für Kulinarisch38 zum Ossobuco alla Milanese einen Barbera oder den Gutturnio Vena Rosso.

Ossobuco alla milanese Rezept hier herunterladen




Hiltrud Behr stellt „Täglich vegetarisch“ von Hugh Fearnley-Whittingstall vor

Kulinarisch38 bringt Rezepte (und Kochtipps)von Persönlichkeiten aus der Region (3). Hiltrud Behr ist Wolfenbüttels Antwort auf Amazon. Man kann sich computertechnisch generierte Lesetipps beim Online-Anbieter anzeigen lassen, oder der neue Lesestoff ergibt sich beim Gespräch durch Erfahrung, persönliches Kennen und ein offenes Ohr.

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In der Wolfenbüttler Innenstadt kann man bei „Bücher Behr“ am Kornmarkt in Ruhe stöbern oder wird beraten. Und wer doch lieber virtuell unterwegs ist, bestellt eben dort. Bei Behr ist man Teil einer Lese-Community, die auch über Facebook im Gespräch bleibt. Hiltrud Behr empfiehlt für kulinarisch38 ein vegetarisches Kochbuch:

Manche Menschen kochen gar nicht gern nach Kochbüchern, weil sie lieber der eigenen Kreativität vertrauen; andere verlassen sich gern auf das, was andere vor ihnen entwickelt und erprobt haben – für alle ist das Kochbuch „Täglich vegetarisch“ von Hugh Fearnley-Whittingstall eine wundervolle Fundgrube.

Ein begabter und begeisterter Koch, der sich lustvoll inspirieren lässt, von den heimischen Küchen genauso wie von den Küchen der Welt. Grünkohl-Zwiebel-Pizza zum Beispiel, Vegiflette-Brote, Ribollita (eine traditionelle italienische Suppe, die wie alle Hausmannsgerichte immer wieder variiert werden kann und immer gut ist) und vieles mehr. Und er ist alles andere als ein Dogmatiker.

Immer wieder gibt es Anregungen für Abwandlungen, auch für Ergänzungen oder Vereinfachungen, und die ausgefallenen Gewürze, die viele nicht so gern in ihren Beständen haben, kommen entweder nicht vor oder es gibt Alternativ-Vorschläge.
Und alles schmeckt! Jedenfalls alles, was ich bisher probiert habe – und das hat jedesmal Lust auf mehr gemacht.

Hugh Fearnley-Whittingstall, Täglich vegetarisch
Die schönsten Rezepte aus dem River Cottage
24,90 €
AT Verlag




Ein Brite in Braunschweig – Paul Close empfiehlt Shepherd‘s Pie

Shepherd‘s Pie ist nicht nur in englischen Pubs zu Hause. Bild: dat medienhus

Shepherd‘s Pie ist nicht nur in englischen Pubs zu Hause.
Bild: dat medienhus

Kulinarisch38 bringt Rezepte von Persönlichkeiten aus der Region (2). Paul Close ist kein gebürtiger Braunschweiger. Aber einer mit dem Herzen. Der leidenschaftliche Eintrachtfan und Dauerkartenbesitzer aus England hat bereits vor mittlerweile fast 34 Jahren eine Sprachschule in Braunschweig eröffnet. Bei PeLS kann man, ob beruflich oder privat, sein verrostetes Englisch aufbessern. Und man bekommt nicht nur lebendige Sprachübungen und Konversationsmöglichkeit. Paul Close hat auch die englische Küche mit in seine neue Heimatstadt gebracht. Und er ist ein guter Botschafter gegen das hartnäckige Vorurteil, auf der Insel könne man nicht kochen.

Paul Close liebt die englische küche… und die Eintracht.

Paul Close liebt die englische küche… und die Eintracht.
Bild: PeLS

Von einem Lieblingsrezept will er dann auch gar nicht, von kulinarisch38 befragt, sprechen. Aber Shepherd‘s Pie, so Close, sei schon nicht umsonst ein Klassiker auf der Speisekarte englischer Pubs. Shepherd‘s Pie kann man sich selbst zubereiten. Für die unverwechselbaren Pubs müsse man schon einmal die Insel besuchen. Zum Beispiel mit einer der Reisen, die er mit PeLS regelmäßig anbietet.

