Die Röster vom Treccino auf dem Berliner Kaffeecampus

Posted on Okt 7 2014 - 11:57am by Andreas Molau

Monika und Andreas Steinig waren vom 17. bis 19. September auf dem Berliner Kaffeecampus. Kulinarisch38 unterhielt sich mit den beiden über die Erfahrungen.

Monika Steinig auf dem Kaffeecampus in Berlin.

Monika Steinig auf dem Kaffeecampus in Berlin.

Dass Wolfenbüttel nach langer, langer Zeit über eine eigene Kaffeerösterei verfügt, ist für die Stadt ein absoluter kulinarischer Pluspunkt. Monika und Andreas Steinig hatten sich in das Wagnis einer Neueröffnung gestürzt. Erst sammelten sie einige Jahre mit ihrer Treccino-Ape auf dem Wolfenbüttler Wochenmarkt Erfahrungen. Nun suchen sie als Röster nach neuen Wegen. Wer regelmäßig das kleine, schicke Café besucht, kann immer wieder Neuigkeiten entdecken. Kaffeesorten, Mischgetränke und alles rund um das Thema Schokolade oder Kaffee aufbrühen. Vom 17. bis 19. September war nun Kaffeecampus in Berlin. Das Event für Kaffeeröster. Unsere Lessingstädter Bohnenveredler waren da und Kulinarisch38 erkundigte sich, wie es so ist, wenn die Röstergilde zusammenkommt.

Jede Menge Vorträge…

Jede Menge Vorträge…

Was trinken Kaffeeröster?

Was denn Kaffeeröster so trinken, war meine erste Frage und Monika Steinig überlegt einen Augenblick. Dann lacht sie: »Kaffee eigentlich am wenigsten, wenn ich mir das so recht überlege. Außer natürlich bei den Cuppings.« Cuppings sind Verkostungen und dabei geht es nicht ums genussvolle Schlürfen des Koffeintrunkes, sondern vor allem um die Kunst der Herstellung und die Begutachtung des Geschmacks. Hier gibt es ganze Olympiaden, die sich ausgiebig mit der Beschaffenheit von Espressoschäumen beschäftigen, originellen Mustern auf dem Cappuccino. Oder eben allem, was man bei der Zubereitung so zaubern kann. Die beiden sind immer wieder verblüfft, welche Vielfalt es inzwischen auf diesem Markt gibt. »Die kleinen Röstereien, das ist schon ein bisschen so wie eine große Familie«, erklärt Andreas Steinig. Man käme schnell ins Gespräch und tausche sich aus.

Mit informativen Inhalten.

Mit informativen Inhalten.

Neue Ideen auf dem Kaffeemarkt

Dabei sehe man, ergänzt er, wie unterschiedlich die Standorte sich auf das Geschäft auswirkten. So hätten die beiden eine Kollegin aus Litauen getroffen, die ihre Röstereiunter schwierigen Bedingungen führt. Nur wenige könnten sich so ein Premiumprodukt dort leisten. Meist nur jene, bei denen es auf das Geld überhaupt nicht ankomme. Gerne würde sie wirklich guten Kaffee aber auch einer breiteren Schicht von Menschen anbieten wollen. Und immer wieder drehte es sich, so die Wolfenbüttler Röster um Anbau, Herstellung, neue Geschmackssorten. Da ging es in einem der zahlreichen Vorträge etwa um die Frage der Kaffeesäure. Oder in einem anderen berichtete eine deutsche Auswandererfamilie aus Nicaragua über ihre Erfahrungen im Kaffeeanbau.

Monika und Andreas Steinig bei einem Kaffeelieferanten.

Monika und Andreas Steinig bei einem Kaffeelieferanten.

Kontakt zu den Produzenten ist wichtig

Aus Berlin habe sie viele wertvolle Erfahrungen mitnehmen können, berichtet Monika Steinig zusammenfassend. Ganz praktisch seien die beiden auf einen neuen Händler gestoßen, dessen Konzept Monika und Andreas Steinig gut gefällt. Der setze nicht auf Bio, aber dafür auf tatsächlich nachgeprüfte Qualität: »Seine Agenten fahren wirklich in die Länder, kennen die Anbaugebiete und Menschen. Sie wissen, wovon sie reden.« erklärt Andreas Steinig. Nur ein Zertifikat sei etwas wenig. Vertrauen könne nur dann entstehen, wenn man sich selbst ein Bild machen kann. Und das ist noch ein großer Plan der beiden. Die Produzenten einmal besuchen zu dürfen. Unserer Kulinarisch-Region kommt diese Neugierde von Monika und Andreas Steinig zugute.

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