Salon – ein neues Magazin für alle Sinne

Posted on Jan 9 2015 - 4:46am by Andreas Molau

Ende des letzten Jahres ist ein neues kulinarisches Magazin auf den Markt gekommen. Es heißt Salon und Kulinarisch38 hat es sich angeschaut.

Salon-Beitrag

Print oder Internet? Diese Frage spitzt zwar schön zu und man kann ausgiebig darüber diskutieren, kann klagen, wechselseitig über die eine oder andere Seite, aber letztlich ist sie keine. Die Frage nach der Zukunft des Journalismus beantwortet sich nicht darin, ob Wort-und Bildbeiträge auf einem Bildschirm zu lesen sind oder auf Papier. Sondern ob sie gut oder schlecht sind. Salon ist gut. In Form und Inhalt. Und die Zeitschrift ist neu auf dem Markt. Das ist mal gegen den Trend, wo immer wieder über das Ende des Gedruckten orakelt wird. Gut oder schlecht heißt: Das, was gebracht wird, muss gut geschrieben und bebildert sein. Und die »Darreichungsform« sollte passen. Das Magazin für Gastlichkeit und Tischkultur hat diese Nische gefunden. Die Zeitschrift ist eigentlich fast ein Bildband, grafisch bestens aufbereitet, mit ansprechenden Bildern versehen und textlich angenehm zu lesen.

»Alte Werte, neue Ideen«

Das Motto des Projekts »Alte Werte, neue Ideen« versöhnt die zwei Pole des Zeitgeistes. Der eine blickt stets zurück und rühmt die guten alten Zeiten. Dem anderen kann es nicht abwechslungsreich genug sein. Jede Wiederholung, Tradition und Brauch ist ihm ein Gräuel. Dem Anspruch, Überkommenes zu pflegen und trotzdem nicht altmodisch zu sein, wird die Redaktionsmannschaft gerecht. Es geht natürlich um gutes Essen, ein angenehmes Ambiente, Reisen, Kultur – kurz alles, was das Leben ausmacht. Während der schicke Magazinteil getrost in der Wohnstube verbleiben darf, können die Rezepte mit in die Küche genommen werden. Ganz allgemein: Die Texte sind nicht unnötig aufgeblasen. Man kann blättern, sich inspirieren lassen, oder einfach nur bei einem schönen Foto verweilen.

Vielfältige Anregungen

Die Startausgabe zeigt sich Service orientiert. Shoppen ist längst ein wichtiger Teil unserer Lebenskultur geworden – und nicht mit dem täglichen Einkauf zu verwechseln. Gute Tipps – ob es sich nun um einen »Weddinger Kräuterlikör« handelt oder um einen besonderen Pinot Noir. Neue Ideen sind stets willkommen. Es gibt praktische Hinweise, etwa zur Tarte Patisserie oder zur Inneneinrichtung und Hausschmuck.  So wie Julia Freifrau von Jelisch eingerichtet ist, die im Startheft porträtiert worden ist, werden es nur die wenigsten bringen. Anregend ist’s allemal. Interessant ist auch der kulinarische Blick in die Literaturwerkstatt des Göttinger Steidl-Verlag – jenes Verlagshaus, das die Wort-Ikone Günter Grass verlegt. Weihnachten ist vorbei, aber die Betrachtungen von Zsuszka Bank über den Traum eines besinnlichen Weihnachtens sind immer noch lesenswert.

Salon ist ein echter Wurf. Man kann sich kaum sattsehen. Fünfmal, im Jahr, bei einem Abo-Preis von 34 € kann man das Magazin als kulinarische Jahresbegleitung nur empfehlen.

http://www.salon-mag.de

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