Shepherd‘s Pie besteht aus einer Unter- und einer Oberschicht. Die Basis bildet Hackfleisch – üblicherweise aus Lammfleisch (deshalb auch der Name) und pürierten oder sehr fein geriebenen Kartoffeln. In England verwendet man auch gern die Reste des Sunday Roast, des Sonntagsbratens. Weitere Zutaten sind variabel: Was der Kühlschrank eben hergibt. Das Fleisch wird mit Zwiebeln angebraten und in Brühe geköchelt. Dazu können Knoblauch, gehackte Karotten oder anderes Gemüse zugegeben werden sowie Oregano oder Rosmarin und etwas Tomatenmark.

Die obere Schicht besteht aus Kartoffelbrei, der mit Butter, manchmal auch mit Käse verfeinert wird. Diese Oberschicht kann man auch entsprechend dekorieren, vor allem aber im Ofen, mit einer Käseschicht darauf, goldbraun backen. Dazu passt natürlich vor allem ein Real Ale, das in englischen Pubs ohne Druckpatrone und mit wenig Kohlensäure in ein Pint-Glas gepumpt wird. Aber ein gutes Wolters passe auch bestens, verrät Paul Close mit einem Augenzwinkern. Schließlich ist er ein Braunschweiger mit dem Herzen. Und was kann man da anderes trinken…?

Bei PeLS kann man sein verrostetes Englisch aufbessern. Ob privat oder geschäftlich. Bild: PeLS

Bei PeLS kann man sein verrostetes Englisch aufbessern. Ob privat oder geschäftlich.
Bild: PeLS




Astrids kulinarisches Neujahrsgedicht

Ein zartes Neujahrsgedicht… Bild: Astrid Hunke-Eggeling

Ein zartes Neujahrsgedicht…
Bild: Astrid Hunke-Eggeling

kulinarisch38 bringt ab sofort in unregelmäßigen Abständen Rezepte von Persönlichkeiten aus der Region. Alle sollen so unterschiedlich in ihrer Art sein, wie die Menschen, die hier leben. Den Auftakt bildet die Leiterin der Freiwilligenagentur in Wolfenbüttel/ Braunschweig, Astrid Hunke-Eggeling. Die Freiwilligenagentur ist in der Region der Motor für ehrenamtliche Arbeit. Hier treffen sich Menschen jeder Herkunft und aller Altersgruppen, um selbst aktiv Projekte voran zu bringen. Ob es sich nun um Tanzgruppen für Senioren oder Medienarbeit mit Jugendlichen handelt. Die Agenturleiterin stellt für unser Forum ihr „Neujahrsgedicht“ vor:

Lieblich, kernig, fruchtig, kräftig, zaghaft schön und abgerundet, so soll es sein das Neujahrsgericht, das uns auch zwischendurch mal mundet.

A`Guten…

Was ist es? (Für 4 Personen)

  • Roastbeef
  • Gebackenes Wurzelgemüse
  • Backkartoffeln mit Kräutern und Knoblauchöl
  • Salatherzen mit geschmorten Pilzen in Balsamico mit Pellegrini Käseraspeln
  • Käse/Joghurtcreme mit Gurkenraspeln und Kräutern

Und so habe ich es gemacht:

Das Roastbeef

Das Beef wird im Stück gekauft – 1 kg ist sehr ausreichend für 4 Personen. Bitte darauf achten, dass die Fleischverkäuferin nicht mit der Fleischgabel in das Fleisch piekst!

Das Fleisch wird ungewürzt im Stück, stramm, in Öl angebraten, bis es rundherum goldbraun ist. Dann wird es in eine mit Folie ausgelegte Form gelegt. Es darf sich 5 Min ausruhen. Danach wird das Fleisch mit Paprika, Pfeffer, Salz, Kräutern gewürzt und mit Honig bestrichen.

