Authentische italienische Küche im Zucchero

9. August 2014 von

Im Haus »Ritter Sankt Georg« wirken Elke und Alberto Figuccio in Küche und Service, um ihren Gästen eine authentische italienische Küche zu bieten. Das Zucchero.

Das Zucchero Braunschweig an traditionsreicher Stelle.

Das Zucchero Braunschweig an traditionsreicher Stelle.

Alberto Figuccio verbannt das Vorurteil ins Reich der Legende, dass Italiener von kleiner Gestalt sind. Der groß gewachsene Chef vom Braunschweiger Zucchero kommt mit dem Fahrrad über das holprige Pflaster der Alten Knochenhauerstraße angefahren. Die Nummer 13 wurde Ende des 15. Jahrhunderts auf älteren Kellern errichtet und gilt heute zu den bedeutendsten Fachwerkhäusern der Löwenstadt. »Ritter Sankt Georg«. Für Kulinariker der Region ein klangvoller Name und Alberto Figuccio und seine Frau Elke haben sich vorgenommen, an diese Tradition anzuknüpfen. Natürlich eigenständig. Wenn man dem Gastronomen gegenübersitzt, schlägt er einen sofort in den Bann. Der in Wolfsburg aufgewachsene Sizilianer scheint für das zu brennen, was er macht. Gestenreich erzählt er seine Geschichte, die stets von gutem Essen und Trinken begleitet war.

Die Pizzeria neben der Schule

Bereits in der Schule zog es Alberto in eine Pizzeria. Hier verdiente er sich ein paar Mark dazu. Und er wurde in die Geheimnisse des Pizzabackens eingewiesen. Nach der Schule sollte es etwas »Ordentliches« werden mit dem Jungen. Aber die Lehre zum Feinmetallmechaniker hielt er nur einige Wochen durch. »Ich muss kreativ sein können, mit Menschen arbeiten. Immer wieder Neues entdecken«, erzählt er. Seine großen braunen Augen sind lebendig, jedoch nicht unruhig. Man ahnt: Bei allem Entdeckerdrang kniet er sich in die Dinge rein. Ohne Beständigkeit kann man in der Gastronomie nichts werden. Figuccio lernte im Service, betreute Restaurants und Kneipen in Wolfenbüttel. Versuchte es sogar mal mit einem Reisebüro. Die Arbeit in diesem Bereich sei schon manchmal hart, räumt er ein: »Ich habe mir in der Zeit gedacht. Vielleicht machst Du etwas mit geregelten Arbeitszeiten«. Aber dann zog es ihn eben doch erneut ins Restaurant. Zum Glück. Das Zucchero ist eine Location, wie man sie sich wünscht.

Alberto und Elke Figuccio.

Alberto und Elke Figuccio.

Gemeinsam ist man stärker

Stets an seiner Seite ist Elke Figuccio. Auch sie kommt aus der Gastronomie. Ihre Stationen führten sie von der Ausbildung im Hotel Königshof als Hotelfachfrau, das Braunschweiger Möwenpick über einen Abstecher im Blockhouse der Löwenstadt – hier lernten sich die beiden kennen – wieder zurück ins Möwenpick. Dort arbeitete sie einige Jahre als Chef de Service. Danach ging es nach Essen. Im dortigen Möwenpick war Elke Figuccio Restaurantleiterin und bildete sich zum Chef de Caves weiter. Der Chef de Caves hat (unter anderem) die wichtige Aufgabe, die Weine der verschiedenen Weinberge zu prüfen und zu probieren. Diese Erfahrungen brachte sie dann in die Zeit der gemeinsamen Selbstständigkeit ein. Inzwischen waren die Figuccios eine Familie geworden, die durch dick und dünn geht.

Immer eine gute Weinempfehlung im Zucchero.

Immer eine gute Weinempfehlung im Zucchero.

