Das Menu alla Buongustaia im Zucchero

20. August 2014 von

Der Sommer macht Pause. Ein Grund mehr, das Sommermenü im Zucchero zu genießen. Es lohnt sich.

Ein netter Gruß aus der Küche.

Ein netter Gruß aus der Küche.

In diesen Tagen, wo fast schon Herbststürme über das Land zu ziehen scheinen, klingt es wie eine ferne Erinnerung: Es ist angenehm warm im Innenhof der Knochenhauerstraße 13. Ich habe mich noch einmal mit Alberto Figuccio im Zucchero verabredet. Auf der Karte hat er für die Sommerzeit ein besonderes Menü für Feinschmecker – das Menu alla Buongustaia. Die Sonne scheint mild und es geht ein laues Lüftchen. Man fühlt sich geborgen zwischen den alten Mauern des traditionsreichen Hauses. Der richtige Zeitpunkt, um Essen zu gehen. Ob mit Freunden oder der Familie. Zu Gast in Italien zu sein, und wenn es auch nur kulinarisch und für einen Augenblick ist. Was will man mehr? Während ein erster Gruß aus der Küche von italienischer Gastfreundschaft erzählt, schaut ein Ehepaar in die fein eingedeckte Tischrunde: »Das ist ja wunderbar hier. Ich wusste gar nicht, dass Sie so eine schöne Terrasse haben.«

Saftiges Pizzabrot.

Saftiges Pizzabrot.

Das Einfache macht oft glücklich

Bruschetta ist eine tolle Erfindung. Wie alles Gute ist sie im Grunde ganz einfach, eigentlich ein Arme-Leute-Essen. Das zeigt: Man benötigt nicht viel zum Glücklichsein. Geröstetes Brot, etwas Olivenöl, klein gehackte Tomaten und frischen Knoblauch. Der leichte sizilianische Rosé, den »mein Kellner« auch gerade der neu hereingewehten Gruppe am Nachbartisch empfiehlt, begleitet die krossen Brotscheiben. Die Vorzüge von Wein und Speisen zählt er charmant, informativ und trotzdem unaufdringlich auf. Eine Vorspeise soll Appetit machen. Und so geht das. Die abendliche Atmosphäre ist entspannt. Dazu trägt vor allem der ausgezeichnete Service bei. Ein dekorativ angerichteter Teller wird nur halb so viel Freude beim Servieren machen, wenn das mit einem lustlosen Gesicht geschieht. Beim Zucchero hat man den Eindruck, der Überbringer der kulinarischen Botschaft freut sich mit dem Gast über das kleine Kunstwerk.

Alle Highlights der italienischen Vorspeisenküche.

Alle Highlights der italienischen Vorspeisenküche.

Genießen im Takt der Gänge

Das ist bei der eigentlichen Vorspeisenplatte schon der Fall, die alles bereithält, was die italienische Küche an Highlights zu bieten hat. Ich bin ein wenig früh. Deshalb gibt’s statt des selbst gemachten Weißbrots noch Pizzabrot. Daran allein könnte man sich lustvoll satt essen. Auf dem Teller rufen ein wunderbares Vitello Tonato, herrlich eingelegte Zwiebeln, gegrilltes Gemüse zum Genießen auf. Der Tipp von Elke Figuccio, sich beim Brot etwas zurückzuhalten, ist ebenso klug wie schwierig. Denn die saftig gebackenen Teigteile machen süchtig. In gemessenem Abstand folgt die Hauptspeise. Zur Auswahl stehen Lammfilet in Cognac-Rahmsauce und ein Doradenfilet. Das Lammfilet kommt an die Reihe, wenn ich das nächste Mal die Familie im Gepäck habe. Nun liegt das Filet der Dorade kunstvoll dekoriert auf dem ovalen Porzellan. Dazu Shrimps und Muscheln. Das Gemüse, Lauchzwiebeln, Brokkoli, Blumenkohl und Kartoffelhälften, sind perfekt gegart und fein abgewürzt.

Eine maritime Sinfonie…

Eine maritime Sinfonie…

Ein süßer Abgang und Lust auf mehr

Zusammen mit der delikaten Weißweinsauce handelt es sich um die Art Hauptgerichte, bei der man mit dem Brot noch die letzten Reste vom Teller ungeniert auftischt. Alles, was hier zurückgehen würde, wäre kulinarische Sünde. Der Abend ist inzwischen über Braunschweig hereingebrochen. Der Innenhof ist von glücklichen Gästen bevölkert, die mal schweigen und dann wieder in guter Unterhaltung die Zeit genießen. Im Takt der Gänge. Das Dessert alla Casa ist optisch und sensorisch wiederum ein Hochgenuss. Herausragend das Parfait. Aber von den anderen Köstlichkeiten bleibt ebenso wenig übrig. Am Ende macht Alberto Figuccio die Runde. Wie es war, fragt er bei einem fein-fruchtig-süßen Feigen-Kaktus-Likör. Traumhaft, die spontane Antwort. Und auch, wenn das Sommerwetter auf sich warten lässt. In den gemütlichen Räumen des Zucchero sollte man sich gerade deshalb mit dem Menu alla Bongustaia verwöhnen lassen. Mille Grazie, Signore Figuccio.

Und der süße Abgang.

Und der süße Abgang.

Das Kulinarisch38-Porträt vom Zuccchero.

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