Tarocco-Orangen von der Bremer Fattoria

Posted on Feb 23 2016 - 4:09am by Andreas Molau

Am 27. Februar ist die »Deadline«. Dann kann man die letzten Bestellung von Tarocco-Orangen bei der Bremer Fattoria in Auftrag geben. Bis zum nächsten Winter.

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Winter in Sizilien. Blauer Himmel und Sonne. Auf den Plätzen Bauern mit ihrer Piaggio Ape. Man fragt sich, wie die zusammen halten. Der freundliche TÜV-Mitarbeiter in Salzgitter oder Braunschweig würde vermutlich Schnappatmung bekommen. Aber die Dinger fahren. Und tragen ihre Last auf die Märkte. Um diese Jahreszeit sind das noch Orangentürme, die kunstvoll aufgestapelt sind. In Catania oder andernorts ganz im Süden Italiens ist zu dieser Zeit alles Blutorange. Nachts, wenn jetzt der Frost die Früchte küsst, bekommen die Orangen ihre typische Farbe. Sie erröten sozusagen. Etwas prosaischer drücken das die Biologen aus. Bei der niedrigen Temperatur wird durch das sogenannte Anthocyan die blutrote Färbung ausgelöst. Was so nüchtern klingt, macht am Ende das Besondere der Spezialität aus, die man inzwischen sogar bei uns im »hohen Norden« genießen kann. Nicht nur die Sizilianer lieben ihre roten Orangen. Der etwas herbere Geschmack ist deutlich weniger süß als das, was man sonst so kennt. Und auch deutlich nuancenreicher. Eine wahre Geschmacksexplosion.

Tarocco

Orangenträume werden wahr

Es gibt Moro und die Tarocco als Sorte. Während die Erstere durch und durch rot ist und recht bitter schmeckt, ist die Tarocco als Halblutorange milder und aromatischer. Brigitta Jünke-Bremer holt ein Exemplar aus dem Lager und pellt sie mit geschickter Hand. Schon dieser Duft begeistert. Die Frucht selbst, erst recht. Diese Köstlichkeit wächst an den Hängen des Ätnas im Osten Siziliens. Wenn man die zarte Spälte auf dem Gaumen zerdrückt und die frische Säure spürt, dann ist das, als äße man eine Blutorange zum ersten Mal. Im Supermarkt wirken die Aromen oft eher muffig. Hier sind sie frisch und klar. Zuerst habe man die Früchte nur einem kleinen Kundenkreis angeboten, erzählt Brigitta Jünke-Bremer. Nun sei die Spezialität so beliebt, dass sie zum festen Winterrepertoire der Bremer Fattoria gehören.

Die letzten sollen die Besten sein, deshalb könne man jetzt bis zum 27. Februar noch einmal bestellen. Wenn diese Blutorangen Anfang März in Braunschweig eintrudeln, hat man genug Vorrat – jedenfalls wenn man bestellt hat – für den Rest des Winters, der für uns nichts allzu häufig Sonne und blauen Himmel parat hat. Aber die orangenen Früchte leuchten auf dem Teller und entschädigen ein bisschen für den Verlust.

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