Zwischen weiß und rot: der Roséwein

Posted on Jun 25 2016 - 4:33am by Andreas Molau

Roséwein ist die ideale Antwort auf Hitzeperioden. Kulinarisch38 schaut auf diesen Trendwein und gibt Empfehlungen aus der Region.

Roséwein

Temperaturen über 30 Grad. Der Sommer hat sich sehr eindrücklich ein Stelldichein gegeben. Wer weiß, was noch folgt. Bei den Wetterschwankungen weiß man nie. Aber der eine oder andere heiße Tag wird bestimmt kommen. Und da stellt sich die Frage: Was kann man abends auf Terrasse oder Balkon trinken. Natürlich neben einem Wasser zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfes. Klar, es gibt immer die tollsten Mischungen, Longdrinks oder Cocktails. Gerade bei einem guten Wein stellt man jedoch schnell fest: Eigentlich sind so viele Aromen im Rebensaft, dass es gar keiner weiteren Beigaben bedarf. Bei der Hitze kommt der Roséwein zum Zug. Früher eher ignoriert und verlacht – ursprünglich war er tatsächlich nur ein Abfallprodukt der Weinherstellung –, hat er inzwischen Konjunktur. 2009 schob die EU einer billigen Panscherei den Riegel vor und verbot den Mix aus rotem und weißen Wein. Außerhalb des Kontinents wird so allerdings weiterhin preiswerter Rosé hergestellt.

Nicht nur farblich zwischen rot und weiß

Ein leichter und frischer Roséwein aus Portugiesertrauben, der mit seinem zarten Duft nach Mandarine und rosa Grapefruit schnell seine Anhänger findet.

Ein leichter und frischer Roséwein aus Portugiesertrauben von Tires, der mit seinem zarten Duft nach Mandarine und rosa Grapefruit schnell seine Anhänger findet.

Roséweine liegen nicht nur farblich zwischen rot und weiß. Auch geschmacklich haben sie, wenn sie gut gemacht sind, gute Eigenschaften von beiden. Echte Roséweine sind aus roten Trauben hergestellt. Die hellrote Farbe erhalten sie dadurch, dass sie vor der Gärung, ca. vier bis zwölf Stunden, in der Maische stehen und anschließend abgepresst werden. Erst dann erfolgt die Gärung. So haben gute Rosés ein wenig von der Seele der Rotweine, die kräftigeren Tannine. Und trotzdem ist noch das Frische des Weißweines da. Roséweine sollten kühl genossen werden. Nourdin Tires vom Feinkostmarkt Tires in Wolfenbüttel empfiehlt zum Beispiel einen Biowein, ein Portugieser vom Weingut Franz Braun. »Dieser Rosé ist leicht und frisch und sein zarter Duft erinnert an Mandarine oder rosa Grapefruit«, so Tires.

Roséwein auch zum Lamm oder Steak

Jens Bekmann von Barrique in Wolfenbüttel zögert auch nicht lange, wenn man ihn nach seinen Favoriten befragt: »Mein persönlicher Favorit zur Zeit ist zum einen unser Vinho Verde Rosé! Leicht, prickelnd mit wenig Alkohol. Sehr fruchtbetont, erinnernd an rote Früchte, wie Johannisbeeren, erd und Himbeeren. Eine leichte appetitanregende Säure. Champagnerkalt getrunken ein Hochgenuss bei sommerlichen Temperaturen. Wer es kräftiger mag, der sollte unseren Umbria la Pava Rose probieren. Jahrgang 2015 aus dem Yecla in Spanien. Kräftige Noten nach Himbeeren, Kirschen und Johannisbeeren. Voll und aromatisch. Etwas Würze und ganz wenig Säure. Selbst zu gegrilltem Lamm oder Steak ein Kracher! Oder einfach so….«

Der italienische Rosato

Das Rosato Probierpaket von Bremer.

Das Rosato Probierpaket von Bremer.

Bei Harald L. Bremer schließlich gibt es gerade aktuell ein ganzes Rosato-Probierpaket aus vier Roséweinen von Südtirol bis Apulien. Der Favorit von Brigitta Jünke-Bremer ist der Speziale Rosato aus Apulien: »Er hat eindeutig am meisten Körper und erinnert fast an einen Rotwein.« Ihr Bruder Bodo Bremer dagegen bevorzugt den beschwingteren Cerasuolo Piane di Maggio. Der passe besser zum Sommer, meint er. Egal wie man sich entscheidet. Rosé passt zur Jahreszeit. Andreas Schelhaas von der Weinhandlung Knigge schwört auf einen Sizilianer.Den 2015 Regaleali Le Rosé Nerello Mascalese IGT vom Weingut Tasca. »Nach einer 24 stündigen Fermentation und anschließender Trennung von den Schalen, gärt der Most ca. 15 Tage. Im Anschluss ruht der Wein für 3 Monate im Stahltank.«, erklärt Schellhas. Der frische und knackige Rosé sei ein wunderbarer Begleiter zu Lachs, Hühnchen, Kalbfleisch und Sushi.

Es gibt viele Möglichkeiten. Egal, ob Himbeeranklänge, Erdbeere oder Mandarine. Hauptsache, der Wein ist gut!

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