Wir verteilen das vorbereitete Wurzelgemüse um das Fleisch herum. Die Folie wird nun über dem Fleisch zusammengedreht, so dass alle Aromen der Gewürze und der Wurzeln bei unserem Roast Beef bleiben.

Bei einer Temperatur von 150 Grad darf das Fleisch im Backherd bei Ober- und Unterhitze fertig werden. Dazu benötigt es etwa 15Min/Englisch – 20 Min/Medium. Wenn ihr das Beef aufschneidet, ist es innen zaghaft schön rosa und abgerundet im Geschmack.

Der entstandene Beefsaft in der Form mundet besonders, wenn er über die Backkartoffel gegeben wird.

Gebackenes Wurzelgemüse

Wir verwenden Möhren, Lauch, Zwiebel, Sellerie und was ihr sonst noch an Wurzelgemüsen habt. Dies wird in mundgroße Stücke geschnitten und mit Salz und einer leichten Prise Zucker in der Pfanne angebraten. Wenn das Gemüse glasig wird, löschen wir es mit Balsamicoessig – Crema- ab. Dann geben wir das fruchtig, kräftige Gemüse zu unserem Beef hinzu. Mir persönlich schmeckt es besser, wenn der Lauch und der Sellerie nicht mit zum Beef kommt, aber das bleibt jedem selbst überlasssen.

Backkartoffeln mit Kräutern und Knoblauchöl

Im Laden suchen wir uns Kartoffeln aus, die festkochend sind. Hiervon stellen wir Pellkartoffeln her. Wenn sie abgepellt sind, geben wir sie in eine Form, die mit Folie ausgelegt ist. Unsere Pellkartoffeln werden mit selbst gemachtem Knoblauchöl bestrichen und mit grobkörnigem Meersalz bestreut. Dann kommen die kleinen Kartoffelschnuckies in den Backofen unter den Grill und bleiben dort, bis sie so aussehen wie auf dem Bild – sie werden gebrutzelt, bis sie kernig, goldbraun sind.

Knoblauchöl

Öl in eine Flasche geben, Knoblauchstücke und einen Zweig Rosmarin hineingeben und stehen lassen, bis das Öl nach Knoblauch schmeckt – fertig -.

Salatherzen mit geschmorten Pilzen in Balsamico mit Pellegrini Käseraspeln

Wir verwenden 2 Salatherzen, Champions oder andere Pilze, Zwiebeln und Käseraspeln/Käsechips – diese gibt es fertig in guten Kaufhäusern in der Frischeabteilung.

Die Pilze werden in Öl mit den Zwiebeln, etwas Salz und Paprika sowie Pfeffer, angebraten und mit Balsamicoessig – Crema- abgelöscht.

Dann geben wir die Pilze über den vorbereiteten Salat.

Die Salatherzen werden in mundgerechte Streifen geschnitten. Mit Essig und Öl, Pfeffer und Salz sowie einer kleinen Prise Zucker angemacht. Auf diesen Salat werden die Pellegrini-Chips gestreut. Diese Chips stellen die Verbindung zu den warmen Pilzen her, indem sie leicht schmelzen. Dann setzen sie ihr Aroma frei und runden den Salat geschmacklich ab.

Käse/Joghurtcreme mit Gurkenraspeln und Kräutern

Das I-Tüpfelchen für das Beef ! … und nun noch mehr schneiden? – Nein –

Ein berufstätiger Mensch muss sich auch zu helfen wissen. Wir gehen in die Frischeabteilung unseres Kaufhauses und holen 1 Becher Kartoffelcreme, -da sind auch die Gurkenraspeln drin- und 1 Becher Bresso Streichkäse original mit Kräutern. Diese beiden Frisckkäsesorten vermengen wir und erhalten eine wirklich leckere, frische, leichte Crème.

Das Rezept hier herunterladen

Astrid Hunke-Eggeling

Astrid Hunke-Eggeling

Guten Appetit!

Astrid Hunke-Eggeling

Leitung Gesamt
Freiwilligenagentur Wolfenbüttel / Braunschweig