Spargel ohne Wein – undenkbar

Posted on Apr 24 2014 - 4:06am by Andreas Molau
Drei flotte Italiener zum hiesigen Spargel.

Drei flotte Italiener zum hiesigen Spargel.

Kulinarisch38 probierte drei flotte Italiener, die sich perfekt zum Spargel eignen. Alle drei stammen aus dem »Keller« der Weinhandlung Bremer.

Es soll Menschen geben, die keinen Spargel mögen. Das ist kaum vorstellbar, aber offenbar möglich. Dass es jedoch Spargelliebhaber gibt, die keinen Weißwein zu dieser Spezialität genießen, mag man nicht glauben. Der spargeltypische Geschmack, der nur einen Hauch ins Bittere spielt, mit seiner ganz leichten Süße ist eigentlich kaum zu beschreiben. Spargel schmeckt nach Spargel. Dazu etwas geschmolzene Butter, die mit ihrer leichten Säure die perfekte Balance schafft. Eine gute, gelbfleischige Kartoffel, ruhig auch einmal eine mehlig kochende. Schließlich gekochten Schinken mit Rosmarin oder eine rohe Sorte – möglichst luftgetrocknet. Die Delikatesse darf durch nichts dominiert werden. Und dazu eben – der Gipfel des Genusses – ein Gläschen kühlen Weißwein.

Bacchus auf dem Mondhügel

Wir haben zum Auftakt der Saison drei Italiener probiert, die es beim Weinhaus Bremer im Angebot gibt, und sind natürlich immer auf der Suche nach neuen kulinarischen Ufern. Tipps sind also stets willkommen. Die drei Italiener jedenfalls haben alle den Spargeltest bestanden und waren so frisch und sonnig, wie wir uns den Mai bald wünschen. Der Tropfen mit dem schönsten Namen in der Dreierrunde ist der »Colle della Luna« – der Mondhügel. Hier treffen sich Chardonnay, Pinot Bianco und Pinot Grigio zu einem Stelldichein und duften wie ein Bouquet Veilchen. Der Wein ist leicht. Fast zu leicht womöglich für den charakteristischen weißen Spargel. Grüner würde vielleicht sogar besser passen. Aber dieses Urteil war in der Kulinarisch38-Verkostungsrunde nicht ganz eindeutig. Eine Fraktion lobte gerade diese Leichtigkeit.

Rieslingnote oder Soave, das ist hier die Frage?

Im Kontrast dazu steht der »Manzoni Bianco – Rechsteiner«. Die Kreuzung aus Riesling und Weißburgunder ist richtig knackig. Der Riesling hat hier seine unverwechselbare Note hinterlassen und besticht durch das charakteristisch Mineralische. Fruchtige Noten kommen trotzdem nicht zu kurz. Man wähnt sich in einem Zitronenhain, wenn man mit der Nase über das Glas streicht. Der unabgefochtene Spargelliebling war jedoch ein Soave der Winzerfamilie Pieropan. Die baut seit 1890 edle Tropfen an. Und was für welche! Dieser Soave ist mit den üblichen Industrieprodukten ungefähr so vergleichbar wie Dosenspargel mit der frischen Variante. Die Fruchtnoten sind ausgewogen wie die Säure. Der Wein moussiert so leicht wie eine Frühlingsbrise – ganz so, als sei er nur aus einem Grund in die Flasche gekommen. Um den Spargel für eine Gaumenreise zu begleiten. Und manche Reisen sollte man nicht auslassen.

Weinhandlung Harald l. Bremer

Efeuweg 3, 38104 Braunschweig
Telefon:0531 237360
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