Hurra: Wolters bringt ein Maibock raus

Posted on Feb 11 2016 - 11:24am by Andreas Molau

Ab sofort muss man als Woltersfreund um diese Jahreszeit nicht mehr fremdgehen. Die Brauer von der Wolfenbüttler Straße bringen ab Mitte Februar Maibock raus.

Wolters-Maibock

Manche Dinge müssen gefeiert werden. Ohne Aufschub. Deshalb musste die Verkostung möglichst bald stattfinden. Nach einer raschen Kühlung. Die Kiste mit dem neuen Wolters Maibock macht schon auf sich aufmerksam, als der Wagen noch über das Wolters Betriebsgelände zuckelt. Über die stillgelegten Schienen, am freundlichen Pförtner vorbei, der mit einer kurzen Geste grüßt. Gibt es eine Promillegrenze für Redakteure und Foodblogger? Eine Schamgrenze ist jedenfalls nicht in Sicht, wenn man schaut, was bei RTL oder SAT 1 nachmittags so läuft. Während die aktuelle Bierspezialität von den Braunschweiger Brauern runter kühlt, wird ein wenig recherchiert. Bisher musste man als Woltersfan einmal im Jahr »fremdgehen« und in der Vorfrühlingszeit auf einen Anbieter im 37er Postleitzahlenbereich zurückgreifen. Wenigstens, wenn man auf dieses Starkbier mit dem hohen Stammwürzegehalt steht. Bei dem Alkoholgehalt von 7,1 % muss man die Portionen schon im Auge behalten. Die Stammwürze liegt beim neuen Wolters Maibock bei 16,5 %.

Stammwürze oder Öchsle

Stammwürze ist die Zauberformel der Bierbrauer. Was den Winzern das Mostgewicht ist, das man in Grad Öchsle angibt, ist den Brauern die Stammwürze – also der Anteil der aus Malz und Hopfen gelösten und nicht flüchtigen Stoffe vor der Gärung. Aus Most wird Wein. Aus Würze Bier. Durch die alkoholische Gärung mit Hefe, die wir aus der »Feuerzangenbowle« von Heinrich Spoerl bestens kennen. Verantwortlich für die Entstehung des Bockbieres war übrigens die überaus große Beliebtheit des niedersächsischen Bieres. Wir kommen uns heute wahnsinnig weltläufig vor. Globalisierung ist in aller Munde. Gehandelt wurde über weite Strecken aber schon im Mittelalter. Bereits im 13. Jahrhundert liebten die Italiener etwa deutsches Bier. Und bekamen es. Damit es die weiten Strecke wenigstens einigermaßen überstand, erhöhten die findigen Brauer die Stammwürze, somit den Alkoholgehalt und die Haltbarkeit.

Lücke geschlossen

sechserpackDass unsere Braunschweiger Hopfenmeister sich auf Bockbier verstehen, konnte man in den letzten Jahren bereits erleben. Nun ist die Mailücke auch noch geschlossen und meine erste Flasche angenehm gekühlt. Mitte Februar kommt die auf 800 hl limitierte Spezialität in den Handel. Ab März in die Gastronomie. Es leuchtet, der erste Eindruck, heller im Glas als das normale Bockbier. Trotz des höheren Alkoholgehaltes wirkt der erste Zug sehr süffig und spritzig. Der Eindruck hält sich, bis die Flasche geleert ist. Eine leichte Süße und ein ebenso leichtes Malzaroma – so schmeckt die Vorfreude auf Frühling. Auch die Gestaltung der Flasche, die es im Sechserträger gibt, ist mal wieder gelungen. Die Zutatenliste verspricht einen Gerstenkaramellmalz. Der wird in speziellen Verfahren karamelisiert und enthält nicht mehr vergärbare Zucker. Gerstenkaramellmalz liefert eine gewisse Süße und wird in Süddeutschland gern bei Festbieren verwendet.

Das Resümee: Die Wolters-Macher enttäuschen auch beim Maibock nicht. Da Abwechselung erfreut, kann man sich gut eine Kiste dieser süffigen Bierspezialität hinstellen. Wie gesagt, ab Mitte Februar. Und zur Feier des Tages gibt‘s nach dem Beitrag noch ein zweites Bier.

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