Gediegenes Ambiente, feine Küche

Die hohen Räume in dem traditionsreichen Fachwerkhaus wirken gemütlich. Hierzu passen die rustikalen Holztische, die mit einer edlen Kartenoptik und kleinen, schmucken Details in der Dekoration kontrastieren. Im Innenhof sitzt man dieser Tage angenehm draußen, abgeschirmt vom Trubel der City und trotzdem zentral. Die Suche nach dem eigenen Profil des Zuccchero sei nicht einfach gewesen. Am Anfang habe man eine große Karte gehabt. Besonders feine Tischwäsche. Ein bisschen alter Ritter Sankt Georg noch. Die Frage, wer dazu der geeignete Küchenchef sein könnte, sei schwierig gewesen. Und irgendwann hätten er und seine Frau beschlossen: Das machen wir selbst. Bis dato hatte Alberto Figuccio natürlich bereits lange Zeit in der Küche gearbeitet. Die alleinige Verantwortung in diesem Bereich sei jedoch etwas Neues gewesen. Die Karte wurde kleiner. Lieber mal eine Empfehlung auf der Schiefertafel als unzählige Gerichte. Das Ambiente rustikaler und dennoch schick.

Gemütliches Verweilen im Innenhof des Zucchero.

Gemütliches Verweilen im Innenhof des Zucchero.

Eine eigene Linie in der Küche

Das war nicht die erste Herausforderung, die die beiden angenommen hatten. Und nach einem Jahr ist klar. Der Küchenchef Alberto Figuccio ist in seinem Element, wenn er Neues und Bewährtes in eine ihm eigene kulinarische Form bringt und trotzdem gelegentlich bei den Gästen vorbei schauen kann. Der Chef der Küche hat klare Vorstellung über das, was bei ihm auf die Teller kommt. Eine gute italienische Spezialitätenküche bietet er mit seinen drei italienischen Kollegen an. Besonders wichtig ist ihm, dass nicht nur alles frisch, sondern möglichst von Hand gemacht ist. »Hier wird jeden Tag das Brot geknetet und gebacken, wir stellen unsere Fonds her, die in Ruhe vor sich hin köcheln«, darauf legt Figuccio wert. Und auch bei den Käsevariationen legt er mit einem Feigensenf nach Art des Hauses nun selbst Hand an: »Anfangs habe ich mir eigenen Feigensenf kommen lassen. Aber dann habe ich mir gesagt. Das kannst Du genauso.« Der Küchenchef schwärmt von seinem fruchtigen Maracuja-Parfait, und es läuft einem das Wasser im Munde zusammen.

Immer eine gute Empfehlung von freundlichen Service.

Immer eine gute Empfehlung von freundlichen Service.

Das Besondere im Zucchero

Wenn jemand essen geht, habe er Anspruch auf etwas Besonderes. Elke und Alberto Figuccio wissen, wovon sie reden. Denn sie gehen selbst leidenschaftlich gern aus. »Das sorgt bei unseren Kindern gelegentlich für Heiterkeit«, erzählt Elke Figuccio. Da stünden sie nun Tag für Tag im Restaurant und gingen in der Freizeit – ausgerechnet ins Restaurant. Ohne diese Leidenschaft kann man wohl im kulinarischen Bereich nichts werden. Außerdem bedarf es immer neuer Ideen. Da war erst kürzlich das Champagnermenü, das im Zucchero angeboten wurde. Im Sommer folgt nun eine weitere Überraschung – Kulinarisch38 wird berichten. Zu den Klassikern wie Lammfilet in Cognacsauce und Backpflaumen oder die Dorade kämen verschiedene Kreationen hinzu. Mit einem grafisch ansprechend gestalteten Kärtchen wird auch regelmäßig auf besondere Weine hingewiesen. Die Figuccios haben noch einiges vor. Und Gäste mit einem Sinn für authentische italienische Küche dürfen sich darauf freuen.

Ristorante Pizzeria Zucchero im Ritter St. Georg
Alte Knochenhauerstraße 13
38100 Braunschweig
Telefon:0531 12944660

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